Coronavirus: Düsseldorf ist gut aufgestellt

Oberbürgermeister mahnt von Bezirksregierung bessere Informationen der Schulen an

Düsseldorf ist beim Coronavirus gut aufgestellt. Trotz der zahlreichen Informationen zum Coronavirus gibt es aber noch Unsicherheiten in der Bevölkerung. Angesichts eines ersten Falls an einer Düsseldorfer Schule, fragen sich viele Eltern, warum die Schulen nicht geschlossen werden. Aus Sicht des Düsseldorfer Gesundheitsamtes gibt es dazu aber zum jetzigen Zeitpunkt keine Veranlassung. Im Fall der Dieter-Forte-Gesamtschule sind 21 Kontaktpersonen vorsorglich unter Quarantäne gestellt worden. "Eine Schulschließung ist aus Warte des Gesundheitsamtes nicht angezeigt", stellt der Leiter des Düsseldorfer Gesundheitsamtes, Dr. Klaus Göbels, fest. Bei einer Informationsveranstaltung am Freitag, 6. März, informierten Gesundheitsamt und Schulverwaltung das Lehrpersonal, Eltern und die Schülerschaft über die aktuelle Lage und die notwendigen Maßnahmen.

In diesem Zusammenhang mahnt Oberbürgermeister Thomas Geisel eine Information der Bezirksregierung für die Schulleitungen an: "Die Bezirksregierung ist hier in der Pflicht, zur Beruhigung beizutragen. Ein Merkblatt zum richtigen Verhalten in der Schule wäre beispielsweise hilfreich." Außerdem bedauert der Oberbürgermeister, dass die Bezirksregierung trotz Einladung niemanden in den Krisenstab entsendet. "Ich habe selbst zweimal den Krisenstab geleitet und konnte mich von der guten Zusammenarbeit und der qualifizerten Arbeit, die dort geleistet wird, überzeugen. Ich würde es begrüßen, wenn sich die Bezirksregierung dort ebenfalls einbringen würde."

Quarantänestation wird jetzt hergerichtet
Die letzten Flüchtlinge haben heute die Unterkunft an der Blanckertzstraße verlassen. Sie wurden in andere Unterkünfte im Stadtgebiet verlegt, damit in der Unterkunft in Ludenberg eine Quarantänestation eingerichtet werden kann. Dort könnten Menschen vorübergehend aufgenommen werden, die wegen des Verdachts, sie könnten sich mit Corona angesteckt haben, oder bei denen das Virus bereits nachgewiesen wurde, nicht unter häusliche Quarantäne gestellt werden können. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn eine Quarantäne in der eigenen Wohnung nicht möglich ist, weil dort auch Menschen mit Vorerkrankungen leben, die auf keinen Fall angesteckt werden dürfen. Aber auch Menschen, die mit einem Coronavirus beispielsweise am Düsseldorfer Flughafen gestrandet sind, könnten dort vorübergehend eine Bleibe finden.

Hotline weiterhin stark gefragt
Die Landeshauptstadt Düsseldorf reagierte schnell auf das enorme Informationsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger. Bereits am Freitag, 28. Februar, nahm das Informationstelefon unter 0211-8996090 seine Arbeit auf. Es steht rund um die Uhr, auch am Wochenende, mit Auskünften zum Coronavirus zur Verfügung. Am ersten Wochenende wurden dort knapp 1.000 Anrufe beantwortet. Im Laufe der Woche erhielten rund 3.000 Anruferinnen Informationen zum Coronavirus. 570 Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern wurden am Freitag, 6. März, von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Informationstelefons bis 16 Uhr angenommen. Am Donnerstag, 5. März, wurden am Informationstelefon von 0 bis 24 Uhr insgesamt 715 Anrufe bearbeitet.

Wenn nötig, wurde am Informationstelefon auch abgeklärt, ob ein Test angezeigt ist. Wenn das der Fall war, wurde auch gleich ein Termin für das neu eingerichtete Diagnostikzentrum vergeben, das am vergangenen Montag (2. März) seinen Betrieb aufnahm. Heute (Stand 16 Uhr) wurden 23 Tests auf das Coronavirus (COVID-19) durchgeführt, fünf weitere Termine wurden für Samstag, 7. März, zu einen Test ins Diagnostikzentrum eingeladen. Das Diagnostikzentrum wird in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten betrieben. Dort wird ein Rachenabstrich vorgenommen, der eigentliche Test erfolgt dann in einem Labor. Das Ergebnis liegt in der Regel am nächsten Tag vor.

Bis Freitag, 6. März, gibt es in Düsseldorf drei Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Sie haben bisher keine oder nur leichte Krankheitssymptome und befinden sich in häuslicher Quarantäne. Insgesamt wurden 100 enge Kontaktpersonen ermittelt, die ebenfalls in häuslicher Quarantäne sind. Einige Firmen haben in Absprache mit dem Gesundheitsamt freiwillige Maßnahmen ergriffen, beispielsweise können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Zuhause aus arbeiten.

Zum Vergleich: Derzeit sind in Düsseldorf rund 200 Menschen an Influenza (echte Grippe) erkrankt. Davon werden 185 im Krankenhaus behandelt.

Freitag, 6. März 2020, 16:40 Uhr