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Umwelt

Düsseldorfer Umweltpreis geht an das Ökotop Heerdt

Oberbürgermeister Thomas Geisel überreicht im Rathaus den Umweltpreis und acht weitere Auszeichnungen


Erstellt:
Text: Paulat, Volker

Oberbürgermeister Thomas Geisel hat am Mittwoch, 5. Dezember, im Rathaus den mit 2.500 Euro dotierten Umweltpreis der Landeshauptstadt an das Ökotop Heerdt e.V. überreicht. Motto des Wettbewerbes um den Umweltpreis war 2018 "Artenvielfalt in der Stadt - erhalten und gestalten". Insgesamt wurden neun im Naturschutz und bei der Förderung der Artenvielfalt aktive Initiativen ausgezeichnet. Den Beschluss dazu hatte der Ausschuss für Umweltschutz in seiner Sitzung am Donnerstag, 8. November, getroffen. Musikalisch begleitet wurde die Umweltpreisverleihung vom Gitarrenduo Ares Gnauck und Xaver Bodenstein von der Clara-Schumann-Musikschule.

"Angesichts besorgniserregender Entwicklungen wie etwa dem Rückgang der Insektenvielfalt war es der Stadt ein Anliegen, Engagierte auszuzeichnen, die sich diesem Trend entgegenstellen. Durch die Ausweitung von naturnahen Flächen sowie Informations- und Überzeugungsarbeit haben die Gewinner des Wettbewerbs Vorbildliches für die Artenvielfalt in der Stadt geleistet", lobte der Oberbürgermeister.

Der Umweltpreis ist für das Ökotop Heerdt der Lohn für jahrzehntelanges Engagement beim ökologischen Gärtnern und der naturnahen Flächengestaltung. Streuobstwiesen, Wand- und Dachbegrünungen oder der Heerdter Busch als Rückzugsraum für Wildtiere sind auf dem 16 Hektar großen Gelände im linksrheinischen Düsseldorf zu finden. Ein Arbeitsschwerpunkt des Ökotops ist von Beginn an die Umweltbildung. Neben Angeboten für Kinder wurde auch eine selbstorganisierte Altenarbeit entwickelt. In Projektgruppen können sich Senioren mit ihrer Lebens- und Berufserfahrung in die Weiterentwicklung des Ökotops einbringen. Dazu gehört die Entwicklung eines altengerechten Stadtgartens mit Hochbeeten.

Urkunden, verbunden mit einer Geldprämie gingen darüber hinaus an:

Die Kindertagesstätte Marie-Curie-Straße (1.000 Euro), zeigt, wie auf kleinem Raum ein ökologisches Außengelände entstehen kann. Wildblumen, Pflanzen und Nisthilfen schaffen dort eine Heimat für Insekten und Vögel. Als besonderer Qualitätsausweis für das Kita-Gelände kann der Fund eines Großen Schillerfalters gelten. Für den seltenen Schmetterling gelang auf dem Kita-Gelände der erst vierte Nachweis in Düsseldorf seit 1956.

Die Gemeinschaftsgrundschule Adam-Stegerwald-Straße (1.000 Euro) in Garath hat eine Garten AG ins Leben gerufen, um zu lernen, wie in einer städtischen Umgebung Nutzpflanzen angebaut und Verantwortung für die Umwelt übernommen werden können. Entstanden ist ein Schulgarten mit Gewächshaus, Hochbeet, Kräuterbeet und einer Wildblumenwiese. Im Unterricht und in Arbeitsgemeinschaften werden Themen wie der Rückgang der Insektenzahlen und die Bedeutung der Bienen besprochen. Neben der Garten AG nutzen Tablet AG und Koch AG den Garten. Auch die Integration von Flüchtlingen gelingt an der Schule über die Arbeit im Garten. Ein Vater, Schreiner aus Syrien, half zum Beispiel beim Bau des großen Gewächshauses.

Die Gemeinschaftsgrundschule Konkordiastraße (1.000 Euro) engagiert sich bereits seit 2013 für die Themen ökologisches Gärtnern und Stadtökologie. Mit Hilfe vieler Eltern, Lehrer und Schüler sowie des Hausmeisters wurde einem in die Jahre gekommenen Schulgarten neues Leben eingehaucht. In einer Projektwoche ging es um das Thema Fledermäuse, zu deren Schutz durch den Bau und die Verteilung von Nistkästen beigetragen wurde. An der Schule gab es auf Wunsch des Schülerparlaments auch einen Spendenlauf für die Biologische Station Haus Bürgel.

Das neu gegründete Wim-Wenders-Gymnasium an der Schmiedestraße (1.000 Euro) hat in kurzer Zeit einen vorbildlichen Schulgarten aufgebaut. Gemüsegarten, Obstbäume, Totholzstapel, Steinmauer und Kompostierung sind auf dem Schulgelände zu finden. Der Schulgarten zeigt anschaulich das große Engagement und Fachwissen der Beteiligten. Themen wie Schädlinge und Nützlinge, Bodengesundheit und Biodiversität kann die Arbeit im Garten besser "begreifbar" machen.

Das Konzept eines Saatgutfestivals wurde vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt entwickelt. Im Jahr 2015 fand die Veranstaltung erstmals in Düsseldorf statt. Sie hat sich mittlerweile zur größten derartigen Veranstaltung in Westdeutschland entwickelt. Bei der Organisation arbeiten mehrere Umweltgruppen zusammen. Auch der diesjährige Umweltpreisträger, das Ökotop Heerdt, wirkt mit. Das Festival informiert vorbildlich über die Bedeutung der Sortenvielfalt und den Erhalt alter Sorten. Es verbindet den Tausch von Samen und Pflanzen mit Vortragsprogramm und Workshops sowie praktischen Aktivitäten im nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Als Dank gab es einen Scheck über 1.000 Euro und eine Urkunde für die AG Saatgutfestival und den Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt.

Der Arbeitskreis VHS-Biogarten engagiert sich seit der Gründung des Gartens 1983 im Vorfeld der Bundesgartenschau 1987 für das naturnahe Gärtnern. Dafür überreichte der Oberbürgermeister den Verantwortlichen eine Prämie in Höhe von 1.500 Euro. Der Biogarten stellt sich als vielfältiges Mosaik ökologisch wertvoller Flächen mit Hecken, Teich, Trockenmauer, Wildblumen, biologischem Obst- und Gemüseanbau sowie Kompostierungsanlage im Südpark dar. Mit dem "Grünen Klassenzimmer", einem Angebot für Schulen, den Pflanzentauschbörsen und auch ansonsten reger Öffentlichkeitsarbeit gelingt es dem Arbeitskreis immer wieder aufs Neue sein Anliegen, den Erhalt von Natur und Artenvielfalt, zu vermitteln.

Urkunden gingen zudem an zwei weitere Preisträger:

Ulf und Anja Heinrich haben ihre Terrasse in der Altstadt mit insektenfreundlichen Pflanzen und Nisthilfen gestaltet. Das Haus der Honigbienen wurde sogar mit elektronischen Sensoren ausgestattet, um Daten zum Verhalten der Bienen für die Forschung zum Wohl der Bienengesundheit ermitteln zu können.

Der Golfclub Hubbelrath ist seit Jahrzehnten Vorreiter im Schutz von Tier- und Pflanzenarten und bei der Förderung der Biodiversität. Er kann wahrscheinlich als der einzige Sportverein gelten, der den Naturschutz als Satzungsziel aufgenommen hat. Seit den 1980er-Jahren lässt sich der Club in Natur- und Landschaftsschutzfragen von Fachleuten umfassend beraten und engagiert sich kontinuierlich im Biotop- und Artenschutz. Ehemalige Fischteiche haben die Mitglieder im Verein zu Naturteichen mit vielen Libellen und Amphibien umgewandelt. Das Gelände bekam offene, naturnahe Strukturen mit Wiesen, Säumen, Hecken, Bächen und Obstwiesen. Sie sind heute ein Schwerpunkt der Artenvielfalt im Düsseldorfer Osten. Der Club ist zudem Partner im städtischen Klimamonitoring. Für das beeindruckende Engagement des Golf Clubs gab es neben der Urkunde eine Plakette für das Clubhaus.

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