Teaserbild Gewaltprävention

Gewaltprävention und – intervention – Schutz vor Gewalt

Den Schulen in Nordrhein-Westfalen ist es ein besonderes Anliegen, dass die Schülerinnen und Schüler vor Gewalt, sei es körperlich oder auch verbal, geschützt sind und zu einer konstruktiven und gewaltfreien Konfliktlösung befähigt werden. Daher wird in Nordrhein-Westfalen Gewaltprävention auf verschiedenen Ebenen betrieben und versucht, den unterschiedlichen Ausprägungen der Gewalt (körperliche, psychische, verbale Gewalt und Gewalt gegen Sachen) intensiv zu begegnen.
Besonderer Bedeutung kommen Maßnahmen zu, die die Sozialkompetenz der Schülerinnen und Schüler fördern und deren Selbstwertgefühl stärken. Die damit einhergehende Förderung der Empathiefähigkeit ist Grundlage für die Gewaltprävention.

Schulentwicklung – Haltung der Akzeptanz, Wertschätzung und des Respekts

Erziehung und Bildung in der Schule zielen auf die Entwicklung einer selbst- und sozialverantwortlichen Persönlichkeit der Kinder und Jugendlichen. Dazu bedarf es der breiten und kontinuierlichen Unterstützung und Zusammenarbeit aller, die an der Erziehung beteiligt sind.
Die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Institutionen wie Schulpsychologie, Jugendhilfe, Polizei, Kirchen und Vereinen ist dabei unerlässlich. Die verschiedenen Aktivitäten und Maßnahmen ergänzen einander und zielen auf die Entwicklung einer Schulkultur des friedlichen Miteinanders ab, einem Schulklima, das frei von Diskriminierung und Rassismus sowie jeder Form von Gewalt und geprägt von gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Unterstützung ist. Gewaltprävention kann nur dann nachhaltig wirken, wenn sie als Teil eines übergreifenden Schulentwicklungsprozesses verstanden wird. Am effektivsten sind Programme, die auf mehreren Ebenen ansetzen, weil sie damit verschiedene Risikofaktoren (für aggressives Verhalten) beeinflussen können.

Cybermobbing – Neue Herausforderung für die Schulen

Seit einigen Jahren hat nun die Gewalt in den Schulen, meist in Gestalt des Mobbings, einen neuen Ort gefunden, das Internet (Cyber). Das, was früher auf dem Schulhof oder im Freundeskreis geschah, spielt sich heute vor den Augen aller im virtuellen Raum ab: Beleidigende Kommentare auf Facebook oder bei WhatsApp, entwürdigende Videos auf YouTube, das Veröffentlichen und Weiterverschicken privater und intimer Fotos mit dem Ziel der Bloßstellung und vieles andere mehr.
Dieses sogenannte Cybermobbing ist gerade durch die anonyme Kommunikation und seine schnelle Verbreitung so einfach, aber umso gefährlicher. Das Mobbing hat sich verändert und eine neue Qualität bekommen. Die Täter bleiben dabei weitgehend anonym oder verwenden häufig eine falsche Identität. Die Opfer sind 24 Stunden lang den Beleidigungen, Ausgrenzungen und Hassattacken in aller Öffentlichkeit ausgesetzt und haben kein direktes Gegenüber mehr. Die Opfer fühlen sich hilflos. Die Folgen für die Betroffenen reichen von Ärger über Scham bis hin zu selbstverletzendem Verhalten, Depressionen und vereinzelt Suizid.
Langfristig müssen Maßnahmen gegen Cybermobbing und Unterstützungskonzepte für die Opfer Teil eines jeden gewaltpräventiven Gesamtkonzeptes an jeder einzelnen Schule sein.

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem FAQ hier.

Präventionsmaßnahmen – Förderung der Medienkompetenz und Kritikfähigkeit

Im Hinblick auf die Prävention von Cybergewalt in den Schulen Nordrhein-Westfalens gerät neben den bereits genannten Präventionsmaßnahmen die Medienkompetenzausbildung verstärkt in den Fokus der schulischen Bildung. Hierbei sind zum einen besonders die Aufklärung und Sensibilisierung über Gefahren, Risiken aber auch den Nutzen und die Chancen der digitalen Medien von Bedeutung. Zum anderen muss eine altersgerechte Medienerziehung in allen Schulen implementiert werden.
Medienkompetenz ist zu einer der wichtigsten Schlüsselqualifikationen geworden. Ergänzt werden muss diese allerdings um die Kompetenzbereiche Kritische Reflexion und Selbstregulation. Den Schulen in Nordrhein-Westfalen stehen ausgezeichnete medienpädagogische Projekte, Materialien und überzeugende Modellversuche zur Verfügung, die bereits in vielen Schulen umgesetzt werden.