Fragen und Antworten zum Thema Cybermobbing

Was ist Cybermobbing?

Der Begriff "Cyber-Mobbing" bezeichnet das absichtliche und über einen längeren Zeitraum anhaltende Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen, Belästigen oder Ausgrenzen anderer über digitale Medien.

Wo findet Cybermobbing statt?

Cyber-Mobbing findet vor allem über Smartphones und Instant- Messenger Apps (WhatsApp, Threema, Snapchat, …), in den sozialen Netzwerken oder in Videoportalen (wie YouTube oder MyVideo) statt.

Was ist das Besondere an Cybermobbing?

Cyber-Mobbing findet rund um die Uhr statt, also 24 Stunden am Tag. Die Belästigungen enden nicht nach der Schule, sondern sind jederzeit präsent.
Cyber-Mobbing erreicht ein großes Publikum und die Mobber agieren oft anonym. Im Internet veröffentlichte Gerüchte oder Beschimpfungen verbreiten sich sehr schnell vor einem großen Publikum.

Wie verbreitet ist Cybermobbing?

Es kann davon ausgegangen werden, dass bereits jeder vierte Jugendliche in NRW Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht hat.

Wie können Eltern ihr Kind unterstützen, wenn es belästigt wird?

Zunächst sollte es darum gehen, dem Opfer zu helfen und es zu unterstützen. Vorwürfe sind hier wenig hilfreich. Wichtig ist es, das Kind ernst zu nehmen und ihm nicht die Schuld für negative Online-Erfahrungen zu geben. Dann ist es wichtig, dafür Sorge zu tragen, dass die Diffamierungen im Netz gelöscht werden. Dies können entweder die Verantwortlichen selbst durchführen oder es kann durch direkte Meldung an die Seitenbetreiber getätigt werden.
Die Beweissicherung z. B. durch Screenshots ist als Beweissicherung immer sinnvoll.
Statt eines Handy- und Internetverbots sollten konkrete Tipps gegeben werden, wie sich Kinder und Jugendliche gegen Belästigungen wehren können.
Wenn die Belästigungen das Ausmaß einer beharrlichen Verfolgung annehmen oder eine gefährliche Drohung vorliegt, sollte die Polizei verständigt werden.
Präventiv wichtig ist das allgemeine Interesse an der Handy- und Internetnutzung des Kindes. Zudem ist eine Sensibilität und Aufmerksamkeit für mögliche Verhaltensänderungen des Kindes, vor allem im Zusammenhang mit den Handy- und Internetaktivitäten, von Nöten.

Wie können Schulen gegen Cyber-Mobbing vorbeugen?

Die schulische Prävention gegen Cybermobbing verläuft auf verschiedenen Ebenen, sollte möglichst früh und fortlaufend durchgeführt werden und gleicht in vielen Bereichen der allgemeinen Gewalt- und Mobbingprävention.

  • Das Selbstvertrauen und die Selbstwirksamkeit der Schülerinnen und Schüler stärken.
  • Soziale und kommunikative Kompetenzen vermitteln und den wertschätzenden Umgang untereinander fördern.
  • Die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler fördern. Schwerpunkte sollten die Förderung der Kritikfähigkeit und der Selbstregulatoin sein.
  • Eindeutige Regeln und Verhaltensvereinbarungen für die Handy- und Internetnutzung aufstellen.
  • Die Eltern über den Umgang mit den digitalen Medien, vor allem das Handy, informieren.

Was kann die Schule bei einem Cyber-Mobbing-Vorfall tun?

Wird ein Cyber-Mobbing-Vorfall innerhalb der Schule bekannt, so muss die Schule – die Schulleitung oder die Klassenlehrer– sofort reagieren.
Zunächst sind folgende Fragen abzuklären: Was genau ist vorgefallen?
Welche Personen sind beteiligt? Wie schwer ist das Delikt?
Nach dieser Klärung der Details müssen erzieherische und disziplinarische Maßnahmen von Seiten der Schule getroffen werden. Das Opfer von Cybermobbing muss unterstützt werden und die Eltern sollten informiert werden.
In besonders schlimmen Fällen sollte auch die Polizei eingeschaltet werden.

Gibt es in Deutschland ein Gesetz gegen Cybermobbing?

Ein gesondertes Gesetz gegen Cyber-Mobbing gibt es in Deutschland bisher nicht. Doch da auch das Internet kein rechtsfreier Raum ist, gelten auch hier die gleichen Gesetze wie offline.

Besonders in Betracht kommen hierbei die Paragrafen:

  • Recht am eigenen Bild (§ 22 Kunsturhebergesetz)
  • Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen (§ 201a Strafgesetzbuch)
  • Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes (§ 201 StGB)
  • Beleidigung (§ 185 StGB)
  • Üble Nachrede (§ 186 StGB)
  • Verleumdung (§ 187 StGB)
  • Nötigung (§ 240 StGB)
  • Bedrohung (§ 241 StGB)
  • Nachstellung (§ 238 StGB)
  • Gewaltdarstellung (§ 131 StGB)

Woran kann ich erkennen, dass jemand eventuell von Cybermobbing betroffen ist?

Betroffene von Cybermobbing zeigen sehr unterschiedliche Verhaltensweisen, doch sind Warnzeichen und Hinweise, vor allem in Bezug auf Verhaltensänderungen, meist feststellbar.
So kann dies ein plötzlicher Leistungsabfall sein, kein Interesse mehr am Hobby und Schulunlust, sowie der soziale Rückzug und der Wunsch allein zu sein.
Ebenso treten häufig körperliche Symptome wie plötzlich auftretende Kopf- und Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit sowie Müdigkeit oder Schlaflosigkeit auf.
Auch kann festgestellt werden, dass die Betroffenen nur noch wenig Interesse am Internet zeigen und sich aus sozialen Netzwerken zurückziehen.

Wo gibt es Hilfe?

Ansprechpartner bei Cyber-Mobbing können Online- oder Telefonberatungsstellen (s. Beratungsangebote bei Cybermobbing) und örtliche Beratungsstellen sein.
Ist das Cyber-Mobbing im schulischen Umfeld passiert, sollte die Schule informiert werden, da vor Ort pädagogisch eingegriffen werden kann.