Wie wurden die sozialräumlichen Strukturen erfasst?

Wird die Sozialräumliche Gliederung regelmäßig fortgeschrieben?

Wie können vorhandene Datenbestände sozialräumlich ausgewertet werden?

Welche Wirkungen hat eine solche Sozialstrukturanalyse für die Planungen des Jugendamtes konkret?

Sozialräumlich auswertbare Dateien

Beim Amt für Statistik und Wahlen

  • Sozialhilfedatei
  • Einwohnerdatei
  • Schülerdatei
  • Gebäudedatei
  • Daten zur Arbeitslosigkeit und Beschäftigung

Beim Jugendamt

  • Daten zu den Hilfen zur Erziehung
  • Daten zur Jugendgerichtshilfe und Straftaten strafunmündiger Kinder
  • Daten zu Gewaltdelikten gegen Kinder
  • Daten des Bezirkssozialdienstes

Beim Gesundheitsamt

  • Daten der Schuleingangsuntersuchung

Die sozialräumliche Gliederung unterstützt den kleinräumigen Vergleich unterschiedlicher Datenbestände, seien es Sozialstrukturdaten, Interventionsdaten oder qualitative Kenntnisse. Dies ermöglicht eine detaillierte Einschätzung der Lebenslage der Bewohner in den verschiedenen Wohngebieten der Stadt.
Nicht nur die Planung und Umsetzung, sondern vor allem auch die Evaluation gezielter Sozialinterventionen in den einzelnen Sozialräumen wird erheblich verbessert.

Es wird auch möglich, den unterschiedlichen Versorgungsgrad verschiedener Regionen zu verdeutlichen, insbesondere Erreichbarkeit, Umfang und Qualität der sozialen Infrastruktur. Mit Hilfe einer Clusteranalyse ausgewählter Sozialdaten, war es in Düsseldorf zudem möglich, den Grad der sozialen Belastung der verschiedenen Sozialräume zu veranschaulichen und für Budgetierungsmodelle erfolgreich einzusetzen.

Je nach Planungsvorhaben können aus einzelnen, ähnlich strukturierten Sozialräumen größere Einheiten zusammengestellt werden oder Verknüpfungen zur bestehenden Stadtbezirksgliederung erfolgen.

Die Datenanalysen auf der Basis der Sozialräumlichen Gliederung wurden u.a. bereits für folgende Anwendungen genutzt:

  • Armutsberichte der Stadt Düsseldorf
  • Gesamtbericht über die Lage der Familien in Düsseldorf
  • Wohnungsmarktanalyse
  • Jugendhilfeplanung für den Bereich Hilfe zur Erziehung
  • Budgetierung im Bereich HzE (Einführung eines Sozialindikators)
  • Stellenverteilung des Bezirkssozialdienstes
  • Anträge auf Landesförderung u.a. für das Programm "Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf"
  • Auswahl sozialer Einrichtungen nach Standorten in sozial belasteten Gebieten (z.B. Sprachförderung und Schulsozialarbeit)

Die zusammengeführten Informationen können im Bereich der Jugendhilfe Fachleuten aus Verbänden und Initiativen zur Verfügung gestellt werden. Die Einigung auf nachvollziehbare Grenzen sozialräumlicher Zusammenhänge erleichtert Diskussionen, Absprachen und Zusammenarbeit in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Jugendhilfe.

Die Kenntnisse der Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen des Jugendamtes über sozialräumliche Strukturen fanden zudem Beachtung in anderen Ämtern und Arbeitsbereichen auch außerhalb der Stadtverwaltung.
Die Sozialräumliche Gliederung wurde inzwischen nachgefragt von Dienststellen der Schulverwaltung, des Amtes für soziale Sicherung und Integration, des Gesundheitsamtes, des Planungsamtes, des Wohnungsamtes, der Polizei, von Schulen, Universitäten und Fachhochschulen.

Zunehmend mehr Bereiche strukturieren ihre Daten nach sozialräumlichen Gesichtspunkten und erweitern die Anwendungsmöglichkeiten für alle Nutzer.
Durch die Nutzung der Gliederung ergaben sich bis heute so vielfältige neue Formen und Strukturen der Zusammenarbeit.

Wegweiser durch die Sozialräumliche Gliederung

Der folgende Text bietet zunächst eine Darstellung der, im Stadtgebiet der Landeshauptstadt Düsseldorf identifizierten Sozialräume, geordnet nach Stadtbezirken.
Stadtteilgrenzen werden von den Sozialräumen nur als Trennung akzeptiert, soweit es sich gleichzeitig um Stadtbezirksgrenzen handelt.

Jeder Sozialraum erhielt eine Kennziffer, die aus der Nummer des Stadtbezirkes und einer laufenden Nummerierung zusammengesetzt wurde. Ferner wurde jeder Sozialraum mit einem Arbeitsnamen versehen.

Beispiel Stadtbezirk 1:
Sozialraum 01 "Bahnhofsgegend" [Nummer des Stadtbezirks] 01 [lfd. Nummer]

Die Sozialräume erhielten des weiteren jeweils eine kurze Gebietskennzeichnung und wurden nach folgenden Strukturmerkmalen (diese Strukturierung orientiert sich an einem Vorschlag des Deutschen Instituts für Urbanistik, 1978 CI, S) beschrieben:

a) sozioökonomische Situation der Bevölkerung
b) Wohnsituation/Bebauungsstruktur
c) Familienstrukturen
d) Bildungssituation der Bevölkerung
e) Besonderheiten

Das Jugendamt hält ein Straßenverzeichnis vor, in dem jede Baublockseite der Düsseldorfer Gebietsgliederungsdatei mit einer Sozialraumangabe verknüpft wird. So ist es möglich, jeder Adresse den richtigen Sozialraum zuzuordnen.
In dieser Veröffentlichung werden lediglich wichtige Straßen aufgeführt, die die Lage des Sozialraums im Stadtgebiet kennzeichnen helfen.

Für Fragen und weitergehende Informationen

  • Telefon

    0211 - 8996032