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Kultur Veranstaltungen

Förderpreise der Landeshauptstadt Düsseldorf für Kunst und Wissenschaft 2020 und 2021

Die Preise sind mit jeweils 6.000 Euro dotiert/OB Dr. Stephan Keller überreichte die Preise im Rathaus


Erstellt:
Redaktion: Velten, Falk

Jährlich zeichnet die Landeshauptstadt Düsseldorf talentierte Künstlerinnen und Künstler für ihre Leistungen aus und vergibt dazu Förderpreise in den Sparten Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Musik und Literatur. Zudem wird alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität ein weiterer Preis zur Förderung wissenschaftlicher Forschung vergeben.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller hat am Mittwoch, 8. Juni, mit pandemiebedingter Verzögerung den Preisträgerinnen und Preisträgern der Jahre 2020 und 2021 im Rathaus die Urkunden verliehen. Die Dotierung der Preise beträgt seit dem vergangenen Jahr 6.000 Euro.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: "Ich freue mich, dass wir nach zwei Jahren Corona-Pause wieder talentierte Menschen auszeichnen konnten, die durch ihr Engagement Kunst, Kultur und Forschung in Düsseldorf und darüber hinaus bereichert haben. Mit der Verleihung des Förderpreises unterstützt die Landeshauptstadt seit Jahren Künstlerinnen und Künstler sowie Forschende bei ihrer Arbeit und hilft somit bei der weiteren Entwicklung kreativer Potenziale."

Förderpreise 2020 und 2021

Die Förderpreise für bildende Kunst 2020 gehen an Nicholas Grafia (Maler und Performance-Künstler) und Caner Teker (Performance-Künstler) und für 2021 an das Künstlerduo Tomas Kleiner und Marco Biermann (Performance-Künstler) sowie Martina Sauter (Fotokünstlerin). Im Bereich darstellende Kunst werden für 2020 Alfredo Zinola (Tänzer und Choreograph) und Chikako Kaido (Choreographin) sowie für 2021 Hanna Werth (Schauspielerin) und Juliane Hendes (Dramaturgin) ausgezeichnet. Die Förderpreise für Musik 2020 erhalten Salome Amend (Schlagzeugerin) und "Love Machine" (Independent Rockband), für 2021 "KOLORIT" (Ambient-Soundkollektiv) und Tom Blankenberg (Komponist und Pianist). Der Förderpreis für Literatur 2020 wird an die Autorin Pearl Seemann verliehen, für 2021 geht der Preis an die Autorin Jana Buch. Der Förderpreis für Wissenschaften im Jahr 2021 wird auf Vorschlag der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität an Dr. Martina Preiner verliehen.

Förderpreis für Bildende Kunst

Nicholas Grafia
Der Maler und Performance-Künstler Nicholas Grafia wurde 1990 in Angeles City auf den Philippinen geboren. Von 2016 bis 2019 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschüler bei Dominique Gonzalez-Foerster. Er präsentierte seine Werke bereits international, beispielsweise in den USA, Großbritannien, Frankreich, Dänemark und Polen.

In der Begründung der Jury heißt es unter anderem: "Nicholas Grafia arbeitet in Malerei, Grafik und Performance. Im Rückgriff auf Bildlichkeiten verschiedener Zeiten sucht er nach einer Visualität, die von transtemporalen Entwicklungen spricht: das heißt von Gesellschaftssystemen, in denen wir leben, ebenso wie solchen, denen wir entwachsen sind. Seine mitunter monsterhaft wirkenden Figuren und inszenierten Körper zwischen Fetisch, Tracht und Stigma berühren die Frage, was gesellschaftlich als Bedrohung wahrgenommen wird: Welche Handlungen, Gesten und Seinsformen lassen Menschen erschaudern und weshalb? Seine Choreografien, Kostüme und Figuren strapazieren Repräsentationssysteme, um gleichzeitig aber immer auch Räume für die Verletzlichkeit und Marginalität von Identität schaffen."

Caner Teker
Caner Teker wurde 1994 in Duisburg geboren. Von 2013 bis 2019 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschüler bei John Morgan. Seine Performances präsentierte er bisher sowohl in Düsseldorf und Umgebung, wie beispielsweise im Tanzhaus NRW oder beim Hundertpro Festival in Mülheim an der Ruhr, als auch über den Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus - wie im Volkstheater München oder bei den Tanztagen in Berlin.

Die Jury begründet ihre Entscheidung unter anderem wie folgt: "Bereits beim alljährlichen Rundgang 2017 zeichnete sich sein Interesse an Performancekunst und Körperdiskursen ab. Er inszenierte zu diesem Anlass einen melancholischen Ich-Erzähler, welcher mit großartiger schauspielerischer Leistung über sein Leben und die Erfahrungen im Feld der Kunst referierte. In seiner herausragenden Abschlusspräsentation verbanden sich wiederum eigene Erfahrungen mit seinem Interesse an Clubkultur, türkischen Volkstänzen und identitätspolitischen Fragestellungen. In seinen performativen und textuellen Arbeiten wird der Körper zum experimentellen Feld der Selbst- und Fremdwahrnehmung."

Kleiner-Biermann
Das Duo besteht aus den beiden Künstlern Tomas Kleiner und Marco Biermann. Kleiner wurde 1990 in Järna, Schweden geboren, Biermann 1984 in Düsseldorf. Im Jahr 2018 machten sie beide ihren Abschluss an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschüler bei Gregor Schneider beziehungsweise  Katharina Grosse. Gemeinsam präsentierten sie Ihre Werke bereits in Düsseldorfer Institutionen, wie dem K21, der Kunsthalle oder auch dem Weltkunstzimmer, aber auch international - beispielsweise im Museum für Zeitgenössische Kunst in Eupen, Belgien. Ihre Performances finden darüber hinaus auch im öffentlichen Raum statt, wie ihre Life-Installation "Unterwasserlebensentwurf" 2018 vor dem Eingang der Kunstakademie.

In der Begründung der Jury heißt es unter anderem: "Tomas Kleiner und Marco Biermann beschäftigen sich schon seit langem mit den Beziehungen zwischen Individuum, Gesellschaft und öffentlichem Raum. Dabei changieren ihre Arbeiten, die oft die Form der Performance wählen, an den Schnittstellen von Intimität, Privatem und Öffentlichem. Über die Jahre haben die beiden Künstler ein dichtes Netz an künstlerischen Arbeiten geschaffen, das sich zu einem imposanten Werk verknüpft und eine ganz eigene formale Sprache entwickelt. Damit stehen sie beispielhaft für eine junge Künstlergeneration, die in der Verknüpfung verschiedener Medien zwischen Video, Performance, Skulptur und Konzept eine aktuelle Ästhetik der Kunst repräsentiert."

Martina Sauter
Martina Sauter wurde 1974 in Konstanz geboren. Nach einer Ausbildung zur Fotografin studierte sie an der Kunstakademie Düsseldorf, wo sie 2006 ihren Abschluss als Meisterschülerin bei Thomas Ruff machte. Sauters fotografische Werke waren bereits bei zahlreichen Ausstellungen in Düsseldorf zu sehen, wie beispielsweise in der Kunsthalle, im KIT - Kunst im Tunnel oder auch während des Photo+ Festivals. Auch in anderen deutschen Städten stellte sie aus. Dazu kommen internationale Projekte - beispielsweise in der UCI Gallery Los Angeles, USA oder dem Terminal Art Project in Fermo, Italien.

In der Begründung der Jury heißt es unter anderem: "Martina Sauter hat ein stringentes Werk entwickelt, das auch international immer wieder Aufmerksamkeit erfährt. In ausgefeilten fotografischen Bildcollagen bringt sie Fragmente aus Filmhistorie, vorgefundenen Bildwelten und eigener fotografischer Rauminszenierung zusammen und thematisiert so auf feinfühlige Weise die Medialität heutiger Bilder und deren hybriden Zustand in einer fortwährenden, fluiden Rekombinierbarkeit. Damit befindet sie sich auf der Höhe des heutigen Diskurses und entwickelt diesen mit ihren relevanten Beiträgen weiter."

Förderpreis für Darstellende Kunst

Alfredo Zinola
Alfredo Zinola wurde 1982 in Savigliano, Italien, geboren. Nach einem Studium an der Universität Turin im Bereich Interkulturelle Kommunikation studierte er von 2007-2011 an der Folkwang Universität der Künste in Essen zeitgenössischen Tanz. Seit 2012 arbeitet er als Choreograph, Tänzer und Performer. Seit 2020 ist er Factory Artist im Tanzhaus NRW und hat es sich zur Aufgabe gemacht, zeitgenössischen Tanz für ein junges Publikum erfahrbar zu machen.

Die Jury begründet ihre Entscheidung unter anderem wie folgt: "Alfredo Zinola beschäftigt sich im Schwerpunkt seit vielen Jahren mit den Möglichkeiten eines zeitgenössischen Tanztheaters für junges Publikum, und er gilt zwischenzeitlich als einer der renommiertesten Künstler auf diesem Sektor weltweit. Die Einladungen zu den großen Festivals legen davon ein beredtes Zeugnis ab. Bereits die Unterwasser-Performance "Primo", Zinolas erste Arbeit für zwei- bis fünfjährige Kinder, verdeutlicht die szenische Imaginationskraft und den Ideenreichtum des Choreographen. Alfredo Zinolas Tanztheater ist komplex, verzichtet auf gängige Stoffe und Erzählweisen und zielt darauf ab, für die Kinder und Jugendlichen Assoziationsräume zu eröffnen."

Chikako Kaido
Chikako Kaido wurde 1979 in Tokio, Japan, geboren. Sie studierte an Japans Women’s University, faculty of integrated art and social science im Department of humanities and cultures und Tanz und Choreographie im Masterstudiengang an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Im Anschluss war sie als Choreographin und Tänzerin beim Folkwang Tanzstudio aktiv. Seit 2010 ist sie als freischaffende Choreographin tätig. Ihre Stücke wurden bereits in Düsseldorf, Krefeld und auch in Tokio aufgeführt.

In der Begründung der Jury heißt es unter anderem: "Chikako Kaido bedient keinen Stil, keine Gewohnheiten, keine Moden, auch nicht ihre eigenen. Das Eigenwillige bahnt sich hier einen Weg, als Plädoyer für die künstlerische Freiheit. Die Choreografin ist eine Könnerin in ihrem Metier, sie weiß, was Form ist und auch wie Formung unterwandert oder durchlöchert werden kann."

Hanna Werth
Hanna Werth wurde 1986 in Hanau geboren. Sie studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig, wo sie 2012 ihren Diplom-Abschluss machte. Nach Engagements in Leipzig und Wuppertal ist sie seit 2014 Ensemblemitglied im Düsseldorfer Schauspielhaus.

In der Begründung der Jury heißt es unter anderem: "Hiermit soll die Schauspielerin für ihre herausragende künstlerische Leistung geehrt werden und sie darin bestärken, weiterhin kompromisslos und konsequent auf und hinter der Bühne zu agieren und kreieren. […] Als Schauspielerin geht es ihr immer um die Essenz des Menschseins in all seinen Facetten und Abgründen, die es ebenso mit Mut, Kraft und Humor wie mit Feingefühl und Hingabe auszuloten gilt."

Juliane Hendes
Juliane Hendes wurde 1987 in Rostock geboren. Sie studierte Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig, wo sie 2011 ihren Diplomabschluss machte. Im Anschluss arbeitete sie bis 2016 als Regieassistentin am Düsseldorfer Schauspielhaus. Seitdem arbeitet sie als freie Autorin und Dramaturgin in Berlin, Mannheim, Marburg und Düsseldorf.

Die Jury begründet ihre Entscheidung unter anderem wie folgt: "Der Preis soll die herausragende künstlerische Arbeit der Dramaturgin und Autorin würdigen und sie gleichzeitig darin bestärken, ihre Arbeit für Hörfunk, Film und Theater konsequent weiter zu führen. […] Ihre persönliche Haltung zur Kunst in Bezug auf gesellschaftliche Verantwortung und eigenem Anspruch hat Vorbildcharakter und steht für ein spannendes Theater der Zukunft."

Förderpreis für Musik

Salome Amend
Die 1990 geborene Schlagzeugerin Salome Amend absolvierte ihr Studium an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standort Wuppertal. Solo, Kammermusik sowie Instrumentalpädagogik studierte sie bei Christian Roderburg, Matthias Haus und Mirek Pyschny. In Düsseldorf wirkte sie beispielsweise im notabu.ensemble neue musik mit und trat in der Tonhalle auf. International führte sie ihre Arbeit bereits bis nach China, wo sie unter anderem beim "Beijing Modern Music Festival" spielte.

In der Jurybegründung heißt es: "Salome Amend überzeugte die Jury als eine vielseitige hochprofessionelle Schlagzeugerin mit einem enorm breiten Repertoire zwischen Kunstmusik- auch Improvisierter- und aktueller Rock- Popmusik gepaart mit hoher Kreativität. Sie ist als eine wichtige Protagonistin im Musikleben der Landeshauptstadt und darüber hinaus überregional und international tätig. Neben der Mitwirkung in den Düsseldorfer Ensembles für Neue Musik, dem notabu ensemble und dem ART Ensemble NRW, hat sie als Schlagzeugerin auch bei den Toten Hosen gespielt und war mit ihnen auf Tour. Im Bereich Improvisation arbeitete Salome Amend mit Künstlern, wie zum Beispiel Hauschka, Milton Camilo oder Peter Brötzmann an interdisziplinären kulturellen Kooperationen in den Sparten Tanz, Kunst und Literatur."

Love Machine
Die Band Love Machine wurde 2013 gegründet und besteht aus den fünf Mitgliedern Marcel Rösche, Felix Wursthorn, Noel Lardon, Hendrik Siems und Richard Eisenach. Die Band, deren Musik Einflüsse des Krautrocks, Psychedelic und Garage beinhaltet, hatte bereits zahlreiche Auftritte in Deutschland und dem europäischen Ausland. Im vergangenen Jahr erschien ihr aktuelles Album "Düsseldorf – Tokyo".

In der Begründung der Jury heißt es unter anderem: "Fernab von der Stumpfheit oberflächlicher Casting-Shows und der Tristesse immer gleich klingender Popmusik schafft es die Band, Lebensfreude zu entwickeln und Neugier zu wecken. Mal versöhnend, mal provozierend und mit einem Schuss Selbstironie gelingt es den fünf Düsseldorfer Musikern, einen Sound zu kreieren, der gleichermaßen Herz, Bauch und Beine erreicht und der vor allem ein hohes Maß an Wiedererkennungswert besitzt. Elemente des 'Krautrock' sowie der Ästhetik der Flower-Power Bewegung sind klar zu erkennen, wobei sich die Band differenziert mit der Musik dieser Epoche auseinandersetzt ohne sich zu einer reinen Cover - oder Retroband zu degradieren. So ist 'Love Machine' das kleine Kunststück gelungen, ein klares Profil zu entwickeln, das überzeugt und mittlerweile eine immer größer werdende Zahl von Zuhörern erreicht."

KOLORIT Soundkollektiv
Das "KOLORIT Soundkollektiv" wurde 2018 an der Hochschule Düsseldorf gegründet und besteht aus den vier Mitgliedern Andrea Sigrist, Alexandra Korczak, Lea Wolf und Anna Jungfer. "KOLORIT" realisiert als offene Plattform für Sound- und Videokunst Konzerte im Bereich der elektroakustischen Musik, Ambient Music und Videoprojektion. Innerhalb weniger Jahre hat sich aus dem ursprünglich studentischen Projekt eine Veranstaltungsreihe entwickelt, die bereits Auftritte in der Tonhalle Düsseldorf oder im Rahmen des Festivals "die digitale düsseldorf" aufweisen kann.

In der Begründung der Jury heißt es unter anderem: "Mit ihrer aktiven und engagierten Präsenz hat KOLORIT die junge musikalische Szene Düsseldorfs auf dem Gebiet der neusten elektronischen Musik sowie der audiovisuellen Medien auf eine besonders innovative Weise vertreten. Darüber hinaus formte sich ein Kommunikations-Raum für Experimente mit besonderem Blick auf aktuelle Strömungen sowie zeitgemäße künstlerisch-wissenschaftliche beziehungsweise soziokulturelle Entwicklungen."

Tom Blankenberg
Tom Blankenberg wurde 1970 in Düsseldorf geboren, wo er heute noch lebt und arbeitet. In seiner Kindheit hatte er einige Zeit Klavierunterricht, ist aber ansonsten musikalischer Autodidakt. Als Jugendlicher war er Mitglied eines Chores und spielte in einigen Bands. Nach dem Abitur begann er in verschiedenen Tonstudios in Düsseldorf zu arbeiten, verlagerte seinen beruflichen Schwerpunkt dann bald auf Audioregie und Sounddesign für Fernsehen, Funk, Werbung und Kino, dort insbesondere auf Dokumentarfilme. Seit Mitte der 90er Jahre schreibt er vereinzelt Musik für Film, Funk, Hörbuch und Werbung. Gemeinsam mit seinem Bruder Kai Blankenberg betreibt er seit 2009 ein eigenes Tonstudio. 2013 begann er mit der Arbeit an seinem Piano Programm. 2019 erschien sein erstes Solo-Album "atermus", das weltweit Anerkennung fand. 2021 folgt das zweite Album "et".

Die Jury begründet ihre Entscheidung für Tom Blankenberg unter anderem wie folgt: "Der Pianist, Komponist und Sounddesigner Tom Blankenberg ist fest in Düsseldorf verwurzelt. Mit seiner Musik strahlt er jedoch weit über die Grenzen der Landeshauptstadt hinaus. Die Arbeit an seinen Kompositionen ist dabei vom Lernen und Neuentdecken gekennzeichnet. Dies erzeugt eine Offenheit, die hörbar Neues schafft, angesiedelt zwischen Jazz, Klassik, Ambient und wohl gesetzten Pausen. In der Jurysitzung wurden in diesem Zusammenhang Vergleiche zu Hauschka laut. Die Assoziation passt: Auch Blankenberg tüftelt, bis die Melodie genau dort ankommt, wo sie berührt."

Förderpreis Literatur

Pearl Seemann
Pearl Seemann wurde 1997 in Düsseldorf geboren, hat dort ihr Abitur abgelegt und studiert derzeit Animation an der Filmuniversität Babelsberg.

In der Jurybegründung heißt es unter anderem: "Seit ihrer Kindheit zeichnet Seemann Autoren-Comics, das heißt sie erzählt und illustriert ihre eigene Geschichte. Ihr Schaffen fügt sich ein in das Genre der Graphic Novel. 2019 belegte Seemann bei einem Wettbewerb für digitale Comics mit ihrer Geschichte 'Qualtega', in der es um den Klimawandel geht, den dritten Platz - so wurde die Japanische Internetplattform 'WWWave' auf sie aufmerksam. Sie beauftragte Seemann mit einem eigenen Werk. Die Künstlerin entschied sich für eine Adaption des Grimm’schen Märchens 'Gevatter Tod" unter dem Titel 'Endarkenment'. Sie erzählt das Märchen aus der Zeit heraus. Die preußischen Kriege, die beginnende Aufklärung, auch die Anfänge der Industrialisierung spielen eine Rolle. Besonders hervorzuheben, sind ihre sichere Figuren-Charakterisierung, die genaue Recherche zur Alltagskultur des 18. Jahrhunderts und ihre persönliche, sehr originelle Adaption des bekannten Märchens.“

Jana Buch
Jana Buch wurde 1988 in Filderstadt geboren. Sie studierte Kunstgeschichte am Karlsruher Institut für Technologie. Anschließend begann sie ihr Studium der freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf, das sie 2019 als Meisterschülerin bei Christopher Williams abschloss.

In der Begründung der Jury heißt es unter anderem: "Als Literatin verfügt Jana Buch über einen eigenen, lakonischen Tonfall. Ihre Gedichte und ihre Prosatexte kommen auf den ersten Blick ohne großen rhetorischen Aufwand daher und beziehen genau daraus ihre eindringliche Wirkung. Oft nehmen sie Beobachtungen des oberflächlich Alltäglichen zum Anlass für Blicke in die Tiefe der menschlichen Existenz und scheuen auch vor der schonungslosen Betrachtung von Einsamkeit, Krankheit und Tod nicht zurück. In ihrer unaufgeregten Illusionslosigkeit verweigern sie aber jedes poetische Talmi, das kurzzeitig billigen Trost versprechen würde. Daneben präsentiert sie wie im Vorübergehen gewichtige Gesellschaftskritik auf eine Weise, die daran erinnert, dass Wortspiele und Ernsthaftigkeit auf dem Feld des Poetischen überzeugend miteinander einhergehen können."

Förderpreis für Wissenschaften

Dr. Martina Preiner
Martina Preiner wurde 1985 in Burghausen geboren. Von 2004 bis 2009 hat sie ihr Studium im Fach Chemie (BSc und MSc) an der Ludwig-Maximilians-Universität München absolviert. Von 2009 bis 2016 arbeitete sie als freie Wissenschafts-Journalistin, u. a. mit Beiträgen für "Quarks & Co." und die Süddeutsche Zeitung. Motiviert durch neue Erkenntnisse zum Ursprung des Lebens an Tiefseehydrothermalquellen, kam Frau Preiner 2016 nach Düsseldorf, um an der Heinrich-Heine-Universität zu promovieren.

Im Fachgutachten der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät heißt es:
„Im Vordergrund ihrer Arbeit standen Laborexperimente zur organischen Synthese aus H2 und CO; unter simulierten Bedingungen der Hydrothermalquellen (hoher Druck, erhöhte Temperatur). Mit bahnbrechenden Ergebnissen konnte sie im Januar 2020 promovieren. […] Das Hauptergebnis ihrer Dissertation und zugleich die Preisarbeit ist die Synthese unter simulierten Hydrothermal-Bedingungen von Ameisensäure, Acetat und Pyruvat aus H2, CO2 und H2O über Nacht bei 100°C mit lediglich einfachsten Mineralien (Ni3Fe und Fe3O4) als Katalysator. Somit ist ihr der Beweis gelungen, dass sich die Hauptreaktionen des Kohlenstoff- und Energiestoffwechsels der primitivsten Prokaryoten spontan und linear aus Gasen an Oberflächen entfalten."

Weiter heißt es: "Ihre Ergebnisse schmieden eine grundlegend neue Verbindung zwischen Geochemie und Biochemie in der Forschung zum Ursprung des Lebens und eröffnen zahlreiche neue Forschungsperspektiven. Ihre Arbeit hat eine beachtliche internationale Resonanz in der Presse gefunden, mit Berichten bei 13 Nachrichtenagenturen in fünf Sprachen. Auch Science hat darüber einen eigenen Beitrag publiziert. Eine solche Resonanz ist sehr erfreulich. Sie ist jetzt schon eine international beachtete Forscherin auf einem sehr kompetitiven Gebiet."

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