Mobile Bildungsarbeit: Museumskoffer "Julo Levin und die Kinderzeichnungen"

Julo Levin und die Kinderzeichnungen

Museumskoffer:
Julo Levin und die Kinderzeichnungen

Die Kunstpädagogin Ina Scheffler hat zusammen mit Hildegard Jakobs von der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf im Jahr 2018 im Auftrag der Stiftung Monjau Levin einen besonderen Museumskoffer entwickelt. Die Arbeitsmaterialen enthalten Quellen, Fotos und Arbeitsaufträge. Ausgangspunkt sind 17 Kinderzeichnungen. Sie erzählen Lebensgeschichten und Geschichte. In ihnen verbergen sich die Erfahrungen unterschiedlicher Kinder und Jugendlicher in den Jahren der NS-Zeit. Alle haben mindestens eine Gemeinsamkeit: Sie besuchten die jüdische (Volks-)Schule in Düsseldorf.

Doch die Existenz dieser Kinderzeichnungen vermittelt noch mehr. Sie erzählt von Julo Levin, der 1933 als Künstler nicht mehr tätig sein durfte. Er wurde vom Kunstbetrieb ausgeschlossen – weil er Jude (ein „Nichtarier“) war. Er musste sich eine neue Existenz suchen. So wurde er Zeichenlehrer an der 1935 gegründeten jüdischen Schule in Düsseldorf. Kinderzeichnungen hatte er schon immer gesammelt. Jetzt kamen viele hunderte von jüdischen Kindern hinzu.

Die beigefügten Materialien (Kinderzeichnungen, Fotos, Karten, Gegenstände) bieten viele Möglichkeiten für Einstiege in die Bildungsarbeit: über eine reine Bildebene, über die Exponate, über die historischen Themen und die Lebensgeschichten. Wie ist es, die Heimat zu verlassen und in einem fremden Land ein neues Leben zu beginnen? Historische Übersichtstexte, biografische Texte und Dokumente und Interviewausschnitte zu den Kindern und Jugendlichen ermöglichen einen individuellen Zugang zu der Zeit des Nationalsozialismus in Düsseldorf. Gleichzeitig bieten die Kinderzeichnungen vielfältige kreative künstlerische Zugänge.

Gegen eine geringe Gebühr (30 Euro Leihgebühr, 50 Euro Pfand) kann der Museumskoffer ausgeliehen werden.

Anna Schlieck, M.A.
Telefon 0211 - 8922269
E-Mail: anna.schlieck@duesseldorf.de