Ausschreibungsverfahren Leuchtenberger Hof – landwirtschaftlicher Betrieb

Ausschreibungsverfahren Leuchtenberger Hof – landwirtschaftlicher Betrieb

Die Landeshauptstadt Düsseldorf plant die Bestellung eines Erbbaurechtes - vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Gemeindeorgane - der im Lageplan gekennzeichneten Grundstücksflächen zur Realisierung eines landwirtschaftlichen Betriebs. Es werden zudem landwirtschaftliche Nutzflächen im Rahmen eines Pachtvertrages vergeben. Im Vorfeld werden mittels des nachfolgend beschriebenen Verfahrens Landwirtinnen und Landwirte ermittelt, die unter Berücksichtigung der nachfolgenden Bedingungen mit Ihrem Nutzungskonzept überzeugen. Es gilt zu beachten, dass gegebenenfalls nach Start dieser Ausschreibung noch weitere Unterlagen veröffentlicht werden. Es wird daher dringend empfohlen, sich über den Stand der Veröffentlichung regelmäßig zu informieren.

Gemarkung Flur Flurstücke Fläche
Lohausen 19 128, 130 ca. 9.702 m2

Verfahrensbeschreibung | PDF-Datei 212 KB

Lageplan, Luftbild und Pachtflächen

Kurzbeschreibung

Kurzbeschreibung

Objektbeschreibung

Das Erbbaurechtsgrundstück, im beigefügten Lageplan grün markiert, befindet sich in Solitär/Stadtrandlage der Rheinauen im nördlichen Teil der Landeshauptstadt Düsseldorf Stadtteil Lohausen. Die Flächen in der Umgebung werden landwirtschaftlich genutzt bzw. dienen der Wohnnutzung.

Auf dem Erbbaurechtsgrundstück befindet sich der „Leuchtenberger Hof“. Es handelt sich hierbei um eines der ältesten Bauwerke der Stadt. Ursprünglich als Burg erbaut, wurde der Hof bis heute als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt. Die Hofanlage besteht aus mehreren Gebäuden, die ursprünglich von einem Wassergraben umgeben waren. Die heutigen Bauten wurden im 17. bis 19. Jahrhundert z.T. auf mittelalterlichen Grundmauern errichtet.

Bestandteile/Gebäude der Hofanlage:
Wohngebäude, Stallgebäude, Nebengebäude, Fahrzeughalle, Scheune, Scheune mit Garage

Die Hofanlage wurde wegen ihrer Bedeutung für das Landschaftsbild, ihrer historischen Bedeutung und des in Düsseldorf sonst kaum anzutreffenden Typs einer ehemals befestigten Hofanlage am 06.02.1985 gemäß § 3 DSchG in die Denkmalliste eingetragen, wobei die Gräben ebenfalls Teil des Denkmals sind. Alle Maßnahmen am Objekt bedürfen vor ihrer Ausführung der Abstimmung mit der Denkmalbehörde hinsichtlich ihrer Notwendigkeit und Ausführungsqualität sowie der schriftlichen Erlaubnis gemäß § 9 DSchG durch die Denkmalbehörde. Oberstes Gebot für jede Arbeit, die an einem Baudenkmal ausgeführt wird, ist eine qualitativ hochwertige Ausführung sowie die Verwendung ausgesuchter, werthaltiger Materialien, die der Qualität des Bauwerks und dem Gebot der Nachhaltigkeit gerecht werden.  Über die Summen der getätigten Aufwendungen zur Instandsetzung und Instandhaltung des Denkmals, die im zuvor abgestimmten Umfang dazu dienen, das Denkmal zu erhalten und sinnvoll zu nutzen, können sodann auf Antrag Bescheinigungen nach § 40 DSchG NW zur Vorlage beim zuständigen Finanzamt zur Erlangung von Steuervorteilen (erhöhte Abschreibung auch bei eigengenutzten Denkmalen) ausgestellt werden. Da Vorgängeranlagen des heutigen Hofes bis ins 14. Jahrhundert nachgewiesen werden können und mehrere Fundplätze in der näheren und weiteren Umgebung nahelegen, dass der Siedlungsraum bereits in der Jungsteinzeit kontinuierlich bewohnt war, wird die Gesamtanlage gem. § 29 Denkmalschutzgesetz als vermutetes Bodendenkmal angesehen und unterliegt somit den entsprechenden Regelungen. Jegliche Bodeneingriffe sind vorab mit der Unteren Denkmalbehörde abzustimmen.

Sonstige nicht bebaute Flächen für den landwirtschaftlichen Betrieb, die nicht im Erbbaurecht vergeben werden, sind im beigefügten Lageplan farblich markiert und werden über einen Pachtvertrag zu den üblichen Pachtkonditionen vergeben (siehe Unterpunkt Pachtflächen).

Das Objekt und die Flächen sind derzeit verpachtet. Besichtigungen des Gutshofes sind nur nach vorheriger Abstimmung mit dem Liegenschaftsamt möglich. Bei Besitzübergang werden die Flächen frei von jeglichen Miet- und Pachtverhältnissen übergeben. Soweit auf den Feldern die Fruchtfolge noch nicht abgeschlossen ist, wäre eine angemessene ortsübliche Entschädigung durch den obsiegenden Bieter an die bisherigen Pächter zu leisten.

Eine ÖPNV-Anbindung ist durch eine ca. 1 km entfernte Bushaltestelle der Linie 760 sowie durch eine ca. 4 km entfernte Straßenbahnhaltestelle der Linie U79 gegeben. Die Entfernung zum Stadtzentrum beträgt etwa 9 km. Geschäfte des täglichen Bedarfs sind ca. 3 km entfernt.

Für das Erbbaurechtsgrundstück ist kein rechtsverbindlicher Bebauungsplan vorhanden. Im Flächennutzungsplan ist die Fläche als Fläche für die Landwirtschaft ausgewiesen. Es liegt geringfügig in der Fluglärmschutzzone 2.

Der Leuchtenberger Hof befindet sich im Geltungsbereich des Landschaftsplanes und darin festgesetzten Landschaftsschutzgebiet D.2.2.2 „Rheinauen“. Bauliche Veränderungen an der Hofstelle oder Erweiterungen sind mit der unteren Naturschutzbehörde abzustimmen.

Stadtklima und Klimaanpassung: Gemäß den Planungshinweiskarten für die Tag- und Nachtsituation aus der aktuellen Klimaanalyse für die Landeshauptstadt Düsseldorf (2020) weist die Hofanlage tagsüber aufgrund des hohen Versiegelungsgrads nur eine mittlere bioklimatische Belastungssituation auf, nachts aufgrund des Kaltlufteinflusses der umgebenden Freiflächen eine günstige bioklimatische Situation. Klimaprojektionen aus dem städtischen Klimaanpassungskonzept KAKDUS (2017) zeigen, dass sich die zukünftige bioklimatische Belastung für die Hofanlage im Sommer auch ohne bauliche Veränderung tagsüber erhöhen wird. Unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes lässt sich eine Verbesserung der derzeitigen und zukünftigen Aufenthaltsqualität in den Außenbereichen der Hofanlage durch vergleichsweise einfache Maßnahmen wie das Verschatten von Freiflächen durch die Anpflanzung von Bäumen oder die Errichtung von baulichen Anlagen wie Sonnensegel, Markisen, offene Pavillons oder Pergolen erreichen.

Erwünscht sind unter Berücksichtigung der Vorgaben Konzepte für eine zukunftsträchtige landwirtschaftliche Nutzung. Dabei ist grundsätzlich jede Art von landwirtschaftlicher Nutzung denkbar. Aspekte des Naturschutzes und der Nachhaltigkeit sollen ebenso wie Klimaschutz Berücksichtigung finden. Sofern Tierhaltung Bestandteil des Konzeptes ist, wird auf artgerechte Tierhaltung Wert gelegt.
Ansprechen möchte die Stadt insbesondere junge Landwirtinnen und Landwirte, die sich eine Existenz aufbauen wollen, regionale Produkte und regionalen Vertrieb in den Vordergrund stellen sowie innovative Strategien und Ansätze verfolgen.
Der derzeitige Flächenschwerpunkt liegt auf Ackerbau, so dass eine intensive Viehhaltung nur eingeschränkt möglich ist.

 

Abgabefrist für die Konzeptbewerbung

Die Unterlagen / das Angebot für die Teilnahme am Verfahren müssen auf der Cloud

 

bis zum 15.05.2023 12 Uhr (6 Monate ab Veröffentlichung)

 

 

hochgeladen sein.

 

Die Zugangsdaten können bei Frau Peters per E-Mail angefordert werden.

 

Nach Ablauf dieser Frist eingehende Angebote sowie mündliche oder unvollständige Angebote und Angebote per E-Mail oder Fax werden nicht berücksichtigt.

 

Sofern die Landeshauptstadt Düsseldorf von der Option Gebrauch macht, eine zweite Bearbeitungsstufe durchzuführen, wird für die Einreichung der Unterlagen die weitere Abgabefrist im Verfahren bekannt gegeben.

Erbbauzins/Kaufpreis Gebäude

Der Buchwert der aufstehenden Gebäude beträgt 62.963,00 €. Dieser Betrag ist als Entschädigung für die Aufbauten vorzusehen.

Die Stadt Düsseldorf geht im Rahmen ihrer Wertbetrachtung von einem jährlichen Erbbauzins in Höhe von 3 % des Bodenwertes aus. Hieraus ergäbe sich eine jährliche Zahlung in Höhe von
ca. 13.817,46 €
(Bodenwert für 9.702 Grundstücksfläche: 460.582,00 €, wie folgt aufgeteilt:
 faktisches Bauland:
ca. 560 m2 * 610,00 €/m2 = 341.600,00 €
„besonderes Agrarland“:
ca. 6.657 m2 * 17,50 €/m2 = 116.497,50 €
„Wasser- und Uferflachen“:
ca. 2.485 m2 * 1,00 €/m2 = 2.485,00 €)

Dieser Erbbauzins dient der Orientierung und ist ausdrücklich keine Vorgabe.

 

 

Kontakt

  • Frau Peters

    Tel.: +49 211 89 23261

    E-Mail

  • Herr Ehring

    +49 211 8992365