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Verkehr

Bürgerbeteiligung zur Luegallee geht in die nächste Runde

Tempo 30 und Radfahrstreifen: Öffentlichkeit ist eingeladen, Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität auch während der laufenden Testphase zu bewerten


Erstellt:
Redaktion: Bieker, Manuel

Wie kann auf der Luegallee der Lärm entlang der Hauptverkehrsachse des linksrheinischen Stadtteils Oberkassel reduziert werden? Und wie entschärft man die Konflikte zwischen Fuß- und Radverkehr im Seitenraum der Straße? Im Rahmen einer von der Politik beschlossenen sechsmonatigen Testphase sollen Lösungsansätze gefunden werden, Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität auf der belebten Wohn-, Einkaufs- und Gastronomiemeile zwischen Belsenplatz und Luegplatz zu erhöhen. Seit dem offiziellen Beginn dieser Testphase am 9. Juni stehen dem Radverkehr deshalb in beide Richtungen auf der Luegallee auf den zuvor rechten Fahrspuren separate Radfahrstreifen zur Verfügung. Der Verkehr wird seitdem auf der rund ein Kilometer langen Strecke stadtein- wie stadtauswärts einspurig geführt. Parallel dazu gilt während der Testphase auf der Luegallee Tempo 30. Zudem ließ das für das Gesamtprojekt zuständige Amt für Verkehrsmanagement für den Lieferverkehr deutlich markierte Lade- und Lieferzonen einrichten.

Der Testphase vorangestellt und begleitend ist eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung. Umwelt- und Mobilitätsdezernent Jochen Kral betont: "Schließlich ist uns die Meinung der Verkehrsteilnehmenden, der Anwohnerschaft und der Geschäftsleute wichtig. Deshalb konnten und können Interessierte ihre Bewertungen zur Situation gleich drei Mal einbringen, das heißt vor, während und zum Abschluss der Testphase." Dies ist online oder per Post möglich.

Ergebnisse der Befragungen vor Beginn der Testphase
Die erste Befragung der Öffentlichkeit fand im Mai statt, somit wie vom Ordnungs- und Verkehrsausschuss in seiner Sitzung am 26. April 2023 beschlossen, vor Beginn der eigentlichen Testphase. Mit rund 1.000 Teilnehmenden war die Beteiligung sehr gut und es handelte sich hierbei um eine Vielzahl sehr ortskundiger Bürgerinnen und Bürger: 62 Prozent von ihnen gaben an, täglich auf der Luegallee unterwegs zu sein. Weitere 29 Prozent mindestens ein- bis zweimal in der Woche und nur neun Prozent seltener. Die Ergebnisse zeigen, dass sich mehr als 65 Prozent der Teilnehmenden auf der Luegallee vor der Testphase eher unsicher bis sehr unsicher fühlen. Die schlechtesten Noten für die Verkehrssicherheit auf der Luegalle gaben die Radfahrenden: 84 Prozent bewerteten die Verkehrssicherheit mit eher unsicher bis sehr unsicher.

Bei der Bewertung der Aufenthaltsqualität sah es ähnlich aus. Laut Ergebnissen der Verkehrslärmberechnung, die die Stadt im Herbst 2022 erhoben hatte, ist die Luegallee die am stärksten lärmbelastete Straße in Oberkassel. Die erste Online-Befragung zeigte, dass auch die subjektive Wahrnehmung der Anliegerinnen und Anlieger diese Ergebnisse bestätigen: Rund 64 Prozent der Teilnehmenden empfanden die Lärmbelastung auf der Luegallee vor der testweisen Einführung von Tempo 30 als eher hoch bis sehr hoch.

Neben der Online-Befragung gab es am 12. und 13. Mai einen Infostand auf dem Barbarossaplatz, der ebenfalls sehr gut besucht wurde. An den beiden Tagen informierten sich rund 600 Bürgerinnen und Bürger und tauschten sich mit dem Amt für Verkehrsmanagement aus. Gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf (IHK) lud die Landeshauptstadt zudem die anliegenden Gewerbetreibenden zum Dialog ein. Dort wurde unter anderem über die geplanten Lade-/Lieferzonen gesprochen.

Start der Befragung während der Testphase ist am Freitag, 4. August
Anwohnende, Gewerbetreibende und Verkehrsteilnehmende auf der Luegallee können auch weiterhin wertvolle Hinweise zur Situation vor Ort geben. Anfang August startet dazu nun die zweite Online-Befragung, bei der sie nun erstmals die Situation nach Einrichtung der Radfahrstreifen und Einführung von Tempo 30 beurteilen können. Ergänzend zur Online-Befragung bietet die Verwaltung erneut die Möglichkeit an, sich in Präsenz am Samstag, 12. August, 9 bis 16 Uhr, an einem Infostand auf dem Barbarossaplatz über die Testphase zu informieren und sich dazu mit der Verkehrsplanung auszutauschen.

Und auch die Gewerbetreibende entlang der Luegallee wurden bereits zu einer weiteren Dialogveranstaltung am Montag, 7. August, eingeladen. Die zweite Online-Befragung für das Gewerbe startet ebenfalls Anfang August.

Interessierte finden weitere Infos und ab Freitag, 4. August, auch den Link zur nächsten Online-Befragung unter: www.duesseldorf.de/verkehrsmanagement

Neben der Bürgerbeteiligung wird die Testphase auch durch Verkehrszählungen begleitet. Vor der Markierung der Radstreifen auf den rechten Fahrspuren wurden mehr als 1.300 Radfahrende täglich auf der Luegallee gezählt. Seit dem 12. Juni wurden für die Testphase zwei neue Dauerzählstellen für den Radverkehr eingerichtet, mit dem Ergebnis in den ersten zwei Wochen von bis zu 3.100 Radfahrenden pro Tag. Mit Ferienbeginn sank die Zahl, ist aber insgesamt im Schnitt seit Beginn der Testphase auf täglich 2.200 Radfahrende gestiegen. Die aktuellen Zahlen zu den Dauerzählstellen sind im Internet abrufbar unter: www.duesseldorf.de/radschlag/fahrradzaehlstellen

Während der Testphase fand inzwischen mit der Rheinkirmes auf den Oberkasseler Rheinwiesen auch eine Großveranstaltung (14. bis 23. Juli) im Stadtteil statt. In enger Abstimmung mit der Polizei wurde der Verkehrsfluss auf der Luegallee beobachtet. Auch während dieser Ausnahmesituation führte die testweise eingerichtete Radspur im Vergleich zu den Vorjahren zu kaum einer Veränderung im Gesamtverkehr zur Kirmes und auch zu keiner Zunahme der Rückstauungen. Dafür sei der neue Radfahrstreifen intensiv genutzt worden um den Festplatz komfortabel zu erreichen.

"Die Erkenntnisse aus den Online-Befragungen – die letzte ist für Oktober geplant – sowie die Daten der Verkehrszählung werden mit Ende der Testphase der Politik im Ergebnis vorgestellt. Sie fließen in das übergreifende Planungs- und Beteiligungskonzept für die Luegallee und den Belsenplatz ein", erklärt Katharina Metzker, Leiterin des Amtes für Verkehrsmanagement.

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