Faszination Film

In der Landeshauptstadt Düsseldorf ist die Begeisterung für das Medium Film groß. Neben dem von der Stadt betriebenen Filmmuseum mit eigenem Kino verfügt sie über eine vielfältige Kinolandschaft - vom Multiplex bis zum Open Air Kino. Mit dem regelmäßig vergebenen Helmut-Käutner-Preis werden herausragende Leistungen von Filmschaffenden gewürdigt. Im Herbst findet das beliebte KinderKinoFest statt und lädt Kinder und Jugendliche von vier bis 16 Jahren zum Schauen, Staunen und Mitmachen ein. In Flingern hat die Filmwerkstatt ihren Sitz. Der Verein hat sich die Förderung des filmischen Nachwuchses und der Medienkultur zur Aufgabe gemacht. Zwei Stiftungen widmen sich dem Medium Film: die Filmstiftung NRW und die Wenders-Stiftung.

Das Filmmuseum an der Schulstraße
Das Filmmuseum an der Schulstraße

Filmmuseum - die Schule des Sehens

Die Landeshauptstadt ist eine von nur fünf Städten in Deutschland, die über ein eigenes Ausstellungshaus in Sachen Film verfügen. Das  Filmmuseum an der Schulstraße versteht sich als "Schule des Sehens". Auch das Archivieren und Restaurieren historischer Filme gehört zu seinen Aufgaben. Parallel zur Dauerausstellung werden verschiedene Sonderausstellungen präsentiert, die sich berühmten Schauspielern, Regisseuren, wichtigen Erfindungen oder speziellen filmkulturellen Themen widmen. Das Kino Black Box, dessen Schwerpunkt auf der Filmgeschichte und Retrospektiven liegt, ist hier ebenso zu finden.

(Von links) Laudator Volker Schlöndorff, Helmut-Käutner-Preisträgerin Margarete von Trotta und Oberbürgermeister Thomas Geisel bei der Verleihung 2017, Foto: David Young.
(Von links) Laudator Volker Schlöndorff, Helmut-Käutner-Preisträgerin Margarete von Trotta und OB Geisel bei der Preisverleihung 2017, Foto: David Young.

Helmut-Käutner-Preis - der Filmpreis der Stadt

Die Landeshauptstadt vergibt auch einen eigenen Filmpreis. Der Helmut-Käutner-Preis wurde zur Erinnerung an den in Düsseldorf geborenen Regisseur Helmut Käutner, dessen Engagement und geistige Unabhängigkeit in einer Zeit der Unterdrückung als beispielhaft gelten können, benannt. Als einige seiner bedeutendsten Filme können "Des Teufels General" (1954/55), "Himmel ohne Sterne" (1955) oder "Der Hauptmann von Köpenick" (1956) genannt werden. Der Preis wird alle drei Jahre vom Rat der Stadt verliehen. Die Übergabe erfolgt durch die Oberbürgermeister im Rahmen eines "öffentlichen Aktes". Zuletzt erhielt die Regisseurin Margarethe von Trotta den Käutner-Preis im Jahr 2017.

Open-Air-Kino Vier Linden
Open-Air-Kino Vier Linden

Lebendige Kinoszene

Düsseldorf verfügt über eine lebendige Kinoszene. Neben dem kommunalen Kino Black Box gibt es die drei Multiplexe UFA-Palast, UCI Kinowelt und Cinestar sowie die Düsseldorfer Filmkunstkinos. Das  Filmprogramm ist vielfältig und reicht vom großen Blockbuster bis zum anspruchsvollen Filmkunstfilm. Im Sommer gibt es eine Auswahl verschiedener Freiluftkinos. Das größte davon ist das alltours Kino am Rheinufer, das in jedem Jahr zahlreiche Regisseure und Schauspieler als Gäste von Vorpremieren begrüßen kann und im gesamten Umland ein beachtetes Event ist. Aber auch am Rande des Südparks hat sich mit dem Open Air Kino Vier Linden ein kleines, aber feines Freiluftkino etabliert. Auch der Flughafen mit dem OpenAirportKino und die Filmwerkstatt Düsseldorf, die sich der Förderung des filmischen Nachwuchses  verschrieben hat, bieten unter anderem im Sommer Open-Air-Kino an. 

KinderKinoFest
Seit 30 Jahren ein Hit: Das KinderKinoFest im Herbst, Foto: Kikife.

Förderung des filmischen Nachwuchses

Die Medienkultur stärken durch die Förderung des filmischen Nachwuchses hat sich die Filmwerkstatt Düsseldorf in Flingern zur Aufgabe gemacht. Ein Höhepunkt für junge Filmfans ist auch das alljährlich seit drei Dekaden im Herbst stattfindende KinderKinoFest. Das Konzept basiert auf einer Kombination aus internationalem Filmprogramm und medienpädagogischen Begleitaktionen. Über 10.000 Besucherinnen und Besucher nehmen jährlich an dem einwöchigen Fest teil. Ausrichter ist - in Kooperation mit dem Jugendamt und dem Filmmuseum - das  LVR-Zentrum für Medien und Bildung. Dessen Angebot umfasst neben dem KinderKinoFest auch Service und Fortbildungsveranstaltungen für pädagogische Fachkräfte, die Unterstützung der 25 kommunalen Medienzentren im Rheinland, aktive Medienarbeit in medien- und kulturpädagogische Projekten sowie Angeboten für den offenen Ganztag in den Schulen. Zudem stellt es für Unterricht und außerschulische Bildung Medien bereit.

Wim und Donata Wenders bei der Düsseldorfer Premiere von "Palermo Shooting" im Cinema
Wim und Donata Wenders, Foto: Düsseldorfer Filmkunstkinos.

Stiftungen - dem Film gewidmet

In Düsseldorf hat auch die Film und Medien Stiftung NRW ihren Sitz. Mit einem jährlichen Förderbudget von 34 Millionen Euro eine der finanzstärksten Länderförderungen Deutschlands, hat sie das Ziel, die Film- und Medienkultur sowie die Film- und Medienwirtschaft in NRW zu fördern. Ebenfalls beheimatet in Düsseldorf ist die vom mehrfach Oscar-nominierten Filmemacher Wim Wenders und seiner Frau Donata gegründete Wenders-Stiftung. Ihr Ziel: das Gesamtwerk des gebürtigen Düsseldorfers zu pflegen, zu erhalten und der Allgemeinheit zugänglich zu machen, auch für Studienzwecke und wissenschaftlich Arbeiten. Die Stiftung vergibt zudem Stipendien an junge Filmemacher und Videokünstler, die mit neuen ästhetischen und technischen Mitteln unsere Bildsprache bereichern.