Ab 04.09.2018 Ausstellung Die Körper der SS

4. September 2018 bis 27. Januar 2019
Ausstellung:
Die Körper der SS. Ideologie, Propaganda und Gewalt
  

„[…] wir wollen für Deutschland eine auf Jahrhunderte hinaus immer wieder ausgelesene Oberschicht, einen neuen Adel, der sich immer wieder aus den besten Söhnen und Töchtern unseres Volkes ergänzt, schaffen, einen Adel[,] der niemals alt wird, der in der Tradition und der Vergangenheit, soweit sie wertvoll ist, bis in die grauesten Jahrtausende zurückgeht und der für unser Volk ewig seine Jugend darstellt.“ (Heinrich Himmler, 1937)

Die SS verstand sich als Elite der nationalsozialistischen Bewegung und des gesamten deutschen Volkes. Ihr Anspruch einer „züchterischen“ Aufgabe bezog sich einerseits auf die Auswahl ihrer Mitglieder, andererseits auf die „Ausmerze“ all derer, die eines deutschen Volkes nordischer Rasse nicht würdig seien. Elitegedanken und Vernichtungswille paarten sich in diesem Anspruch auf verheerende Weise. Die Ideologie und Propaganda des Nationalsozialismus im Allgemeinen, noch stärker aber die Selbstinszenierung der SS war geprägt von Körperidealen und Körperbildern. Die SS sollte in körperlicher Hinsicht ebenso wie in ihrer geistigen Verfassung „hart“ und „stark“, soldatisch und kriegerisch sein. Athletische, aufrechte und große Körper, unbestritten „arische“ Abstammung, „nordische“ Physiognomie – das waren Kriterien, die ein SS-Mann in der sogenannten Rassemusterung ab 1934 nachweisen sollte. Auch die Partnerinnen von SS-Männern wurden einer rassischen Auswahl unterworfen: Ihre Aufgabe war es, den „nordischen Neuadel“, nach rassischen Kriterien wertvolle Kinder zu gebären. Nur nach entsprechender Begutachtung wurde eine Hochzeit von den SS-Stellen genehmigt.
Neben den Kult der rassischen Auslese trat die brutale Herabwürdigung und Tötung all derer, die von den Nationalsozialisten als Gegner des Regimes klassifiziert wurden. Propagandistische Abbildungen zeigten körperliche Merkmale, die Minderwertigkeit und fehlende Charakterstärke belegen sollten.

Die Wanderausstellung des Kreismuseums Wewelsburg stellt dieses Spannungsfeld von Propaganda und Gewalt, Selbstverständnis und „Ausmerze“ ausführlich dar. Sie nimmt zunächst die Ursprünge und Grundlagen nationalsozialistischer Körperbilder in den Blick, um dann das darüber hinausgehende Verständnis der SS und die Nachwirkung solch körperbetonter Ideologie in die rechte Szene der Gegenwart zu präsentieren.   

Eine Ausstellung des Kreismuseums Wewelsburg in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.   

Gedenkstätte: Forum, Julo-Levin-Raum und historischer Luftschutzkeller (nicht barrierefrei)
Eintritt frei
Öffnungszeiten: DiFr u. So 11–17 Uhr, Sa 13–17 Uhr, Mo geschlossen
     

Informationen

  • Adresse
    Mühlenstraße 29
    40213 Düsseldorf

  • Öffnungszeiten
    Di-Fr. u. So. 11 bis 17 Uhr
    Sa. 13 bis 17 Uhr
    Eintritt frei

  • Kontakt
    Tel. 0211 - 8996205
    E-Mail: gedenkstaette@duesseldorf.de

  • Verwaltung
    Mühlenstraße 6
    40213 Düsseldorf