Schwannstraße 3 / Kenndydamm 55

Anlass

Der Gebäudekomplex an der Schwannstraße 3, direkt am Kennedydamm, wird voraussichtlich noch bis zum Jahr 2021 vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz genutzt. Da aus mehreren Gründen eine Nachnutzung des Bestandes nicht in Frage kommt, haben sich die neuen Eigentümer entschlossen, für den verkehrsgünstig gelegenen, attraktiven Standort das Grundstück neu zu entwickeln und zunächst in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Düsseldorf ein qualitätssicherndes Verfahren durchzuführen. Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung hat dazu den Auslobungstext am 27.06.2018 beschlossen. Das Ergebnis dieses Wettbewerbes wird Grundlage für ein Bauleitplanverfahren sein.

Mit Beschluss am 14.11.2018 im Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung (APS) des Düsseldorfer Stadtrats wurde das Grundstück Kennedydamm 55 mit in den Geltungsbereich eines Bebauungsplans mit aufgenommen. Hierfür wurde ebenfalls ein qualitätssicherndes Verfahren für einen neuen Bürostandort durchgeführt.

Plangebiet

Das in etwa 10.700 große Plangebiet liegt am nordöstlichen Ende des Kennedydamms, kurz vor der Überquerung der Uerdinger Straße. Südlich der Plangebietsgrenze zweigt sich vom Kennedydamm die Schwannstraße ab. Das Umfeld des Plangebietes stellt sich als innenstadtnaher Bürostandort dar, der durch angrenzende Büro-, Wohn- und Mischgebiete ergänzt wird. Städtebaulich prägen große Solitärbauten das Gebiet, sodass die vorhandene Bebauung durch ihre Höhe und Stellung identitätsstiftend für das Quartier (z. B. L‘Oréal-Gebäude, Hilton-Hotel, SkyOffice) wirkt.

Das Gebiet rund um den Kennedydamm wurde in den 1960er Jahren nach dem Prinzip der dezentralen Konzentration als Entlastungszentrum für Arbeitsplätze und Firmenrepräsentanzen zur Innenstadt entwickelt. Noch heute zeichnet sich das Areal mit einzelnen Solitärbauten, die Firmen und Dienstleistungsunternehmen beherbergen, aus. Aufgrund einer Vielzahl neuer Projekte, wurde im November 2019 ein öffentlicher Workshop für das Gebiet westlich des Kennedydamms durchgeführt. Für eine geordnete und nachhaltige Gesamtentwicklung des gesamten Areals wurden Leitsätze zum Kennedydamm entwickelt.

Hier finden Sie weitere Information zum Workshopverfahren Kennedydamm.

Qualitätssicherndes Verfahren oder Wettbewerb

Für das erste qualitätssichernde Verfahren zur Schwannstraße 3 wurde im Jahr 2018 aus sechs Entwürfen von renommierten europäischen Architekturbüros der Entwurf des Architekturbüros Kohn Pedersen Fox ausgewählt. Bei der Ergebnisvorstellung im APS am 14.11.2018 wurde beschlossen, dass das sich anschließende Bauleitplanverfahren um das Grundstück Kennedydamm 55 erweitert werden soll. Aufgrund dieses Beschlusses wurde Ende 2019 ein Wettbewerbsverfahren für eben dieses Grundstück durchgeführt. Die ersten drei Preisträger des Verfahrens zur Schwannstraße 3 und ein weiteres Büro nahmen an dem Wettbewerb für das Grundstück Kennedydamm 55 teil. Als Sieger ging das Büro kadawittfeld hervor.

„Gateway“

Der Entwurf von Kohn Petersen Fox gliedert sich in ein Hochhaus mit Ausrichtung zum Kennedydamm umfasst von einem kleineren, drei- bis fünfgeschossigen L-förmigen Riegel. Die Vorteile dieser Sockelbebauung sind, dass ein sensibler Übergang zur bestehenden Bebauung an der Roßstraße geschaffen wird.Die Lage des Hochpunktes auf dem Planungsgebiet ist mit der längsten Fassade zum Kennedydamm und Rhein ausgerichtet. Um Höhe und optische Schlankheit zu erzeugen, ist die Nordansicht relativ schmal gehalten. Die Westseite ist als gebäudehohes Atrium gestaltet, welches als Schaufenster der Stadt, besonders für Besucher vom Flughafen und Messe kommend, einen markanten Eingangspunkt setzt. Die farbig gestalteten “meetingboxes” ragen als besondere raumgliedernde Elemente in das Atrium hinein.

Durch die Anordnung der Gebäude entstehen eine neue Wegeverbindung für Fußgänger zwischen Nordfriedhof und Schwannstraße, ein “Stadtbiotop”, das den Eingangsbereich im Norden strukturiert und als offene Grün- und Erholungsfläche geplant ist, ein zentraler Platz zwischen dem Hochhaus und der Sockelbebauung für das Gateway mit angrenzender gastronomischer Nutzung sowie Grünräume als Dachlandschaften, die als nutzbare Erweiterung des Arbeitsbereiches im Außenraum dienen.

„Twist“

Der Entwurf für das Grundstück Kennedydamm 55 von kadawittfeld zeichnet sich, im Kontrast zu den bestehenden scheibenförmigen Hochpunkten (L´Oréal, Gateway, Eclipse und Turm Schwannstrasse), die parallel zum Kennedydamm liegen, besonders dahingehend aus, dass seine Etagen sich von der Basis stufenweise nach oben drehen und auf diese Weise eine schlanke Silhouette bilden. Durch die Drehung der Etagen im mittleren Drittel des Turmes entsteht im Sockelbereich eine Staffelung der Geschosse im Süden. An diesen „Vorsprüngen“ werden begrünte Terrassen angelegt, die zum Verweilen einladen. Der Sockelbereich schirmt die rückseitige Wohnbebauung gegen den Straßenlärm ab und fungiert als Windbarriere. Die erhöhte „Rauigkeit“ der gedrehten Kubatur und ihre begrünten Oberflächen verhindern unangenehme Fallwinde und erhöhen die Aufenthaltsqualität im Erdgeschoss.

Bebauungsplan

Der nordöstliche Bereich des Kennedydamms ist durch die beiden Hochpunkte des  Loréal Gebäudes und dem im Bau befindlichen Bürogebäude „Eclipse“ bereits heute in besonderer Weise als Stadteingang vorgeprägt. Die Ergänzung durch die beiden Projekte Twist und Gateway nimmt auf diese Situation Bezug und soll im Rahmen der baurechtlichen Fassung eine neue stadträumliche Prägung entlang der Achse des Kennedydamms unterstützen.

Dabei sind die Ergebnisse aus dem Workshopverfahren zum Areal westlich des Kennedydamms ebenfalls heranzuziehen und für die Projekte Gateway und Twist weiterzuentwickeln und zu konkretisieren. Aufgrund der räumlichen Nähe ergeben sich ähnliche Frage- und Problemstellungen, wie zum Beispiel das Thema Nutzungsmischung und öffentliche Angebote zur Einbindung der neuen Hochhäuser in das Quartier.

In diesem Zusammenhang wird nicht nur die Machbarkeit der verkehrlichen Anbindung, sondern insbesondere die Ausrichtung auf den öffentlichen Nahverkehr bei der Implementierung neuer Arbeitsplatzangebote priorisiert nachzuweisen sein.

Als eine zielführende Maßnahme wird hierzu mindestens die Entwicklung einer Fuß- und Radfahrerbrücke über den Kennedydamm zur besseren Anbindung Richtung Straßenbahn und Rheinseite geprüft und ein innovatives Mobilitätskonzept durch die Projektpartner erwartet.

Eine erste Verschattungsstudie zeigt sowohl en Ist-Zustand als auch die Auswirkungen der beiden Hochpunkte, so wie sie zurzeit geplant sind.

Bürgerinnen und Bürger sind nun gefragt Ihre Anregungen zu den Planungen hervorzubringen. Diese werden gesammelt und in den Planungsprozess übernommen und behandelt.