Leitfaden für Veranstaltungen

Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmer

Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat am Mittwoch, 11. März 2020, eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen, in der Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmer - die gleichzeitig anwesend sind - generell untersagt werden. Die Allgemeinverfügung ist zunächst bis Mittwoch, 22. April, befristet, kann aber verlängert werden, wenn die Lage dies erfordert.

Veranstaltungen mit weniger als 1.000 erwarteten Teilnehmern

Für Veranstaltungen mit weniger als 1.000 erwarteten Teilnehmern hat das Landesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in seinem Erlass vom 10. März 2020 unter anderem ausgeführt: "Bei Veranstaltungen mit weniger als 1.000 erwarteten Besuchern /Teilnehmern ist – wie bisher – eine individuelle Einschätzung der Veranstaltung erforderlich, ob und welche infektionshygienischen Schutzmaßnahmen zu ergreifen sind."

Das Robert-Koch-Institut hat am 28. Februar 2020 einen Bewertungsleitfaden für Großveranstaltungen vorgestellt, anhand dessen Veranstaltungen individuell bewertet werden können. Anhand dieses Leitfadens können Veranstalter eine eigene Gesundheitsrisiko-Einschätzung ihrer geplanten Veranstaltung vornehmen und dies zur Basis ihrer verantwortlichen Entscheidung über eine Durchführung oder Absage der Veranstaltung machen. Darüber hinaus können Rückschlüsse gezogen werden, ob und unter welchen Rahmenbedingungen eine Veranstaltung durchgeführt werden kann und welche Maßnahmen im Sinne einer maximalen Prävention sinnvoll und angezeigt sind. Die Handlungsempfehlung und die Risikoeinschätzung richten sich insbesondere an Veranstalter von

  • Veranstaltungen in Versammlungsstätten
  • Veranstaltungen außerhalb von Versammlungsstätten
  • Betreiber von Räumlichkeiten, in denen Veranstaltungen stattfinden

Auf Basis der veranstaltungsindividuellen Gegebenheit ist jeder Veranstalter gehalten, eine eigene Risikoeinschätzung seiner Veranstaltung vorzunehmen. Als Hilfestellung bietet die Landeshauptstadt Düsseldorf zur Beurteilung der genannten Kriterien eine Checkliste an, die hilft, das Risikoprofil von Veranstaltungen zu bewerten. Der ermittelte Punktwert und die sich hieraus ergebende Risikokategorie ist eine grobe Entscheidungshilfe. Diese ersetzt jedoch nicht die notwendige individuelle Einzelfallbetrachtung unter Berücksichtigung aller Gesamtumstände und möglicher Maßnahmen zur Verringerung des Risikos.

Die Checkliste gilt vorrangig für Veranstaltungen mit öffentlichem Charakter. Die dabei erforderliche Bewertung der Veranstaltung hat unter verschiedenen Risikogesichtspunkten, die das Infektionsrisiko beeinflussen können, zu erfolgen, wie unter anderem:

  • Erwartete Anzahl der teilnehmenden Personen
  • Struktur des Aufenthalts und der örtlichen Gegebenheiten (Stehräume, Sitzplätze, besondere Enge, Halle, beengte Räume, Außengebiet, et cetera)
  • Erwartete Teilnahme von Personen aus Risikogebieten
  • Erwartete Teilnahme älteren Publikums und Personen mit chronischen Erkrankungen
  • Kontaktsituationen (enger Körperkontakt, Sitzreihen, Vielfalt an Gesprächspartnern, et cetera)

Folgende Möglichkeiten hat das Robert-Koch-Institut neben den allgemeinen Hygieneregeln für die Durchführung von Veranstaltungen veröffentlicht, um das Risiko einer Übertragung und großer beziehungsweise schwerer Folgeausbrüche zu verringern, wie zum Beispiel

  • Eine dem Infektionsrisiko angemessene Belüftung des Veranstaltungsortes
  • Aktive Information der Teilnehmer und Teilnehmerinnen über allgemeine Maßnahmen des Infektionsschutzes wie Händehygiene, Abstand halten oder Husten- und Schnupfenhygiene
  • Teilnehmerzahl begrenzen beziehungsweise reduzieren
  • Ausschluss von Personen mit akuten respiratorischen Symptomen
  • Eingangsscreening auf Risikoexposition und/oder Symptome
  • Auf enge Interaktion der Teilnehmenden verzichten

Davon unberührt bleiben die ordnungsbehördlichen Befugnisse der Landeshauptstadt Düsseldorf gemäß § 28 Infektionsschutzgesetz.

Checkliste für Veranstalter (Stand: 12. März 2020) PDF, 1,45 MB