17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030

Die Agenda 2030 schafft die Grundlage dafür, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten. Das Kernstück der Agenda bildet ein ehrgeiziger Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (engl. Sustainable Development Goals, SDGs) mit seinen 169 Unterzielen. Die 17 SDGs berücksichtigen erstmals alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt, Wirtschaft – gleichermaßen. Die Agenda 2030 gilt für alle Staaten dieser Welt. Entwicklungsländer, Schwellenländer und Industriestaaten: Alle müssen ihren Beitrag leisten.

SDG 1: Armut in allen ihren Formen und überall beenden

Armut in allen ihren Formen und überall beenden

Im Jahr 2030 soll Armut in all ihren Ausprägungen beendet sein. Niemand soll mehr in extremer Armut leben müssen. Insbesondere gefährdeten oder verletzlichen Personengruppen soll ein Weg aus der Armut ermöglicht werden. Die Unterziele sind auch für Deutschland und die kommunale Ebene bedeutsam: Bis 2030 den Anteil der Männer, Frauen und Kinder jeden Alters, die in Armut nach der deutschen Definition leben, mindestens um die Hälfte zu senken.

Den Hunger beenden, Ernäh­rungs­sicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirt­schaft fördern

Für Ernährungssicherheit, bessere Ernährung und eine Welt ohne Hunger sind nachhaltige Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, wichtige Voraussetzungen. Das Ziel "Ernährungssicherheit" der Agenda 2030 soll bis 2030 erreicht werden – weltweit!

Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

Gesundheit ist ein Menschenrecht und so gehört es zu den erklärten Zielen der Agenda 2030, die Gesundheit aller Menschen zu verbessern. Dafür ist der Zugang zu Gesundheitseinrichtungen und Präventionsmaßnahmen auf kommunaler Ebene ebenso zentral, wie die Forschung und Entwicklung von Impfstoffen und Arzneimitteln durch übergeordnete Ebenen. Auch die Gesundheitsfinanzierung und die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften sind nötig, um die Gesundheit der Menschen durch eine bedarfsgerechte kommunale Gesundheitslandschaft zu verbessern.

Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewähr­leisten und Möglichkeiten lebens­langen Lernens für alle fördern

Bildung ist ein Menschenrecht. Sie ist entscheidend dafür, wie Menschen ihre Fähigkeiten entwickeln können und welche Ziele sie im Leben erreichen. Ziel der Agenda 2030 ist es, inklusive, gleichberechtigte, hochwertige und lebenslange Bildung für alle zu fördern, das berührt auch andere SDGs, etwa die Beseitigung von Ungleichheiten (SDG 10).

Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

Die Vereinten Nationen haben es sich zum Ziel gesetzt, alle Formen der Diskriminierung von Frauen und Mädchen überall auf der Welt zu beenden. Dazu gehört die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Außerdem gilt es, unbezahlte Pflege- und Hausarbeit durch Frauen innerhalb der Familie anzuerkennen und wertzuschätzen sowie die volle und wirksame Teilhabe und Chancengleichheit von Frauen im politischen, wirtschaftlichen und öffentlichen Leben zu sichern.

Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

Sauberes Wasser und angemessene Sanitäreinrichtungen sind für ein gesundes und menschenwürdiges Leben unerlässlich. Die Vereinten Nationen setzen sich dafür ein, allen Menschen Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen, die Wasserqualität weltweit zu verbessern und wasserverbundene Ökosysteme wie Berge, Wälder und Seen zu schützen.

Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern

Die heute genutzte Energie stammt zu großen Teilen aus fossilen, endlichen Quellen. Deren Verbrauch verursacht immense Schäden an der Umwelt. Die erzeugte Energie ist für viele Menschen unbezahlbar. Deshalb wollen die UN bis 2030 den allgemeinen Zugang zu bezahlbaren, verlässlichen und modernen Energiedienstleistungen sichern und den Anteil erneuerbarer Energie am globalen Energiemix stark erhöhen. Außerdem soll die weltweite Steigerungsrate der Energieeffizienz verdoppelt werden.

Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschafts­wachstum, produktive Vollbe­schäftigung und menschen­wür­dige Arbeit für alle fördern

Nur ein nachhaltiges Wirtschaftssystem wird Armut beseitigen, menschenwürdige Arbeit für alle sichern und gleichzeitig die Einhaltung der Planetaren Grenzen gewährleisten. Die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung ist nötig. Die Lebensbedingungen der Menschen sollen durch moderne Produktionsmethoden und Technologien verbessert werden. Es gilt, die Nutzung von Ressourcen für Konsum und Produktion weltweit effizienter und nachhaltiger zu gestalten, gute Arbeitsbedingungen zu schaffen und lokale Kultur und Produkte zu fördern.

 

Widerstandsfähige Infra­struk­tur aufbauen, breiten­wirks­ame und nach­haltige Indu­striali­sie­rung fördern und Inno­vationen unterstützen

Industrie, Innovation und Infrastruktur – drei Bereiche, die im Kern die Grundlage unseres wirtschaftlichen Zusammenlebens ausmachen – und die einander bedingen: ohne Innovationen keine Infrastruktur, ohne Infrastruktur keine Industrie. Das gilt auch für eine nachhaltigere Zukunft. Es geht um einen gleichberechtigten Zugang zur Infrastruktur, ebenso um den Einsatz von sauberen Technologien, die zu einer ressourcenschonenden Produktion führen.

Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

Ungleichheit und Diskriminierung zu reduzieren, ist ein Ziel der Agenda 2030. Die ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen soll ebenso bekämpft werden wie die ungleiche Verteilung von Chancen. Alle Menschen sollen an wirtschaftlichem Fortschritt, sozialen Errungenschaften und politischer Inklusion teilhaben, unabhängig von ihrem Einkommen, ihrem Geschlecht, ihrem Alter, ihrer Ethnizität, Herkunft oder Religion und unabhängig davon, ob sie eine Behinderung haben oder nicht.

Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten.

Städte, Gemeinden und Kreise sind Trägerinnen der Daseinsvorsorge. Die Herausforderungen, die Kommunalentwicklung und kommunales Management bewältigen müssen, lassen sich jedoch zunehmend nur sektorenübergreifend bewältigen: Klimawandel, demografische Entwicklung, Migration, Inklusion, Wohnraum, Verkehrssysteme, Umweltbelastungen, partizipative Stadtplanung und der Schutz vor Katastrophen. Vernetzte Strategien sind notwendig, um die nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene umzusetzen.

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

Das SDG 12 steht für die Förderung von nachhaltigen Konsum- und Produktionsweisen. Das heißt: unser wirtschaftliches Leben dauerhaft so zu organisieren, dass Konsum nicht zulasten von Umwelt und Menschen geht – weder hier vor Ort noch in anderen Ländern. Die natürlichen Ressourcen effizienter einsetzen, die Natur schützen, Menschenrechte und Sozialstandards achten und Handel fair gestalten – das sind die Herausforderungen.

Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

Der Schutz des globalen Klimas ist eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Das Ende 2015 in Paris verabschiedete UN-Klimaschutzabkommen setzt das internationale Ziel, den globalen Temperaturanstieg deutlich unter 2°C zu halten. Wird das nicht eingehalten, steigt die Gefahr unumkehrbarer Klimaänderungen, die Möglichkeiten von Menschen und Ökosystemen, sich an den Klimawandel anzupassen sinken. SDG 13 setzt auf internationale Kooperationen und lokale Umsetzungen, um die globale Bedrohung Klimawandel zu bekämpfen.

Ozeane, Meere und Meeres­res­sourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen

Die empfindlichen Ökosysteme der Meere sind durch Verschmutzung, Überfischung und Übersäuerung bedroht. Um sie zu schützen, muss die Müll- und Nährstoffbelastung verringert werden. Es gilt, die Meeres- und Küstenökosysteme nachhaltig zu bewirtschaften und Anstrengungen zum Stopp der Versauerung zu unternehmen, die Überfischung zu beenden und Kleinfischern den Zugang zu Meeresressourcen und Märkten zu erleichtern. Dafür setzt das SDG 14 Zielvorgaben, die teilweise schon vor 2030 erreicht werden sollen.

Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern

Um den Verlust der biologischen Vielfalt zu bekämpfen, braucht es viele verschiedene Strategien: Von nachhaltiger Waldbewirtschaftung bis zum Stopp der Wüstenbildung; vom Ende des Handels mit geschützten Pflanzen und Tieren bis zur Renaturierung der Bergökosysteme. Der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Landökosysteme unterstützten dabei auch die Ziele der Ernährungssicherung (SDG 2), der Wasserversorgung (SDG 6) oder der Bekämpfung des Klimawandels (SDG 13). Die Ziele sind ambitioniert und sollten teilweise bis 2020 umgesetzt worden sein.

Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern

Das SDG 16 zielt darauf ab, friedliche und inklusive Gesellschaften zu schaffen, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige Institutionen aufbauen. Es geht darum, jegliche Gewalt und gewaltbedingte Sterblichkeit deutlich zu verringern, vor allem auch Missbrauch und Ausbeutung von Kindern. Hierzu sollen die Rechtsstaatlichkeit gestärkt, illegale Finanz- und Waffenströme drastisch eingeschränkt, die organisierte Kriminalität bekämpft werden.

Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen

Für eine weltweite nachhaltige Entwicklung braucht es globale Partnerschaften. Sie sollen dabei helfen, finanzielle Ressourcen zu mobilisieren, den internationalen Wissensaustausch zu stärken, den Welthandel gerechter zu gestalten oder die Überschuldung armer Länder zu verringern. Multi-Akteurs-Partnerschaften sollen ausgebaut werden, um das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele in allen Staaten zu unterstützen.

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