Düsseldorf erinnert

Gedenken an die Novemberpogrome 1938

Unter den Vorzeichen der Corona-Pandemie ist auch das Gedenken an den Novemberpogrom in diesem Jahr eine besondere Herausforderung. Gemeinsam mit allen Partnerinnen und Partnern – der Evangelischen Kirche und der Katholischen Kirche in Düsseldorf, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Düsseldorf e.V. ebenso wie der Stadt – haben wir uns deshalb entschlossen, in diesem Jahr keinen ökumenischen Gedenkgang und keine Gedenkstunde im Rathaus durchzuführen.

Alle Akteure sind sich aber einig, dass das Gedenken an den Novemberpogrom nicht ersatzlos ausfallen darf. Gemeinsam haben wir daher ein pandemietaugliches Konzept aufgelegt, das in dezentraler Form das Gedenken in der Stadt mit einer Vielzahl von Aktionen unter dem Motto „Düsseldorf erinnert“ sichtbar machen wird.

 

Plakat Motiv 1
Plakat Motiv 1

Ab sofort: Plakataktion „Düsseldorf erinnert“

Mit zwei eindrücklichen Plakatmotiven erinnern wir ab sofort im Stadtgebiet an die Ereignisse des Novemberpogroms. „24 Stunden: 450 Überfälle, 70 Verletzte, 13 Tote“ fasst das erste Plakat die traurige Bilanz des Po­groms in Düsseldorf zusammen. Die Aussage der Zeitzeugin Hanna Zürndorfer auf dem zweiten Plakat führt vor Augen, was sich konkret dahinter für die betroffenen Menschen verbarg: „Sie rasten durchs Zimmer und zertrümmerten, zerschmetterten, zertrampelten alles.“ Ihr Zitat beschreibt die physische Zerstörung, aber auch das Zerbrechen jeglichen Sicherheits- und Heimatgefühls jüdischer Düsseldorferinnen und Düsseldorfer innerhalb dieser 24 Stunden.

Die Plakate werden in den Kirchen und der Stadtverwaltung, aber auch in einigen der stadtweiten City Lights zu sehen sein. Auch die Altstadtgemeinschaft hat bereits zugesagt, Plakate abzunehmen und unter den Mitgliedern zu verteilen.

Doch um zu zeigen, dass die Düsseldorfer Stadtgesellschaft heute an dieses Ereignis erinnert, bitten wir um Ihre aktive Teilnahme:

Machen Sie mit und hängen Sie ein Plakat in Ihr Fenster, Ihren Schaukasten, Ihr Geschäfts- oder Restaurantfenster, an Ihre Haustür oder das Schwarze Brett und machen Sie auf diese Weise sichtbar, dass Düsseldorf erinnert!

Beide Plakatmotive stehen auf dieser Website ab sofort zum Download und Selbstausdruck zur Verfügung.
Eines der Plakatmotive kann, im DIN-A3-Format gedruckt, im Haus der Kirche, im Maxhaus, in der Mahn- und Gedenkstätte und im Rathaus zu den üblichen Öffnungszeiten abgeholt werden.

 

Plakat Motiv 2
Plakat Motiv 2

28. Oktober bis 16. November 2020

Digitalaktion mit Zeitzeuginnen- und Zeitzeugenzitaten
„Es geschah in Düsseldorf“

Vom 28. Oktober bis zum 16. November wird täglich ein Beitrag mit Zitaten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen veröffentlicht, um die Ereignisse in Düsseldorf zu beleuchten. Der Zeitrahmen umfasst die historischen Ereignisse der Polenaktion am 28. Oktober 1938, das Attentat auf Ernst vom Rath am 7. November, den Pogrom am 9./10. November und schließlich die Deportation von 80 Düsseldorfern in das Konzentrationslager Dachau am 16. November 1938.

Die Aussagen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen beschreiben die jeweiligen Tagesereignisse und ihre Folgen, reflektieren aber auch den zunehmenden Verlust von Sicherheit und das Wachsen von Angst und Verzweiflung.

Die Digitalaktion „Es geschah in Düsseldorf“ ist als Hörbeitrag über die folgenden Social-Media-Plattformen zugänglich:

Wer die Beiträge gerne als täglichen Sondernewsletter zur Selbstlektüre erhalten möchte, kann sich unter gedenkstaette@duesseldorf.de dazu anmelden.

 

9. November 2020, 19 Uhr
Ökumenischer Gedenkgottesdienst, auch im Livestream

Für die Kirchen stellt der ökumenische Gedenkgottesdienst in Erinnerung an die Opfer des Pogroms ein ganz besonderes Anliegen dar. Unter Berücksichtigung der Regeln nach der aktuellen Coronaschutzverordnung wird er in der Johanneskirche stattfinden. Pater Elias H. Füllenbach O.P. wird die Predigt halten. Musikalisch wird der Gottesdienst von einem Ensemble der Akademie für Chor und Musiktheater an der Johanneskirche begleitet. Der Gottesdienst wird auch im Livestream unter www.johanneskirche.org/live übertragen.