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Umwelt Verkehr

Radverkehrsförderung: Politik, Verbände und Stadtverwaltung gemeinsam in Den Haag

Im Fokus des Besuches standen die "Star Routen", mit denen Den Haag sein Radwegenetz optimiert


Erstellt:
Redaktion: Paulat, Volker

Zu einem zweitägigen Austausch ist in der vergangenen Woche die Kleine Kommission Radverkehr, bestehend aus Vertretern der Politik, des ADFC und des VCD sowie der Düsseldorfer Stadtverwaltung, in die Niederlande nach Den Haag und Utrecht gereist. Beim Treffen ging es unter anderem um Velo-Vorrangrouten, die so genannten Star Routen, mit denen Den Haag sein Radwegenetz durch direkte, sichere und komfortable Radachsen weiter ausbaut und optimiert.

"Die Star Routen sind von Funktion und Ausbaustandard mit unserem Konzept der Radleitrouten zu vergleichen", erklärt Mobilitätsdezernent Jochen Kral, "Bei einer Radtour hatten wir die Gelegenheit, eine solche Star Route live zu erleben und bauliche Lösungen vor Ort zu besichtigen."

Den Haag geht neben dem hohen Ausbaustandard noch einen Schritt weiter und hat seine Straßen in zwei Netze aufgeteilt, die einerseits dem Auto und andererseits dem Fahrrad den Vorrang geben.

Der Vorsitzende der Kleinen Kommission Radverkehr, Ratsherr Christian Rütz: "In Den Haag wird der Gedanke durchgehender Routen konsequent umgesetzt, gleichzeitig wird die Radinfrastruktur kontinuierlich evaluiert und verbessert. Beides ist für uns ein Vorbild. Auch in den Niederlanden gibt es, ähnlich wie bei uns, bei vielen Maßnahmen im Innenstadtbereich Debatten um entfallende Stellplätze und eine veränderte Aufteilung des öffentlichen Raums. Hier haben wir einen interessanten Austausch dazu geführt, wie im Zuge von Radverkehrsmaßnahmen das Stellplatzangebot im privaten Raum optimiert und der Nutzen von Straßenraumumgestaltungen besser gegenüber den Verkehrsteilnehmenden, Anliegern und Gewerbetreibenden kommuniziert werden kann."

"Bei der Radverkehrsförderung und dem Ausbau der Radinfrastruktur hat Den Haag einen riesigen Vorsprung und ist daher bekanntermaßen ein Vorbild", betont Jochen Kral. "Unsere niederländischen Kollegen arbeiten bereits seit rund 40 Jahren am Ausbau der Radinfrastruktur und entsprechend inspirierend ist der Austausch."

Den Haag verfügt darüber hinaus über mehrere Fahrradparkhäuser im Stadtgebiet. Die Delegation besuchte unter anderem Den Haags größtes  Fahrradparkhaus mit 8.000 Abstellplätzen am Hauptbahnhof.

"Mit steigendem Radverkehrsanteil und einer entsprechend hohen Fahrraddichte im Verkehr wird deutlich, dass es neben gut ausgebauten Radwegen auch neue Lösungen für das Fahrradparken geben muss“, erläutert Florian Reeh, Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement.

Auf der Rückreise wurde noch ein Stopp in Utrecht eingelegt, wo das Fahrrad mit einem Radverkehrsanteil von 51 Prozent bereits das Hauptverkehrsmittel ist. Entsprechend dimensioniert sind dort auch die Fahrradabstellanlagen. Mit 12.500 Fahrradabstellplätzen befindet sich das größte Fahrradparkhaus der Welt am Hauptbahnhof von Utrecht. Daneben gibt es dort aber noch weitere Abstellanlagen am Bahnhof - insgesamt finden dort 30.000 Räder Platz. Utrecht Centraal ist der wichtigste Eisenbahnknotenpunkt der Niederlande.

"Für moderne Mobilität in boomenden Großstädten ist das Fahrrad die perfekte Lösung. Die Niederländer machen uns vor, wie Verkehrsplanung geht. 50 Prozent Radverkehrsanteil in Utrecht - welch ein Vorbild. Fahrt hin und schaut!", sagte Matthias Arkenstette vom ADFC.

Die Niederlande und Düsseldorf pflegen den regelmäßigen Austausch im Hinblick auf die Verkehrsplanung. So war beispielsweise bereits 2018 eine Delegation aus Den Haag in Düsseldorf um sich über den Stadtbahnbau zu informieren. Es gab einen Erfahrungsaustausch zum erfolgreich realisierten Bau der Wehrhahnlinie. Zum Radverkehr gab es bereits 2019 einen Austausch in Düsseldorf mit den Experten aus Den Haag.

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