Häufig gestellte Fragen

Was ist Umgebungslärm?

Als Umgebungslärm gelten belästigende und gesundheitsschädliche Geräusche im Freien, die überwiegend vom Verkehr verursacht werden.

Die ebenfalls als Umgebungslärm betrachteten Geräusche aus Industrie und Gewerbe haben in Düsseldorf eher lokale Auswirkungen und können durch den Vollzug von bestehenden Immissionsschutzvorschriften bewältigt werden.

Welche Lärmarten gehören nicht zum Umgebungslärm?

Zu den Lärmarten, die nicht als Umgebungslärm zählen, gehören Nachbarschaftslärm (z. B. aus privaten Feiern), Schiffslärm, Baulärm sowie Freizeit- und Sportlärm.

Was ist das Ziel der Umgebungslärmrichtlinie?

Ziel der EU-Umgebungslärmrichtlinie ist es, die Lärmsituation für die betroffenen Menschen durch die Aufstellung und Umsetzung von Lärmaktionsplänen zu verbessern.

Wo erhalte ich Informationen zur Umgebungslärmrichtlinie?

Auf der Website des Umweltbundesamtes erhalten Sie ausführliche Informationen zur EU-Umgebungslärmrichtlinie.

Wurden mit der Umgebungslärmrichtlinie Grenzwerte eingeführt?

Nein. Richt- oder Grenzwerte sind bereits für diverse Lärmarten durch andere Regelungen festgelegt wie beispielsweise die TA Lärm für Industrie- und Gewerbeanlagen oder 16. BImSchV für Straßen- und Schienenwege. Die Umgebungslärmrichtlinie selbst ging mit einer Änderung des Bundes - Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) in deutsches Recht über. Der sechste Teil des BImSchG „Lärmminderungsplanung” umfasst nun die Paragrafen 47a bis 47f und beinhaltet – neben Anwendungsbereich und Begriffsbestimmungen – Aussagen zu Zuständigkeiten, Zeiträumen und Anforderungen an Lärmkarten und Lärmaktionspläne.

Werden in allen Bereichen, bei denen die Auslösewerte überschritten werden, Maßnahmen durchgeführt?

Dort, wo die Auslösewerte überschritten sind, hat die zuständige Behörde (hier: Stadtverwaltung) Lärmminderungsmaßnahmen zu prüfen. Wenn die große Zahl von Lärmbrennpunkten es unmöglich macht oder finanzielle und oder technische Gründe es nicht zulassen, kann die Behörde Prioritäten festlegen. Gerade in Großstädten mit ihren vielfältigen Lärmproblemen ist deren Bekämpfung eine langfristige Aufgabe.

Habe ich einen Anspruch auf Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen?

EG-Umgebungslärm-Richtlinie und das Bundesimmissionsschutzgesetz verpflichten die zuständigen Stellen, hier: Stadtverwaltung Düsseldorf, zur fristgerechten Aufstellung eines Lärmaktionsplans. Dieser hat den in den oben genannten Vorschriften festgelegten Kriterien zu entsprechen. Eine Verpflichtung zur Umsetzung von Maßnahmen ist rechtlich nicht ausgesprochen. Es liegt in der Verantwortung der jeweilig für den Verkehrsweg zuständigen Behörde, ob die im Lärmaktionsplan festgelegten Maßnahmen umgesetzt werden.

Wie aus den in den letzten Jahren bereits realisierten Aktivitäten erkennbar, nimmt die Stadt Düsseldorf die Aufgaben der Lärmbekämpfung mit hohem Einsatz wahr.

Was ist eine Lärmkartierung?

Bei der Lärmkartierung wird die Lärmbelastung rechnerisch erfasst und auf einer Stadtkarte abgebildet. Die Lärmkarten selbst bilden die Geräusche aus unterschiedlichen Quellen ab.

Die Lärmkartierung bildet die Grundlage für die Lärmaktionsplanung.

Warum wird im Rahmen der Lärmkartierung gerechnet und nicht gemessen?

Lärmmessungen unterliegen naturgemäß Schwankungen und lassen keinen Blick in die Zukunft zu. Gerade bei der Lärmkartierung müssen jedoch vergleichbare Kriterien zugrunde liegen, um eine fachgerechte Beurteilung einzelner Lärmbelastungen möglich zu machen. Beispielsweise führen unterschiedliche Messstandorte oder Einwirkungen durch Faktoren wie Witterung, Fremdgeräusche, Jahres- oder Ferienzeiten zu unterschiedlichen, schwankungsbedingten Messergebnissen. Diese Probleme können durch Lärmberechnungen vermieden werden.

Werden alle Straßen, Schienenstrecken, Flughäfen, Industrieflächen und Häfen bei der Kartierung berücksichtigt?

Lärmkarten werden getrennt für die verschiedenen Lärmarten (Straßenverkehr, Schienenverkehr, Luftverkehr, Industrie) erstellt. Lärmkarten zeigen anhand von farblichen Flächen gleicher Lärmklassen, sogenannten Isophonen, die Höhe der Lärmbelastungen für abgestufte Pegelbereiche.

Für das Stadtgebiet Düsseldorf liegt eine aktuelle, flächendeckende Untersuchung für alle relevanten Umgebungslärmquellen vor.

Warum wird der Umgebungslärm nicht in einer Gesamtlärmkarte zusammengefasst?

Aus methodischen Gründen ist die Herstellung einer Gesamtlärmkarte mittels Berechnungen bisher nicht möglich. Um dennoch vorhandene Mehrfachbelastungen zu berücksichtigen, wird hilfsweise auf Ansätze zurückgegriffen, um entsprechende Gebiete ausfindig zu machen und dafür angemessene Lösungen zu entwickeln.

Warum gibt es zwei Lärmkarten für den Schienenverkehr?

Dies liegt an den unterschiedlichen Zuständigkeiten: Für den überregionalen und regionalen Eisenbahnverkehr sowie Güterzüge der DB AG ist das Eisenbahnbundesamt zuständig. Die Landeshauptstadt Düsseldorf ist für Straßen- und Stadtbahnen sowie sonstige Schienenwege zuständig.

Was unterscheidet die Begriffe Lärmminderungsplanung und Lärmaktionsplanung?

Lärmminderungsplanung ist der ursprüngliche Sammelbegriff für die Geräuscherfassung, -analyse und Maßnahmenplanung. Mit der EG-Umgebungslärm-Richtlinie wurde der Begriff Lärmaktionsplan für das alle Umgebungslärmquellen umfassende Lärmschutzkonzept eingeführt.

Was ist ein Lärmaktionsplan?

Der Lärmaktionsplan stellt die strategische Grundlage für die Lärmbekämpfung in Düsseldorf dar. Er ist ein langfristig ausgerichtetes Lärmschutzkonzept, aus welchem anschließend konkrete ortsbezogene Maßnahmen abgeleitet werden.

Wer ist für die Aufstellung des Lärmaktionsplanes zuständig?

Die Lärmaktionsplanung ist in Nordrhein-Westfalen eine kommunale Aufgabe. Düsseldorf zählt zu den Ballungsräumen, für die gesamtstädtisch Lärmkarten und ein Lärmaktionsplan aufgestellt werden.

Für die Eisenbahnstrecken des Bundes wird vom Eisenbahnbundesamt ein eigener Lärmaktionsplan aufgestellt.

Wo finde ich den Lärmaktionsplan zum Flughafen Düsseldorf?

Die Auswirkungen von Großflughäfen wie dem in Düsseldorf sind von regionaler Dimension, die über die Stadtgrenzen weit hinausreichen. Die Lärmaktionsplanung ist in Nordrhein-Westfalen dagegen eine gemeindliche Aufgabe. Insofern stellen die Städte und Gemeinden, auf die der Flughafen einwirkt, in ihren Lärmaktionsplänen die örtlichen Belastungen dar, weisen auf Aktivitäten zur Entlastung hin und regen zusätzliche Punkte an. Einen gesonderten Lärmaktionsplan für den Flughafen Düsseldorf gibt es deshalb nicht.

Wo sollen Maßnahmen durchgeführt werden?

Grundsätzlich können auf dem gesamten Stadtgebiet Maßnahmen zur Lärmminderung festgesetzt werden. Schwerpunkte bilden selbstverständlich die Gebiete, bei denen der Umgebungslärm besonders hoch ist. An welchen Stellen dies der Fall ist, können Sie folgender Abbildung entnehmen: Lärmkartierung für Düsseldorf

Was sind Belastungsschwerpunkte?

Belastungsschwerpunkte, auch Lärmbrennpunkte genannt, bezeichnen die Orte, an denen die Auslösewerte der Lärmaktionsplanung überschritten sind und die eine hervorgehobene Priorität bei der Lärmbekämpfung genießen. Oftmals wirken an diesen Stellen mehrere Lärmquellen gemeinsam ein.

Grafik Ablauf der Lärmaktionsplanung
Grafik Ablauf der Lärmaktionsplanung

Wie ist der Ablauf der Lärmaktionsplanung?

So entsteht ein Lärmaktionsplan

Klicken Sie auf die Lupenfunktion, um sich den Ablauf der Lärmaktionsplanung vergrößert anzusehen.

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Inwieweit besteht eine Verpflichtung zur Umsetzung von Lärmminderungsmaßnahmen?

Die EU-Umgebungslärmrichtlinie fordert innerhalb bestimmter Fristen die Erarbeitung von Lärmkarten, die Aufstellung von Lärmaktionsplänen und die Information und Beteiligung der Öffentlichkeit. Eine Verpflichtung zur Umsetzung von wirksamen Maßnahmen ist damit nicht verbunden.

Welche grundsätzlichen Maßnahmen zur Lärmminderung gibt es?

Maßnahmen der Lärmminderungsplanung

Was bedeutet Lärmsanierung?

Der Begriff "Lärmsanierung" umfasst alle nachträglichen Maßnahmen zum Schutz gegen bereits bestehende Lärmquellen. Im Gegensatz zur "Lärmvorsorge", die zur Planung eines Straßenneubaus, Straßenum- oder ausbaus gehört, greift die Lärmsanierung dort, wo eine Lärmbelastung gewachsen ist und sich verfestigt hat, ohne dass eine bauliche Änderung des Verkehrsweges erfolgt. Dabei handelt es sich grundsätzlich um freiwillige Maßnahmen, für die meist nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

Wie läuft die Bürgerbeteiligung ab?

Interessierte Bürgerinnen und Bürger konnten vom 2. bis 29. März 2020 auf der Online-Plattform einzelne Maßnahmen bewerten, nach ihrer Wichtigkeit einstufen und auch eigene Vorschläge für verbesserten Lärmschutz abgeben.

Wann und wie lange kann ich mich beteiligen?

Die Online-Plattform war vom 02.03.– 29.03.2020 zur Teilnahme freigeschaltet.

Schriftliche Rückmeldungen zum Lärmaktionsplan III für Düsseldorf wurden auf dem Postweg oder per E-Mail an  laermaktionsplan@duesseldorf.de bis zum 29.03.2020 entgegengenommen.

Wer konnte mitmachen?

Mitmachen konnten alle, die in Düsseldorf wohnen, die dort ihren Firmensitz oder einen regelmäßigen Bezug zur Stadt haben.

Was passiert mit den Ergebnissen der Online-Beteiligung?

Die Ergebnisse der Online-Beteiligung werden durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Umweltamtes fachgerecht ausgewertet, im Lärmaktionsplan dokumentiert und für die weiteren Maßnahmenplanungen berücksichtigt.

Was passiert mit Vorschlägen, für die die Stadt Düsseldorf nicht zuständig ist?

Sollte die Stadt Düsseldorf (wie beispielsweise bei Fluglärm) nicht zuständig sein, werden die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger unmittelbar an die jeweilige zuständige Behörde weitergeleitet.

Werden alle Vorschläge und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger weitergeleitet?

Alle mitgeteilten Vorschläge werden gleichermaßen nach sachlichen und fachlichen Kriterien begutachtet.

Wo finde ich Informationen zu den sonstigen Lärmarten?

Im Umgebungslärm-Portal des Landes Nordrhein-Westfalen wird ein landesweites Lärmkataster aller Umgebungslärmarten bereitgestellt.

Informationen zu sonstigen Lärmarten finden Sie hier: Daten und Fakten zur Lärmbelastung

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    Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz

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