Überflutungsnachweis nach DIN 1986-100

Für große Grundstücke mit einer an den Kanal angeschlossenen, abflusswirksamen Fläche von mehr als 800 ist ein Überflutungsnachweis durchzuführen. Ziel dieses Nachweises ist es, die schadlose Überflutung des Grundstücks bei einem mindestens 30jährigen Regenereignis sicherzustellen. Die ermittelte zurückzuhaltende Regenwassermenge soll als Planungsgrundlage für Regenrückhalteräume genutzt werden.
Die zurückzuhaltende Regenwassermenge ist mit folgender Formel zu berechnen (Gleichung 20 der DIN 1986-100:2016):

VRück = (r(D,30) • Ages - (r(D,2) • ADach • Cs,Dach + r(D,2) • AFaG • Cs,FaG)) • (D • 60/(10.000 • 1.000))

Ages    gesamte befestigte Fläche des Grundstücks in
D        kürzeste maßgebende Regendauer, in der Regel ist D = 5 min
ADach   gesamte Gebäudefläche auf dem Grundstück in
AFaG    gesamte befestigte Fläche außerhalb von Gebäuden auf dem Grundstück in
Cs       Spitzenabflusswerte (gemäß DIN 1986-100; Tabelle 9)

Die benötigten Regenspenden r(D,x) sind der Tabelle KOSTRA-DWD 2010R zu entnehmen.

Beispiel:

Lage des Grundstücks                       Düsseldorf Stadtmitte
KOSTRA-Raster                                  08-052
Maßgebende Regendauer                 D=5 min
Größe des gesamten Grundstücks  1500

Befestigte Flächen und Abflussbeiwerte
Dachflächen ADach                               350 mit CS,Dach=1,0 (Flachdach aus Metall)
Hoffläche AFaG                                     600 mit CS,FaG=0,9 (Betonsteinpflaster)
Gesamte befestigte Fläche               950
r(D,2)=209 l•s/ha
r(D,30)=433 l•s/ha

VRück=(433 • 950 - (209 • 350 • 1 + 209 • 600 • 0,9)) • (5 • 60/(10.000 • 1.000))
VRück=6,76

Auf dem Grundstück muss ein Rückhalteraum größer 6,76 nachgewiesen werden.