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Stadtentwicklung Verkehr

Gestaltungskonzept für die Schadowstraße ausgewählt

Empfehlungskommission schlägt den politischen Gremien den Entwurf von Bruun & Möllers zur Realisierung vor


Text: Paulat, Volker

Die Schadowstraße, eine der wichtigsten Einkaufsstraßen von Düsseldorf, soll neu gestaltet werden. Die in einem Wettbewerbsverfahren entstandenen Entwürfe zur Neugestaltung sind am heutigen Freitag, 9. September, durch eine Empfehlungskommission bewertet worden. Die Kommission schlägt den politischen Gremien den Entwurf von Bruun & Möllers Landschaftsarchitekten aus Hamburg zur Realisierung vor. Der Beitrag von WES GmbH LandschaftsArchitektur (Hamburg) wurde als zweitbester Entwurf ausgezeichnet.

"Wir haben ein hervorragendes Ergebnis für die weitere Gestaltung der Schadowstraße gefunden", erläuterte Verkehrsdezernent Dr. Stephan Keller. "Wir haben gerungen und die Entwürfe aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Bruun & Möllers hat die übezeugendste und angemessenste Lösung gefunden", sagte Prof. Christa Reicher von der Empfehlungskommission.

Zuvor fand am Donnerstag, 8. September, 18 bis 21 Uhr im Forum der Stadtsparkasse Düsseldorf, Berliner Allee 33 eine öffentliche Abschlusspräsentation aller Entwürfe statt. Die fünf beauftragten Planungsteams stellten nach einer kurzen Einführung in die Aufgabenstellung ihre Entwürfe vor und beantworteten Rückfragen aus dem Plenum.

Für den definierten Planungsraum war ein integriertes Gesamtkonzept zu erstellen, welches freiraumplanerische, städtebauliche und verkehrsplanerische Belange und Anforderungen vereint und in ein tragfähiges Gestaltungskonzept überträgt. Im Fokus sollten dabei die Qualifizierung der öffentlichen Bereiche, die Schaffung von Begegnungs-, Verweil- und Bewegungsräumen, die logische Zonierung und verträgliche Abwicklung der unterschiedlichen Verkehre entsprechend den bestehenden Planungen sowie die bestmögliche Anknüpfung der Neuplanung an die umgebenden Stadt- und Straßenräume stehen.

Stimmberechtigte Mitglieder der Empfehlungskommission zur Bewertung der Konzepte:

  • Prof. Christa Reicher, Architektin und Stadtplanerin (externe Fachvorsitzende)
  • Prof. Thomas Fenner, Landschaftsarchitekt
  • Dr. Alexander Fils, CDU-Fraktion
  • Ina Steinheider, SPD-Fraktion
  • Astrid Wiesendorf, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
  • Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann FDP-Fraktion
  • Peter Klein, Fraktion DIE LINKE
  • Dr. Hans-Joachim Grumbach, Fraktion Tierschutzpartei/Freie Wähler
  • Dr. Stephan Keller, Beigeordneter Dezernat für Recht, Ordnung und Verkehr der Landeshauptstadt
  • Andrea Blome, Amtsleiterin des Amts für Verkehrsmanagement der Landeshauptstadt Düsseldorf
  • Ruth Orzessek-Kruppa, Amtsleiterin Stadtplanungsamt der Landeshauptstadt Düsseldorf

Nicht stimmberechtigte Mitglieder der Empfehlungskommission:

  • Dr. Hans Hoorn, Stadtsoziologe
  • Prof. Kirstin Arndt, Professorin für Freies Gestalten an der Hochschule Mainz
  • Kai Fischer, Büro des Oberbürgermeister
  • Doris Törkel, Amtsleiterin Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Landeshauptstadt Düsseldorf , Vertreter Abteilungsleiter Norbert Richarz
  • Marianne Schirge, Amtsleiterin Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
  • Dr. Ulrich Biedendorf, IHK Düsseldorf
  • Johanna Groeneweg-de Kroon, City-Ring Schadowstraße

Im Anschluss wird die Stadtverwaltung nun die Entscheidung für eine politische Beschlussvorlage vorbereiten und den zuständigen Gremien und dem Rat der Stadt Düsseldorf vorlegen.

Der Start der Umbauarbeiten ist verknüpft mit der Fertigstellung der Ingenhoven-Gebäude. Erst mit dort erfolgtem Baubeginn kann auch der spätere Start der Umbauarbeiten in der Schadowstraße und somit auch das Bauende definiert werden.

Hintergrund: Schadowstraße

Die Schadowstraße zählt zu den umsatzstärksten Einkaufsstraßen der Landeshauptstadt Düsseldorf. Durch den Bau der Wehrhahn-Linie war sie die letzten Jahre jedoch stark durch den Baustellenbetrieb gezeichnet. Ziel ist, die Schadowstraße nach Abschluss des U-Bahn-Baus wieder zu einer höchstwertigen Einkaufslage und einem attraktiven öffentlichen Raum zu gestalten.

Für die Neugestaltung der Schadowstraße hat der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung am Mittwoch, 13. April, die Auslobung eines Wettbewerbsverfahrens mit fünf interdisziplinären Planungsteams beschlossen.

In einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren haben sich folgende Teams bestehend aus Landschaftsarchitekten, Verkehrsplanern, Lichtplanern und Künstlern qualifiziert:

Team 1: club L94 Landschaftsarchitekten (Köln) mit Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft und Stefan Sous

Team 2: COBE Berlin (Berlin) mit HOFFMANNLEICHTER Ingenieurgesellschaft, STOEBO - Bogman&Störmer und Arup Deutschland

Team 3:  Bruun & Möllers Landschaftsarchitekten (Hamburg) mit topp.plan: Stadt.Verkehr.Moderation, Klaus Duschat und Peter Andres - Beratende Ingenieure für Lichtplanung

Team 4: WES GmbH LandschaftsArchitektur (Hamburg) mit IPL CONSULT Potthoff + Fürnkranz Ingenieurpartnerschaft und Manuel Franke

Team 5: Scape Landschaftsarchitekten (Düsseldorf) mit Lindschulte + Kloppe Ingenieurgesellschaft, Atelier Oliver Gather und Burghard Wand Lichtplanung.

Das Planungsgebiet umfasst im Wesentlichen den östlichen Abschnitt der Schadowstraße von der Bleichstraße bis zur Tonhallenstraße. Der westliche Abschnitt, die heutige Fußgängerzone, und der anschließende Bereich bis zur Bleichstraße sind bereits Bestandteil der Kö-Bogen-Planung. Ein grundlegendes Kriterium ist daher die Anbindung der östlichen Schadowstraße an das Projekt Kö-Bogen.

Grundlage der Aufgabenstellung waren auch die Ergebnisse aus den vorangegangenen Bürgerbeteiligungen im Herbst  2012 und 2015. Nach einem umfangreichen Dialogverfahren zur verkehrlichen Gestaltung im November 2012 wurde von den politischen Gremien der Landeshauptstadt Düsseldorf folgender Beschluss gefasst: "Die Schadowstraße wird zu Geschäftszeiten zur Fußgängerzone. Ausgenommen ist die Zufahrt zum Parkhaus Bleichstraße, die von der Tonhallenstraße/Jacobistraße aus erfolgt. Außerhalb der Geschäftszeiten ist der Kfz-Verkehr als Einbahnstraße (von West nach Ost) zulässig. Radverkehr ist zu allen Uhrzeiten in beide Richtungen erlaubt und soll in der Mitte der Schadowstraße gebündelt werden."

In dem breit angelegten Beteiligungsverfahren 2015 ging es um die konkrete Ausgestaltung der Einkaufsstraße. Es galt Ideen und Anregungen zu sammeln, um die besondere Charakteristik der Schadowstraße herauszuarbeiten, zu stärken und weiterzuentwickeln. Erste Impulse und Denkanstöße kamen von vier Düsseldorfer Künstlern, die sich bereits einen Namen im Bereich "Gestaltung im öffentlichen Raum" gemacht haben: Manuel Franke, Armin Hartenstein, Andrea Knobloch und Thomas Stricker. Zur Entwicklung eines konkreten Gestaltungskonzeptes für die Schadowstraße beschloss der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung für 2016 ein weiteres Verfahren zu initiieren, indem interdisziplinäre Teams Entwurfsvarianten entwickeln sollten.

 

 

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