Amphibienprojekt des Aquazoos wird ausgezeichnet

| Umwelt Kultur erstellt von Meissner, Valentina

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Rotaugenlaubfrösche

Zagros-Molche

Vietnamesischen Moosfrosch

Das Projektteam "Quaken für das Klima - die Zucht- und Schutzstation für Amphibien Düsseldorf" gemeinsam mit Dr. Jochen Reiter, Direktor des Aquazoos, und Bürgermeister Günter Karen-Jungen

Das Projektteam "Quaken für das Klima - die Zucht- und Schutzstation für Amphibien Düsseldorf"

Das Projekt "Quaken für das Klima" – die Zucht- und Schutzstation für Amphibien Düsseldorf des Aquazoo Löbbecke Museum Düsseldorf" wurde jetzt erneut als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt.

Das Projekt "Quaken für das Klima – die Zucht- und Schutzstation für Amphibien Düsseldorf des Aquazoo Löbbecke Museum Düsseldorf" wurde jetzt erneut als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt. Bereits 2015 war das Projekt erstmalig ausgezeichnet worden. Nun erfolgte erfreulicherweise die Wiederwahl zum UN-Dekade Projekt. Die Auszeichnung wurde durch Bürgermeister Günter Karen-Jungen im Namen der Geschäftsstelle der UN-Dekade am Mittwoch, 15. März, übergeben. Die Ehrung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen.

"Wir freuen uns sehr über die erneute Auszeichnung. Das ist nicht selbstverständlich. Unser Amphibienschutzprojekt ist eine echte Herzensangelegenheit. Nur wenige Menschen wissen, wie schlecht es um Geschöpfe wie Frösche, Kröten oder Salamander steht," sagte Dr. Jochen Reiter, Direktor des Aquazoo Löbbecke Museums.

Im Rahmen des Programms "Die Schöpfung bewahren - 30 Initiativen für den Klimaschutz in Düsseldorf" konnte 2008 ein in dieser Form einzigartiges Projekt ins Leben gerufen werden: "Düsseldorf schützt Arten vor dem Aussterben". Im Zuge der Umsetzung wurde die Zucht- und Schutzstation für Amphibien aufgebaut. Grundlage für die Umsetzung dieses Projektes war und ist das Know-how des Aquazoos. Viele Projekte, sowohl im natürlichen Habitat der Amphibien als auch in menschlicher Obhut, werden vom Aquazoo unterstützt und/oder selbst durchgeführt. Artenschutz kann auch im Kleinen, fern der Heimat der bedrohten Tiere stattfinden. So werden dort durch Erhaltungszuchten Arten vor der endgültigen Ausrottung bewahrt und über Generationen hinweg erhalten. Zuchterfolge tragen unter anderem dazu bei, dass das Wissen um die Biologie dieser Arten wächst und somit auch der gezielte Schutz vor Ort verbessert werden kann. Gewonnene Erkenntnisse werden dokumentiert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Zahlreiche erfolgreiche Erstzuchten seltener Arten machen Hoffnung für den Erhalt der bedrohten Amphibien. Es wird außerdem für ein besseres Image der Amphibien geworben und über diese faszinierende Tiergruppe informiert.

Seit 2008 züchtet der Aquazoo, als einziger Zoo Deutschlands, zum Beispiel den Vietnamesischen Moosfrosch (Theloderma corticale). Im Rahmen der Zucht wird zudem intensive Grundlagenforschung zur Fortpflanzungsbiologie dieser Art betrieben. Seit fast 20 Jahren werden im Aquazoo die besonders von der Werbeindustrie geliebten Rotaugenlaubfrösche (Agalychnis callidryas) gezüchtet. "Zudem sind wir sehr stolz auf unsere 2016 gelungene Nachzucht der Zagros-Molche (Neurergus kaiseri). Diese Molchart ist in der Natur leider sehr selten geworden, gilt als bedroht und als 'schönster Molch der Welt'", sagt Sandra Honigs, stellvertretende Direktorin und Leiterin der Zucht- und Schutzstation.

Aktuell ist das Gebäude des Aquazoos zwar noch bis zum 22. September 2017 für eine umfangreiche Sanierung geschlossen, die Arbeit des Amphibienprojektes geht aber weiter. In der neuen Ausstellung des Hauses wird es zukünftig einen eigenen Raum zum Thema "Artenschutz" geben. Dort werden Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt und die Amphibienkrise thematisiert. Amphibien brauchen weltweit Schutz und Hilfe – auch vor unserer Haustüre. Amphibienschutz bedeutet gleichzeitig Klimaschutz. Mit dem Projekt wird ein bedeutendes Zeichen für das Engagement für die biologische Vielfalt in Deutschland gesetzt. Dieser Einsatz hat die Juroren und Jurorinnen des UN-Dekade-Wettbewerbs beeindruckt. Das Amphibienprojekt erhält für die erneute Auszeichnung eine Urkunde und darf das Auszeichnungsschild weiterhin am Gebäude tragen. Der "Vielfalt-Baum", der symbolisch für die bunte Vielfalt und einzigartige Schönheit der Natur steht, steht weiterhin für den Einsatz, den das Projekt bereits seit 2008 zum Erhalt der biologischen Vielfalt leistet. Das Projekt wird auf der deutschen UN-Dekade-Webseite unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt.

Die Auszeichnung dient als Qualitätssiegel und macht den Beteiligten bewusst, dass ihr Einsatz für die lebendige Vielfalt Teil einer weltweiten Strategie ist. Möglichst viele Menschen sollen sich von diesen Aktivitäten begeistern lassen und die ausgezeichneten Projekte als Beispiel nehmen, selbst im Naturschutz aktiv zu werden.

Biologische Vielfalt ist alles, was zur Vielfalt der belebten Natur beiträgt: Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen, ihre Wechselwirkungen untereinander und zur Umwelt sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Lebensräume. Die natürliche Vielfalt zu schützen, bedeutet nicht nur, die Schönheit der Natur zu bewahren. Es bedeutet auch, die Grundlagen des Überlebens von uns allen zu sichern.

Die erneute Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt findet im Rahmen der Aktivitäten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt statt, die von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu strebt die deutsche UN-Dekade eine Förderung des gesellschaftlichen Bewusstseins in Deutschland an. Die Auszeichnung nachahmenswerter Projekte soll dazu beitragen und die Menschen zum Mitmachen bewegen.