Vollzeitpflege in Pflegefamilien

Kinder sollen grundsätzlich die Möglichkeit haben, in einem familiären Umfeld aufzuwachsen.
Ist dies in der eigenen Familie nicht möglich, bietet das Aufwachsen in einer anderen Familie Pflegekindern die Möglichkeit, frühere, zum Teil traumatische Erfahrungen zu verarbeiten und durch neue Erlebnisse und Beziehungserfahrungen zu ergänzen.

Ziel der Vollzeitpflege ist es, Pflegekindern emotionale Stabilität zu kontinuierlich verfügbaren Pflegepersonen und soziale Integration in die neue Familie zu ermöglichen. Dies ist eine zentrale Voraussetzung für selbstständige Lebensführung und die Verselbstständigung junger Menschen.

Vollzeitpflege kann eine zeitlich befristete Erziehungshilfe oder eine auf Dauer angelegte Lebensform bieten

  • Der Pflegekinderdienst informiert und berät Pflegeeltern und Verwandte, die Kinder in ihre Familie aufnehmen wollen.
  • Der Pflegekinderdienst bereitet Eltern, das Pflegekind, die Pflegeeltern u.a. auf die Vermittlung vor, gestaltet die Vermittlung kindgerecht aus, und leistet die Beratung und Begleitung der Pflegefamilie, des Pflegekindes und der Eltern zu den Zielen der Hilfeplanung.
  • Die Begleitung und altersgerechte Ausgestaltung regelmäßiger Kontakte der Eltern zum Kind dient dem Kontakterhalt, unterstützt die Integration des Pflegekindes in die Pflegefamilie und sichert zentrale biographische Zusammenhänge für das Kind zwischen zwei Familien.

Das Fachteam der Vollzeitpflege

  • Wolfgang Zilla

    0211 - 8995176

    E-Mail
  • Sabine Reichert

    0211 - 8995177

    E-Mail
  • Petra Kaschner-Petermann

    0211 - 8925963

    E-Mail
  • Tanja Daniela Held

    0211 - 8995263

    E-Mail
  • Astrid Koreneef

    0211 - 8993786

    E-Mail
  • Reinhilde Küster

    0211 - 8995165

    E-Mail

Angebotsformen der Vollzeitpflege in Pflegefamilien

Neben der grundlegenden Unterscheidungsmöglichkeit nach Dauer und Zielsetzung der Vollzeitpflege sind besondere Formen der Familienpflege herauszustellen:

Familiäre Bereitschaftsbetreuung

Die Familiäre Bereitschaftsbetreuung (FBB) ist ein zeitlich befristetes Angebot für Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 17 Jahren, die sich in Not- und Krisensituationen befinden.

Während dieser Zeit erhalten die Eltern z.B. ambulante Hilfen, damit deren familiäre Rahmenbedingungen so verändert werden, dass die Rückkehr des Kindes so schnell wie möglich erreicht werden kann.

Allerdings ist dies nicht immer möglich. Einige Kinder benötigen dann eine Pflegefamilie, in der sie dauerhaft leben können.

Mittelfristig angelegte Vollzeitpflege

für ältere Kinder und Jugendliche und Hilfe zur Verselbstständigung

Ältere Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können und bereits kurzfristig in stationärer Hilfe leben, können den Wunsch äußern, in einer Pflegefamilie leben zu wollen. Eine häufiger anzutreffende Konstellation ist, dass ältere Kinder oder Jugendliche aus der Krise heraus eigeninitiativ z.B. in der Familie von Freunden Aufnahme finden (siehe Netzwerkpflegefamilie). Selbstgesuchte Lösungen innerhalb der erweiterten Familie bei Großeltern und Verwandten (siehe Verwandtenpflegefamilie) kommen in der Praxis am häufigsten vor.

Ältere Jugendliche, die z.B. mit dem Erreichen der Volljährigkeit "Hilfe zur Verselbstständigung" durch die Pflegeeltern in der Pflegefamilie wünschen, sollen die Möglichkeit erhalten, in der Pflegefamilie zu verbleiben.

Voraussetzung ist, dass die Hilfe zur Verselbstständigung ggf. mit Unterstützung durch eine ambulante Hilfe durch die Pflegeperson geleistet werden kann, pädagogisch sinnvoll erscheint und alle Beteiligten dieser Planung zustimmen.
Das in diesen besonderen Beziehungen aufgebaute Vertrauen kann genutzt und fortgesetzt werden.

Pflegefamilie auf Dauer

Kinder sollen grundsätzlich die Möglichkeit haben, in einem familiären Umfeld aufzuwachsen. Pflegekinder erhalten die Möglichkeit, frühere, zum Teil traumatische Erfahrungen zu verarbeiten und durch neue Erlebnisse und Beziehungserfahrungen zu ergänzen.

Die Begleitung und altersgerechte Ausgestaltung regelmäßiger Kontakte der Eltern zum Kind dient dem Kontakterhalt, unterstützt die Integration des Pflegekindes in die Pflegefamilie und sichert zentrale biographische Zusammenhänge für das Kind zwischen zwei Familien.

Ziel der Vollzeitpflege auf Dauer ist es, Pflegekindern emotionale Stabilität und soziale Integration in die neue Familie zu ermöglichen.

Verwandten- und Netzwerkpflegefamilie

Viele Kinder und Jugendlichen werden befristet oder auf Dauer von Verwandten oder Menschen aus dem sozialen Umfeld in deren Familie aufgenommen.
Grundlage ist der Erhalt des sozialen Umfeldes, bestehender Bindungen oder Beziehungen des Kindes zu einer verwandten oder bekannten Person.

Verwandtenpflegepersonen engagieren sich, zumeist aus einem Gefühl der familiären und emotionalen Verbundenheit, für die Inpflegenahme eines bestimmten Kindes, das vorübergehend oder auf Dauer nicht in seiner Herkunftsfamilie leben kann.

Die Netzwerkpflege greift häufig dort, wo keine Verwandten zur Verfügung stehen, trotzdem eine private Lösung gesucht wird. Eine klassische Ausgangsituation, bei der auf Menschen im sozialen Umfeld zurück gegriffen wird ist, dass die eigentliche Bezugsperson des Kindes für eine begrenzte Zeit ausfällt, z. B. durch Erkrankung oder einem Krankenhausaufenthalt. Eine weitere, häufig anzutreffende Konstellation ist, dass ältere Kinder bzw. Jugendliche eigeninitiativ in der Familie von Freunden Aufnahme finden.

Vollzeitpflege in Gastfamilien für unbegleitete minderjährige Ausländer

Information für Interessenten, die darüber nachdenken, einen unbegleiteten minderjährigen Ausländer zur Vollzeitpflege in ihre Familie aufzunehmen.

Das Jugendamt Düsseldorf startete im Frühjahr 2016 die Anzeigenkampagne "Ich suche eine Gastfamilie".

Die Gastfamilie bietet bei guter Passung für einen jungen Flüchtling eine hervorragende Möglichkeit der ganzheitlichen Versorgung und Integration.

Jugendliche Flüchtlinge sind hinsichtlich ihrer Vorerfahrungen und ihrer unsicheren Lebenssituation einer Vielzahl besonderer Belastungen ausgesetzt.
Sie müssen ohne Unterstützung vertrauter Personen den Verlust ihrer Heimat und ihrer Familie bewältigen, ggf. traumatische Erlebnisse verarbeiten. Zudem wird Ihnen das Zurechtfinden in einem unbekannten soziokulturellen Kontext abverlangt.

Gleichzeitig sind sie aber auch einfach nur Jugendliche, die ihre spezifischen Entwicklungsaufgaben zu bewältigen haben. Sie befinden sich auf dem Weg in das Erwachsenenleben, haben Träume, Pläne und Ziele, die sich vor allem auf eine gute Ausbildung und Chance auf ein "gutes Leben" beziehen.

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