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Verkehr Stadtentwicklung

Baustart für die Verlängerung der Straßenbahntrasse der 701

Oberbürgermeister Thomas Geisel und Verkehrsdezernent Dr. Stephan Keller geben den Start zum Bau einer 2.000 Meter langen Trassenverlängerung frei


Text: Paulat, Volker

Baustart in Rath: Für die Erschließung des Entwicklungsgebietes an der Theodorstraße und des ISS Domes mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird jetzt die Trasse der Straßenbahnlinie 701 verlängert. Die neue, rund 2.000 Meter lange Straßenbahnstrecke wird Ende Dezember 2017 betriebsbereit sein. Der Linienbetrieb soll zum Fahrplanwechsel Anfang Januar 2018 aufgenommen werden. Die Kosten von rund 30 Millionen Euro werden komplett von der Landeshauptstadt Düsseldorf übernommen.

Oberbürgermeister Thomas Geisel und Verkehrsdezernent Dr. Stephan Keller haben am Donnerstag, 29. September, den Start für die Bauarbeiten frei gegeben. "Endlich ist es soweit! Anfang 2015 konnten die Grundstücksverhandlungen abgeschlossen werden und der Planfeststellungsbeschluss erlassen werden. Jetzt blicken wir nach vorne. Es ist gut, dass der ISS Dome und das Gewerbegebiet an der Theodorstraße bald an das Straßenbahnnetz angebunden sind. Das freut nicht nur die Fans der DEG", erklärte der Oberbürgermeister.

Die neue Straßenbahntrasse zweigt an der vorhandenen Gleisschleife am Bahnhof Rath aus dem bestehenden Streckennetz ab. Im weiteren Verlauf durchschneidet die Trasse den Platz der Wendeschleife und verläuft parallel zu den Gewerbebauten östlich der Wahlerstraße an der westlichen Seite der Kleingartenanlage entlang. An der Wahlerstraße quert die Straßenbahntrasse höhengleich das Anschlussgleis der Röhrenwerke der Firma Vallourec. Die Trasse verläuft im Abschnitt Wahlerstraße bis Am Hülserhof auf einem eigenen Gleiskörper in der Mitte der vier spurigen Theodorstraße. Im Knotenpunkt Theodorstraße, Am Hülserhof, Am Röhrenwerk schwenkt die Trasse nach Süden in die Wendeschleife der neuen Endhaltestelle ein. Die teilweise in der Straßenmitte vorhandene Bustrasse auf der Theodorstraße wird zurückgebaut. Die Trassenführung wurde laut Amt für Verkehrsmanagement so gewählt, dass die Eingriffe in die Privat- und Kleingartenfläche auf ein Minimum beschränkt werden konnten.

An der Strecke werden drei neue Haltestellen eingerichtet:

  • "Wahlerstraße" am Knotenpunkt Theodorstraße, Wahlerstraße mit Anschluss an die Einmündung Oberhausener Straße,
  • "ISS Dome" und
  • "Am Hülserhof" am Knotenpunkt Theodorstraße, Am Hülserhof, Am Röhrenwerk  nahe der neuen Wendeschleife.

Der vorhandene Haltepunkt "Rath-S" wird umgebaut und an den neuen Streckenverlauf angepasst.

Alle vorgenannten Haltestellen werden barrierefrei und unter Beachtung der "Gestaltungsstandards zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse mobilitätsbehinderter Menschen" gebaut. Für eine zügige Betriebsabwicklung bei Großveranstaltungen wird der Bahnsteig der Haltestelle am ISS Dome stadteinwärts eine Länge von 80 Metern erhalten. Dadurch wird der gleichzeitige Halt von zwei Straßenbahnzügen möglich. Die Länge der übrigen Haltestellen beträgt rund 60 Meter. Die Straßenbahntrasse wird überwiegend als Rasengleis angelegt. Lediglich in den Haltestellen, nahe der Wendeschleife und auf den Straßenkreuzungen wird ein geschlossener Gleiskörper gebaut.

Unter Berücksichtigung der im Landschaftspflegerischen Begleitplan formulierten Vermeidungs-, Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen sowie der Festlegung einer "externen" Ausgleichsfläche westlich des Rotthäuser Weges - nicht mehr benötigte Friedhofserweiterungsflächen Gerresheim - können Eingriffe in Natur und Landschaft ausgeglichen werden. Es werden 35 Baumneupflanzungen vorgenommen, die Baumverluste durch Bauarbeiten kompensieren.

Hintergrund: Planverfahren Verlängerung Trasse 701

Die Verlängerung der Linie 701 war bereits im 1. Nahverkehrsplan (NVP) der Stadt von 1997 als Planungsprojekt für die Zeit nach 2002 verankert. Der NVP hat eine Geltungsdauer von fünf Jahren. Ursprünglich war es noch unter Oberbürgermeister Joachim Erwin angestrebt worden, die Verlängerung der Straßenbahn zeitgleich oder -nah zur Inbetriebnahme des ISS-Dome zu realisieren. Den Planungsbeschluss hat der Stadtrat im Dezember 2005 gefasst. Ende September 2006 erfolgte die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens. Erst im August 2015 erfolgte der Planfeststellungsbeschluss. Das Verfahren dauerte so lange, weil die Grundstücksfragen nicht hinreichend vorgeklärt wurden und die Grundstücksverhandlungen sich infolge dessen langwierig hinzogen und Plananpassungen notwendig wurden. Erst Ende 2014/Anfang 2015 wurde in Verhandlungen unter Beteiligung von Oberbürgermeister Thomas Geisel der Verhandlungsknoten durchschlagen und der Planfeststellungsbeschluss konnte erlassen werden.

Der Planfeststellungsbeschluss für die Verlängerung der Linie 701 ist seit dem 7. August 2015 rechtskräftig. Im Verlauf des Planfeststellungsverfahrens hat sich für die Haltestelle Rath-S, aufgrund des vom Stadtrat beschlossenen Öffentliche-Personen-Nahverkehr-, Straßenbahn- und Stadtbahnnetz nach Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie (Vorlage 66/40/2012), eine andere Trassenvariante als im Planfeststellungsverfahren beantragt hervorgetan. Statt der beantragten Wendeschleife für die 701 soll eine Kehrgleisanlage für die Linie U71 erstellt werden. Das ehemalige Betriebskonzept sah noch ein Wenden der Straßenbahnlinie 701 (Einrichtungsfahrzeuge) vor. Gemäß aktuellem Konzept wird nur die Stadtbahnlinie (Zweirichtungsfahrzeuge) an der Haltestelle Rath-S wenden. Die aktuelle Trassenvariante bietet gegenüber der Wendeschleife Vorteile in Bezug auf Haltestellenlage und -qualität sowie Lärm- und Erschütterungsemissionen. Für diese geänderte Trassierung wird ein Deckblattverfahren bei der Bezirksregierung eingeleitet.

Vorbereitende Arbeiten wurden bereits im 1. Quartal 2016 in der vegetationsfreien Zeit ausgeführt. Restarbeiten, wie zum Beispiel die Oberflächenherstellung des Rasengleises sowie die Straßenbauarbeiten in der Schleife Westfalenstraße, werden im Anschluss zur Inbetriebnahme der Gleistrasse durchgeführt.

Daten und Fakten

  • rund 25.000 Kubikmeter Erdarbeiten
  • Einbau von  4.400 Meter Gleisen inklusive zwei Weichen, einem Gleiswechsel,  einer Gleiskreuzung sowie rund 4.200 Beton- und Holzschwellen
  • rund 15.000 Quadratmeter Gleisoberbau mit anschließender Begrünung (Rasengleis)
  • zehn Bahnsteigkanten inklusive der Zuwegungen
  • Bau von einem Betriebsgebäude und einem Unterwerk für die Stromversorgung der Bahn
  • rund 90 Fahrleitungsmaste sowie -fundamente
  • rund 4.400 Meter Fahrleitungsanlage
  • rund 62 Meter Gabionenwand (Lärmschutz)
  • rund 14.000 Meter Kabelschutzrohre
  • rund 1.650 Meter Drainage-/Entwässerungsrohre
  • rund 3.000 Meter Neuverlegung von Wasser- und Stromleitungen in zwei Kleingartenanlagen
  • Betriebstechnische Ausstattung der Haltestellen (Fahrgastunterstände,  Videoüberwachung, Telefonanlage, Beschilderung, Dynamische Fahrgastanzeigen)
  • Öffentliche Beleuchtung, Beschilderung, Markierung, Baumpflanzungen
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