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Kultur Verwaltung

Aquazoo Löbbecke Museum: Detaillierte Kosten liegen vor

Haupt- und Finanzausschuss ließ Beschlussvorlage in den Rat passieren


Text: Meissner, Valentina

Das Aquazoo Löbbecke Museum soll am 22. September nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wiedereröffnet werden. Der vom Stadtrat bewilligte Kostenrahmen von 18,8 Millionen Euro wird - wie bereits im Januar im Kulturausschuss angekündigt - wegen zusätzlich anfallender Kosten überschritten. Die nun im Detail vorliegenden, bezifferten Mehrkosten liegen bei 2.115.000 Euro. Die zusätzlichen Kosten fallen hauptsächlich in den Bereichen der Mess-Steuer-Regelungs-Technik (MSR-Technik), der Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie bei den Abdichtungsarbeiten an. Ein entsprechender Änderungsbeschluss wird nun den politischen Gremien vorgelegt. Am Montag, 27. März, hatte der Haupt- und Finanzausschuss die Beschlussvorlage in den Rat passieren lassen. Der Kulturausschuss wird das Thema am 30. März auf seiner Tagesordnung haben.

Kulturdezernent Hans-Georg Lohe: "Die zusätzlichen Kosten sind für notwenige Arbeiten dringend erforderlich, wie zum Beispiel im Bereich der MSR-Technik. Diese Anlage ist das Herzstück des Aquazoos. Sie regelt die gesamte Wassertechnik und ermöglicht, dass die Becken an die spezifischen empfindlichen Lebensanforderungen der Tiere angepasst werden können. Ein einwandfreies Funktionieren der Anlage ist Grundbedingung für den Betrieb des Aquazoos."

Trotz intensiver Planung und detaillierter Kostenberechnung zur Vorbereitung des Ausführungs- und Finanzierungsbeschlusses gab es während der Sanierung des sehr komplexen Gebäudes mit der sehr komplizierten Haustechnik Gegebenheiten, die sich auf Kosten und Termine auswirkten: Insbesondere in den Bereichen Heizung-, Lüftung-, Wasser- und MSR-Technik mussten immer wieder zusätzlich Komponenten ausgetauscht werden, die ursprünglich weiter verwendet werden sollten.

Durch die Mehrkosten würde die Höhe der Gesamtkosten für die Sanierung des Aquazoo Löbbecke Museum bei 20.915.000 Euro liegen.

Hauptgründe für die Mehrkosten
Insbesondere in dem Bereich der Mess-Steuer-Regelungs-Technik, der Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie der Abdichtungsarbeiten kam es zu vermehrten Kosten: So fielen im Bereich der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (MSR) aufgrund der nicht vollständigen Planung des beauftragten Ingenieurbüros zusätzliche Arbeiten an. Regressansprüche werden derzeit geprüft. Zudem konnten weitere Teile der Bestandsanlagen (Schaltschränke, Kabel, Ventile) nicht wie geplant wiederverwendet werden. Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, dass sämtliche Altverkabelungen und Schränke erneuert werden mussten. Ein externer Fachplaner bestätigte die Notwendigkeit dieser Arbeiten. Es wird zudem eine zusätzliche Lüftungsanlage für das Haibecken benötigt. Diese ist erforderlich, um die notwendigen Voraussetzungen für den Einzug der Tiere in das Becken zu schaffen. Nach Inbetriebnahme einiger Anlagen, die während der Bauzeit außer Betrieb gesetzt wurden, sind zudem verschiedene Bauteile ausgefallen und mussten repariert oder erneuert werden.

Zeitplan bis zur Wiedereröffnung
Bis auf die neuen Gehege für Papageitaucher und Pinguine ist das Landrevier vollständig. Die Salz- und Süßwasserreviere werden nach und nach in Betrieb genommen und eingerichtet.

Die Planung der Wassertechnik sah vor, dass die verschiedenen MSR-Bereiche (Messen-Steuern-Regeln) und Anlagen des Wasserreviers sowie Großanlagen des Landreviers zu gestaffelten Terminen in Betrieb genommen werden. Aufgrund der komplexen Zusammenhänge muss jedoch zur Einrichtung der Wassertechnik, in jedem Einzelbereich eine vollständige Gebäude- und MSR-Technik vorhanden sein. Vor Umzug der empfindlichen Aquarienbewohner in die neuen Becken müssen absolut stabile Lebensverhältnisse hergestellt sein.

Sämtliche Filteranlagen und Pumpen werden durch die MSR- und Gebäude-Technik gesteuert und sind ohne diese nicht zu betreiben. Die MSR besteht aus rund 3.000 Mess- und Regelpunkten, die die verschiedenen Anlagen ansteuern. Stimmen die technischen Voraussetzungen, können die Aquarien schrittweise vom Team des Aquazoo Löbbecke Museum eingerichtet werden.

Das Aquazoo Löbbecke Museum hat mit Unterstützung eines externen Beratungsbüros einen detaillierten Wiedereinrichtungsplan erstellt. Auf Grundlage des Planes wurde der Termin zur Wiederöffnung bestimmt, der 22. September.

Hintergrund
Den Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss zur Sanierung des Aquazoo Löbbecke Museum hat der Stadtrat am 11. Juli 2013 gefasst. Das Volumen: 12.880.000 Euro. In diesem Betrag ist eine Zuwendung des Freundeskreises Löbbecke-Museum und Aquazoo, Gesellschaft der Zoofreunde e.V. in Höhe von 1,8 Millionen Euro enthalten. Der Zoo wurde am 4. November 2013 für die Öffentlichkeit geschlossen, Beginn der Arbeit war im März 2014 - nach zum Teil europaweiter Auslagerung von 15 Prozent des Tierbestandes in andere Zoologische Einrichtungen und Baustelleneinrichtung mit Containerdorf für die Mitarbeiter zur Aufrechterhaltung des verbliebenen Tierbestandes. Der erste Änderungsbeschluss mit Mehrkosten von 2,62 Millionen Euro wurde am 25. Juni 2015 vom Stadtrat beschlossen, den zweiten Änderungsbeschluss fasste der Rat am 10. März 2016. Die bereitgestellten Mittel wurden von 15.500.000 Euro auf 18.800.000 Euro erhöht.

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