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Bundesverdienstorden für vier Bürgerinnen und Bürger
Manfred Berg, Margarete Fengler, Ursula Kirchhof und Michaela Neubauer bewiesen außerordentliches Engagement
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Im Düsseldorfer Rathaus wurden am Montag, 24. November 2025, vier Bürgerinnen und Bürger mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Manfred Berg, Margarete Fengler und Ursula Kirchhof erhielten das Verdienstkreuz am Bande, Michaela Neubauer die Verdienstmedaille. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller hat den Geehrten die Auszeichnungen im Rahmen eines Empfangs im Jan-Wellem-Saal überreicht.
Auszug aus der Vorschlagsbegründung von Manfred Berg:
Manfred Berg hat durch sein langjähriges Engagement im sozialen Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Manfred Berg ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Bis zu seinem Renteneintritt war er Vertriebsdirektor bei der Deutschen Leasing in Bad Homburg.
Manfred Berg war von 2008 bis 2023 Mitglied und Senior-Coach bei den Wirtschaftssenioren NRW e. V. Der Verein besteht aus ehemaligen Führungskräften aus der Wirtschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Menschen ehrenamtlich auf dem Weg in die Selbständigkeit zu unterstützen. Darüber hinaus beraten die Wirtschaftssenioren NRW e. V. — gegen eine geringe Aufwandsentschädigung — kleine Unternehmen in wirtschaftlichen Notlagen. Der Verein arbeitet dabei satzungsgemäß nicht gewinnorientiert, sondern lediglich kostendeckend im Rahmen einer Pauschale. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei vor allem auf Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus. Auch ein mehrmonatiges Coaching von angehenden Selbständigen gehört zu dem umfangreichen Angebot der Wirtschaftssenioren NRW e. V.
Darüber hinaus umfasst das Aufgabenspektrum auch die Beratung von Menschen mit unrealistischen Plänen und Vorstellungen: In diesem Zusammenhang erhält der Verein auch Aufträge von Jobcentern. Diese wenden sich an den Verein, um eine realistische und fachkundige Einschätzung zu den von Arbeitsuchenden vorgeschlagenen Gründungsvorhaben zu bekommen. Mit großer Empathie und Sachkenntnis hat Manfred Berg in den vergangenen 15 Jahren einer Vielzahl von Menschen geholfen, die von Arbeitslosigkeit betroffen waren. Häufig ging das Engagement von Manfred Berg weit über eine nur auf die Beratung ausgerichtete Tätigkeit hinaus: Ein Beispiel dafür ist ein aus der Haft entlassener, arbeitsloser Mann, der ein Unternehmen gründen wollte. Als er wegen seiner biografischen Vorgeschichte Schwierigkeiten hatte, geeignete Räumlichkeiten für sein Vorhaben zu finden, hat Manfred Berg ihn über mehrere Monate intensiv und engagiert betreut, bis schließlich ein geeignetes Lokal gefunden werden konnte und die Gründung erfolgreich war.
Von den Kunden, aber auch von den Mitarbeitenden der Jobcenter wurde Manfred Berg als Ansprechpartner in besonderer Weise geschätzt. Häufig wurde seine Expertise explizit angefordert, da er den Gründerinnen und Gründern erfolgreich praxisnahe Hilfe und Unterstützung bieten konnte. Auch wegen seiner Empathie und seines freundlichen Auftretens war Manfred Berg besonders beliebt. Aus gesundheitlichen Gründen musste er seine beratenden Aktivitäten im Rahmen des Vereins 2023 beenden.
Darüber hinaus war Manfred Berg rund 24 Jahre bei der Diakonie Düsseldorf im Stammhaus Kaiserswerth engagiert. Dort übernahm er nach dem Tod seiner Mutter, die dort bis 1998 lebte, eine Gesangsrunde, die er bis 2023 weiterführte. Er schenkte den Seniorinnen und Senioren mindestens einmal pro Woche Zuwendung und Aufmerksamkeit, indem er mit ihnen am Klavier spielend Volkslieder sang, Lesungen durchführte und die betagten Menschen mit seinen Anekdoten erfreute.
Manfred Berg erhielt 2023 für sein Engagement in diesem Bereich das goldene Kronenkreuz der Diakonie Düsseldorf.
Auszug aus der Vorschlagsbegründung von Margarete Fengler:
Margarete Fengler hat durch ihr jahrelanges Engagement im sozialen Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Margarete Fengler ist verheiratet und Mutter von vier Kindern. Bis zu ihrem Renteneintritt 2005 war sie im Sozialtherapeutischen Dienst der Diakonie Düsseldorf tätig.
In der Zeit von 1973 bis 1990 leitete Margarete Fengler die "Grafenberg-Gruppe Robinson für Geriatrie" im LVR-Krankenhaus in Düsseldorf-Gerresheim, in der sich Frauen in vierzehntägigen wechselnden Besuchsdiensten ehrenamtlich um die Patienten kümmerten. In dieser Zeit wurden die Kinder der Betreuerinnen im Pfarrhaus von einer der teilnehmenden Mütter beaufsichtigt. Margarete Fengler trug dazu bei, die große Kluft zwischen der Stadtbevölkerung und einem psychiatrischen Krankenhaus zu überwinden.
Von 1986 bis 1990 übernahm Margarete Fengler die Leitung des "Altenclubs" an der "Apostelkirche", die sie sich später mit einer Co-Leiterin teilte. Zudem engagierte sie sich ehrenamtlich in der Sterbebegleitung verschiedener Gemeindemitglieder.
Darüber hinaus gründete Margarete Fengler die Gruppe "Mutter hat frei". Einmal in der Woche konnten Eltern ihre kleinen Kinder, die noch nicht oder gar nicht in den Kindergarten gingen, vormittags in dieser Gruppe abgeben.
Gegen Ende ihrer Berufstätigkeit bei der Diakonie in Düsseldorf gründete Margarete Fengler 2005 die Gruppe "EriK" (Essen reichen im Krankenhaus) in der Sana Klinik in Düsseldorf-Gerresheim, die sie bis heute leitet. Pflegebedürftige und insbesondere an Demenz Erkrankte erhalten durch geschulte Ehrenamtliche Hilfestellung beim Frühstück und Mittagessen von montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 9.30 Uhr und von 12 bis 13.30 Uhr. Der Einsatz erfolgt auf drei Stationen der Sana Klinik. Vom Pflegepersonal erhalten die Helfenden Informationen zum Hilfebedarf und zum Allgemeinbefinden der Patientinnen und Patienten. Die Helfenden ihrerseits dokumentieren Besonderheiten während der Mahlzeiten und geben diese an das Pflegepersonal weiter.
Im März 2020 musste das Angebot wegen des Corona-Ausbruchs eingestellt werden. Im Juni 2022 konnte "EriK" aber wieder starten und wurde durch das Angebot der ehrenamtlichen Seelsorge erweitert. Aktuell sind knapp zwölf Ehrenamtliche in der Gruppe organisiert, die die Patientinnen und Patienten, teils auch an Wochenenden und Feiertagen, beim Essen unterstützen.
Im November 2015 wurde Margarete Fengler mit dem Martinstaler der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet.
Auszug aus der Vorschlagsbegründung von Ursula Kirchhof:
Ursula Kirchhof hat durch ihr langjähriges Engagement im gesundheitlichen und gesellschaftlichen Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Ursula Kirchhof ist verheiratet und Mutter eines Sohnes.
Ursula Kirchhof engagiert sich seit 1999 für die Deutsche Herzstiftung als ehrenamtlich Beauftragte für die Region Düsseldorf. Die Deutsche Herzstiftung ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 1979 insbesondere mit der Aufklärung der Bevölkerung über Ursachen, Folgen und Behandlung von Herz-Kreislauf-Krankheiten beschäftigt und bundesweit Vorträge, Patientenseminare und andere Veranstaltungen für interessierte Bürgerinnen und Bürger, insbesondere auch Herzpatientinnen und -patienten, anbietet. Zu Ursula Kirchhofs Aufgaben zählt insbesondere die Organisation von Vortragsveranstaltungen zu Herz-Kreislauf-Themen für die interessierte Öffentlichkeit und insbesondere für betroffene Herzpatientinnen und -patienten. Speziell in den jährlich stattfindenden Herzwochen — aber auch außerhalb der bundesweiten Aufklärungskampagnen — bereitet sie sogenannte Herztage vor, wählt in Absprache mit den Referenten die Themen aus und gestaltet das Programm. Das "Düsseldorfer Kompetenznetz Herz", das sich der Verbesserung der Versorgung von Herzpatientinnen und -patienten und der Bevölkerungsaufklärung in der Landeshauptstadt widmet, wurde unter anderem von Ursula Kirchhof gemeinsam mit allen relevanten kardiologischen Kliniken und Praxen in Düsseldorf ins Leben gerufen. Dabei zeigte sie sich außerordentlich engagiert, indem sie unter anderem Veranstaltungen zusammen mit der Geschäftsstelle organisierte. Immer wieder initiiert Ursula Kirchhof Benefizaktionen zugunsten der Deutschen Herzstiftung und ihrer Kinderherzstiftung, wirbt Mitglieder und sammelt Spenden.
Zudem vertritt sie seit 2018 als Sprecherin der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Interessen von zurzeit 150 bundesweit jeweils in ihrer Region tätigen, ehrenamtlichen Beauftragten im Vorstand der Deutschen Herzstiftung. Sie ist Ansprechperson, Bindeglied und Mittlerin zwischen den Gremienmitgliedern, den Beauftragten und der Geschäftsstelle in Frankfurt am Main. Hierbei und bei allen anderen Tätigkeiten ist ein großer persönlicher Zeiteinsatz erforderlich. Ursula Kirchhof setzt sich unermüdlich für die Deutsche Herzstiftung ein und hat vielen Menschen in ihrer Region wertvolle Hilfe geben können.
Darüber hinaus hat Ursula Kirchhof im Jahre 2023 zum 1. Mai eine Tombola im Kloster-Innenhof des Maxhauses in der Düsseldorfer Altstadt organisiert, deren Erlös herzkranken Kindern zugutekam. Die von ihr akquirierten Sachspenden sammelte sie in ihrem Haus, bevor sie dann schließlich für einen Gesamterlös in Höhe von mehr als 6.200 Euro veräußert werden konnten.
Zusätzlich war Ursula Kirchhof von 2009 bis 2013 als Schöffin beim Landgericht Düsseldorf tätig. Auf Vorschlag der Landeshauptstadt Düsseldorf ist sie seit 2015 zur ehrenamtlichen Richterin beim Sozialgericht Düsseldorf berufen worden.
Auszug aus der Vorschlagsbegründung von Michaela Neubauer:
Michaela Neubauer ist seit 2009 im Verein "Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister München e. V." engagiert. Seit dieser Zeit unterstützt sie den Verein ehrenamtlich beim Gestalten der Broschüren, Flyer und Veröffentlichungen. Als gelernte Grafikerin entwirft sie diese, bereitet sie mit ihrer eigenen professionellen Software auf und veranlasst im Namen des Vereins den Druck. Michaela Neubauer ist zudem ehrenamtliches Mitglied im Redaktionsteam, welches unter anderem den "Wegbegleiter" (zweimal jährlich) veröffentlicht. Mittlerweile hat sie die Leitung des Redaktionsteams übernommen.
Die Begleitung von Trauernden und speziell von trauernden Eltern und Geschwistern stellt eine ganz besondere Herausforderung an die ehrenamtlich engagierten Menschen dar. Die Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit hat eine wichtige Funktion in diesem Verein übernommen — erst durch die professionelle Art der Kommunikation erfahren betroffene Eltern und Geschwister, dass eine Unterstützung überhaupt möglich ist. Die ehrenamtliche Arbeit von Michaela Neubauer ermöglichte die Erneuerung der Homepage des Vereins. Sie hat sehr viel Kraft, Arbeit und Herzblut in das Projekt gesteckt. Zudem ist sie jederzeit erreichbar und hilft auch, Notfälle zu deeskalieren.
Der Verein begleitet Eltern, Geschwister und Angehörige, die vom Tod eines Kindes betroffen sind. Sie organisieren Einzelgespräche, Selbsthilfegruppen und Veranstaltungen zu der Thematik "Tod und Trauer". Hier wird den Betroffenen ein geschützter Raum für Schmerz und Trauer geboten — auch noch viele Jahre später, wenn das Umfeld den schmerzlichen Verlust oft schon vergessen hat. Damit wird ein individuelles Trauern ermöglicht, das nicht durch gesellschaftliche Normen diktiert wird. Getragen wird der Verein vom Grundgedanken der Selbsthilfe und der Ehrenamtlichkeit, es wird jedoch auch professionelle Hilfe einbezogen. Die Arbeit beinhaltet folgende Grundsätze: Offenheit, Wertschätzung und partnerschaftlicher Umgang, Achtung vor der Individualität jedes einzelnen Menschen und Respekt vor Alter, Geschlecht, Nationalität und Konfession.
Fotos von der Veranstaltung zur redaktionellen Verwendung gibt es hier: https://duesseldorf.canto.de/b/T0C6G