Aktuelle Forschungsprojekte

Forschungsprojekt: "Verbrechensbekämpfung?"
Geschichte der Düsseldorfer Kriminalpolizei von der Weimarer Republik bis zum Ende der NS-Diktatur


Die Staatliche Kriminalpolizeileitstelle Düsseldorf war die größte kriminalpolizeiliche Organisationseinheit des nationalsozialistischen Staates. Ihre Beamten waren zuständig für den polizeilichen Zugriff auf das nördliche Rheinland sowie die ganze Provinz Westfalen; im Einzugsbereich lebten nahezu 10 Millionen Einwohner.
Die Eskalation der nationalsozialistischen Kriminalpolitik ist – insbesondere was die regionale Perspektive angeht – bisher außerordentlich schlecht erforscht. Dies ist schon deshalb verwunderlich, weil man die Opfer der Kriminalpolizei, Sinti, Homosexuelle, „Arbeitsscheue“, „Asoziale“, Bettler, Alkoholiker und Landstreicher, Zuhälter und Prostituierte, insgesamt auf mehr als 80.000 Personen schätzt, die selektiert, deportiert und während der in KZ vollstreckten „Vorbeugehaft“ starben. Zum anderen waren die leitenden Kriminalbeamten involviert in die Verbrechen in den Einsatzgruppen und Kommandos im besetzten Osten, deren Mordaktionen rund eine halbe Millionen Menschen zum Opfer fielen. Beteiligt daran waren Kriminalpolizisten aus dem gesamten Rhein-Ruhrgebiet.
Das längerfristig angesetzte Forschungsprojekt berücksichtigt diese regionalen wie auch internationalen Blickwinkel; sowohl die Behördenstruktur im rheinisch-westfälischen Industriegebiet sowie die biografischen Verläufe bis in den Holocaust in der Sowjetunion werden dabei analysiert. Das Projekt soll spätestens Mitte 2017 zu einem Abschluss kommen.

Stolpersteine in Düsseldorf

Ziel ist es, die Umsetzung des erinnerungskulturellen Kunstprojekts "Stolpersteine" wissenschaftlich und didaktisch zu begleiten. Das Projekt erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V. und dem Künstler Gunter Demnig.

Laufzeit: 2003-2016ff

Ergebnisse bisher:
Es wurden bis zum Frühjahr 2016 insgesamt 265 "Stolpersteine" in Düsseldorf verlegt und dokumentiert. Hierzu gibt es eine fortlaufend aktualisierte Wanderausstellung und eine umfassende (leider momentan vergriffene) zweisprachige (deutsch-englische) Buchpublikation (2012).

Projektleiterin:
Hildegard Jakobs

Abgeschlossene Forschungsprojekte


Die Deportation vom Güterbahnhof Düsseldorf Derendorf in das Ghetto Litzmannstadt/Lodz vom 27.10.1941

Ziel dieses Projekts war es, die erste Deportation aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf am 27. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt (Lodz) zu dokumentieren und die Lebenswege der 1003 Deportierten zu erforschen. Zahlreiche Archive und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland wurden konsultiert.

Laufzeit: 2004-2012

Ergebnisse:
Eine umfassende Buchpublikation (2010), eine CD-ROM mit 1.003 Biografien (2011) und ein Ausstellungskatalog (2012) wurden veröffentlicht; eine Wanderausstellung in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum Köln wurde 2011 erarbeitet.

Projektleiterinnen:
Angela Genger, Hildegard Jakobs

Foto des Mahnmals für die Opfer der Deportationen aus Düsseldorf.

 

Ort des Gedenkens
auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Derendorf

Ziel des Projekts war es, verschiedene Gedenkkonzepte in Erinnerung an die Deportationen aus Düsseldorf 1941 bis 1945 zu bündeln und zu einem Ort des Gedenkens im öffentlichen Raum zu gestalten.

Laufzeit: 2004-2012

Ergebnis:
Der Ort des Gedenkens wurde am 22. April 2012 eingeweiht.

Projektleiter/-innen:
Angela Genger, Hildegard Jakobs, Dr. Bastian Fleermann

Düsseldorfer Parlamentarier im Nationalsozialismus

Ausgangspunkt war eine Ratsanfrage aus dem Jahr 2005 zur Verfolgung Düsseldorfer Stadtverordneter der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Später wurde das Projekt auf alle Parlamentarier der Weimarer Republik mit Düsseldorf-Bezug ausgeweitet.

Laufzeit: 2007-2008

Ergebnisse:
Bis Ende 2008 wurden 662 Parlamentarier in einer Datenbank erfasst, zu 171 Parlamentariern wurde eine Kurzbiografie geschrieben. Die Kurzbiografien sind im OFFENEM ARCHIV der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf während der Öffnungszeiten frei zugänglich.

Projektleiter/-innen:
Angela Genger, Immo Schatzschneider

Räumliches Gedenkkonzept „Weg der Befreiung“

Ziel dieses Projektes war es, an die Befreiung Düsseldorfs vom Nationalsozialismus im April 1945 und an den Widerstand der Gruppe "Aktion Rheinland" um Dr. August Wiedenhofen, Aloys Odenthal, Franz Jürgens und anderen dauerhaft im Stadtbild zu erinnern.

Laufzeit: 2008-2011

Ergebnisse:
Eine längerfristige Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Architektur der Fachhochschule Düsseldorf, Frau Professor Tanja Kullack, erfolgte zwischen 2008 und 2009 und mündete in einer Ausstellung. Der historische Pfad "Weg der Befreiung", der aus 6 Stelen besteht und bis nach Mettmann führt, wurde am 17. April 2011 eingeweiht.

Projektleiter/-innen:
Hildegard Jakobs, Dr. Bastian Fleermann