"Goldsteins Traum. Von Düsseldorf ins gelobte Land - eine fotografische Annäherung"

| Kultur

Stellten die Ausstellung "Goldsteins Traum" in der Mahn- und Gedenkstätte vor: Das Kuratorenteam (v.l.) Hildegard Jakobs, Dr. Andrea Ditchen und Thomas Ullrich, Foto: Uwe Schaffmeister.

Im Hafen von Jaffa, um 1935, alle Fotos: Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte.

Herzl Street in Tel Aviv, 1942

Blick auf Haifa, um 1948

Am Strand von Tel Aviv, um 1936

"Ruhe! Synagoge", Tel Aviv, 1935

Tel Aviv, 1939

Flüchtlingsschiff "Tiger Hill" vor Tel Aviv, 1. September 1939

"Goldsteins Traum. Von Düsseldorf ins gelobte Land - eine fotografische Annäherung" heißt die neue Sonderausstellung, die ab sofort in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29, zu sehen ist.

"Goldsteins Traum. Von Düsseldorf ins gelobte Land - eine fotografische Annäherung" heißt die neue Sonderausstellung, die ab sofort und bis zum 13. Oktober in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29, zu sehen ist. Sie zeigt 99 Fotografien von Dr. Georg Goldstein. Die Schau ist in Kooperation mit dem Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte e. V. an der Universität Duisburg-Essen entstanden.

Der 1898 im damaligen Russland geborene Arzt Dr. Georg Goldstein ist gerade einmal vier Jahre deutscher Staatsbürger, als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kommen. Am 16. Januar 1934 wird seine Einbürgerung zurückgenommen. Dem seit 1930 in Düsseldorf praktizierenden Internisten wird auch die Kassenzulassung entzogen. Als "Staatenloser" ist er nun auf der Suche nach einer neuen Heimat. Als Zionist blickt er nach Palästina.

Georg Goldstein dokumentiert Berufliches und Privates gerne fotografisch. Das Medium der Fotografie fasziniert ihn. Auch seine Suche nach einer neuen Heimat hält er fotografisch fest. Dabei gelingen dem Autodidakten einige Aufnahmen von überraschend herausragender Qualität. Goldsteins Fotos zeigen den deutsch-jüdischen Blick auf das Leben und den Alltag in Palästina. Erst nur als Reisender, später als Bewohner des Landes dokumentiert er in privaten Fotos die Jahre bis zur Gründung des Staates Israel. Doch die politische Entwicklung macht ihn nicht glücklich. Ihm wird die wachsende Kluft zwischen seinem zionistischen Ideal und der Wirklichkeit des jüdischen Staates immer bewusster. Als Arzt beteiligt er sich an der Debatte um den richtigen Weg.

1953 kehrt er schließlich nach Düsseldorf zurück, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1980 lebt. Seine Fotosammlung mit 11.000 Negativen und 4.000 Schwarz-Weiß-Aufnahmen schenkt seine Frau Ilse dem Salomon Ludwig Steinheim-Institut.

Aus diesem reichen Foto- und Dokumentennachlass hat das Kuratorenteam aus Hildegard Jakobs und Dr. Andrea Ditchen von der Gedenkstätte sowie Thomas Ullrich vom Büro Ullrich 99 Fotografien ausgewählt, die als gerahmte Abzüge präsentiert werden. Ergänzt werden die Fotografien um Ausstellungstafeln, auf denen die Biografie Georg Goldsteins erläutert und mit Familienfotografien und Dokumenten illustriert wird. Digital bietet die Ausstellung zudem einen Einblick in Goldsteins frühe Fotografien aus seiner Düsseldorfer Zeit, unter anderem mit Bildern der Düsseldorfer Synagoge oder des Düsseldorfer Karnevals.

Die Ausstellung wird im Rahmen der Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr 2019 eröffnet und ist durch Unterstützung des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Nordrhein, dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf und des Förderkreises der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf realisiert worden.

Ein vielfältiges Rahmenprogramm
Zur Ausstellung bietet die Mahn- und Gedenkstätte ein vielfältiges Rahmenprogramm an:

Kostenlose Kuratorinnenführungen: An drei Dienstagabenden, am 4. Juni, 9. Juli, und 10. September, jeweils um 19 Uhr, gibt es kostenlose Kuratorinnenführungen durch die Sonderausstellung. Eine weitere öffentliche Führung durch die Ausstellung wird am 19. Juli um 15 Uhr im Rahmen des Internationalen Museumstages angeboten.

"Goldstein für die Mittagspause": An drei Freitagen, am 17. Mai, 19. Juli und 20. September, bieten die Kuratorinnen zudem in dem Format "Goldstein für die Mittagspause" jeweils um 13 Uhr eine dreißigminütige Kurzpräsentation zu Georg Goldstein und seinen Fotografien an. Auch hier ist die Teilnahme kostenlos.

Lesungen: Am Donnerstag, 11. April, 19 Uhr präsentieren die Autoren Hans-Peter Föhrding und Heinz Verfürth ihr Buch "Als die Juden nach Deutschland flohen. Ein vergessenes Kapitel der Nachkriegsgeschichte". Die Schauspieler Julia Dillmann und Jonathan Schimmer lesen am Dienstag, 2. Juli, 19 Uhr aus Gad Granachs Erinnerungen "Heimat los! Aus dem Leben eines jüdischen Emigranten". Zu beiden Lesungen ist der Eintritt frei.

Vortrag: Der Historiker, Judaist und Islamwissenschaftler Dr. Carsten Schliwski wird am Mittwoch, 9. Oktober, 19 Uhr, in einem Vortrag unter dem Titel "Ein Staat entsteht: Palästina/Israel 1930-1950" auf die historische Situation in Palästina/Israel eingehen, die Georg Goldstein vorfand und erlebte. Der Eintritt ist kostenlos.

Zu der Ausstellung wird im April zudem ein Katalog erscheinen, der viele der Fotografien ebenso wie ausführliche Informationen zu Georg Goldsteins Leben enthalten wird. Er kann in der Gedenkstätte zum Preis von 9,80 Euro erworben werden. Führungen für Gruppen können telefonisch unter der Rufnummer 0211-8996205 oder via E-Mail an nicole.merten@duesseldorf.de gebucht werden.