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Umwelt Wirtschaft

Ökoprofit: Betriebe sparen Energie und reduzieren den Ausstoß von Kohlendioxid

Neun Unternehmen machen unter dem Motto "Gemeinsam nachhaltig wirtschaften!" mit/ Positive Zwischenbilanz


Text: Paulat, Volker

Ökologischen und finanziellen Profit miteinander vereinbaren - das ist das Ziel des Projektes Ökoprofit, das von der Lokalen Agenda, dem Umweltamt und der Wirtschaftsförderung vor zehn Jahren in die Lan­deshauptstadt geholt wurde. Neun Unternehmen und Betriebe machen aktuell bei der sechsten Auflage des erfolgreichen Zertifizierungsprojek­tes mit. Jetzt haben sie - nach sechs Monaten Projektlaufzeit - in den Räumen der Rheinisch-Bergischen-Verlagsgesellschaft eine Zwischenbilanz vorgestellt.

In gemeinsamen Workshops und Beratungsgesprächen sind binnen der sechs Monate Einsparpotenziale herausgearbeitet worden. Sie werden nun umgesetzt.

Übersicht über die Aktivitäten in den teilnehmenden Unternehmen

Die Hans Brandenburg GmbH erhofft sich demnächst viele Sonnenstunden an ihrem Düsseldorfer Standort in Hellerhof. Neben vielen weiteren Maßnahmen soll eine Photovoltaikanlagen mit rund 190 Kilowattpeak auf dem Dach des Autohändlers installiert werden. Die 1.050 Quadratmeter große Anlage bringt einen Ertrag von ca. 175.000 Kilowattstunden. Somit werden rund 105 Tonnen Kohlendioxid vermieden. "Da wir fast die Hälfte des erzeugten Stroms selbst verbrauchen werden, rentiert sich die Photovoltaikanlage innerhalb der nächsten 8 Jahre", erklärt Thomas Westhoff, Ansprechpartner für Ökoprofit bei der Hans Brandenburg GmbH.

Der Bäckerei Hinkel ist nicht nur die hohe Qualität ihrer Backwaren wichtig, auch die nachhaltige Herstellung von Brot und Brötchen stand schon vor der Teilnahme bei Ökoprofit im Fokus. So wird beispielsweise die Abwärme der Öfen zwischengespeichert und für Raumwärme und Heißwasser genutzt. Die Bäckerei Hinkel hat Ökoprofit zum Anlass genommen, erneut eine Energieberatung in Anspruch zu nehmen, um vor allem die Kälteversorgung zu optimieren.

Auch die Düsseldorfer Congress Sport & Event GmbH, die mit den Standorten "ESPRIT arena" und "ISS DOME" an Ökoprofit teilnimmt, möchte den Stromverbrauch senken und stellt die Beleuchtung an beiden Standorten etappenweise auf LED um. Allein durch den Ersatz der Halogen-Spots durch LED-Leuchten in den Garagen, der Promenade und den VIP-Bereichen der ESPRIT arena können pro Jahr rund 19.000 Euro Energiekosten eingespart werden.

Viele Ideen zum Energie- und Ressourcensparen liefern oft auch die eigenen Betriebsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter. Um diese Innovationskraft zu nutzen, legt Ökoprofit einen großen Focus auf Information und Einbindung der Mitarbeiter. So auch bei der Caldic Deutschland Chemie B.V. Die Teilnahme an Ökoprofit hat es dem Unternehmen ermöglicht, an einem Förderprojekt zum Thema "Mehr Klimaschutz durch Beteiligung" teilzunehmen. Spezielle Aktionen hierzu sind in Planung.

Die GfA ELEKTROMATEN GmbH & Co. KG möchte mit der Teilnahme an Ökoprofit an bereits realisierte Umweltschutzprojekte, wie die Umstellung auf LED-Beleuchtung sowie die Optimierung der Druckluftanlage, anknüpfen. Im Rahmen des laufenden  Projektes konnten bereits erste Einsparungen durch die Reduktion des Papierverbrauches, der Optimierung der Papierentsorgung sowie einem bewussteren Umgang mit Ressourcen erzielt werden. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf die Einbindung der Mitarbeiter, die im Rahmen eines prämierten Vorschlagswesens Ideen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit aktiv einbringen.

Auch außerhalb von Ökoprofit hat das Thema Nachhaltigkeit für die GfA ELEKTROMATEN GmbH & Co. KG einen sehr hohen Stellenwert: Derzeit wird das neue Verwaltungsgebäude des Unternehmens im Passivhausstandard geplant.

Die Motivation von "EPAL" – der European Pallet Association e.V. liegt schon von Haus aus auf der Hand: "Die Nachhaltigkeit, für die die EPAL-Europalette bei allen logistischen Prozessen steht, soll sich dauerhaft auch im Denken und Handeln der Mitarbeiter und Funktionsträger des Verbandes verankern. Mit Ökoprofit sind wir erste deutlich spürbare Schritte in diese Richtung gegangen", sagt Alexander Becker, Leiter der EPAL Academy. So wird das Augenmerk unter anderem auf nicht-investive Projekte gelegt, wie das Erhöhen der Temperatur im Serverraum um 1 Grad Celsius und das Abschalten des Getränkekühlschranks außerhalb der Seminarzeiten. Knapp über 500 Euro im Jahr spart "EPAL" ab sofort mit diesen beiden einfachen und gut nachzuahmenden Projekten.

Die IDR Bahn GmbH kombiniert ihr Knowhow mit Ökoprofit und investiert in eine neue Motorsteuerung der Lok Hermann. Die Lok Hermann fährt mit der neuen Motorsteuerung kraftstoffeffizienter, emittiert weniger Schadstoffe als vorher und auch die Lebensdauer des Motors wird mit der neuen Steuerung verlängert.

Die Rheinisch-Bergische-Verlagsgesellschaft ist nicht nur ausrichtendes Unternehmen der Veranstaltung zur Zwischenbilanz sondern selber aktiver Teilnehmer dieser sechsten Düsseldorfer Runde. Durch geplante Projekte, wie etwa den Austausch einer alten Klimaanlage, Nachrüsten von Frequenzumrichtern für Kühlturmpumpen oder Erneuerung der Außenbeleuchtung reduziert sie ihre Kohlendioxid-Emissionen um rund 230 Tonnen jährlich. Auch die Umsetzung von Wassereinsparungen stehen an: Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt in 2016 werden weitere, zur Renovierung anstehende Toiletten mit wasserlosen Urinalen ausgestattet.

Gesamtbilanz folgt im November

Die Gesamtbilanz aller teilnehmenden Betriebe wird am Ende der sechsten Projektrunde im November gezogen. Dann werden alle Teilnehmer in einer öffentlichen Veranstal­tung mit der Ökoprofit-Urkunde ausgezeichnet. "Bis dahin können die Fachberater, die branchenübergreifend in den Betrieben das mögliche Sparpotenzial ermitteln, zusätzlich zu den bereits erzielten Erfolgen si­cher weitere Verbesserungen aufzeigen", erläuterte der Leiter des Umweltamtes Stefan Ferber. Nach einem Jahr Laufzeit wird die aktuelle Staffel im November 2017 abgeschlossen sein.

Dann wird den Betrieben eine Teilnahme am Ökoprofit-Club ermöglicht, der sich zwei bis drei Mal im Jahr zu aktuellen Themen austauscht und eine individuelle Unterstützung vor Ort ermöglicht. Das Thema des letzten Club-Workshops am Mittwoch, 29. März, bei der DZ Bank war beispielsweise "Wege zur innerstädtischen Luftreinhaltung - vom Gesetzesverstoß hin zu Lösungen". Teilnehmer im Club sind unter anderem die Delta Wasch GmbH & Co. KG, die DZ Bank, der Flughafen Düsseldorf, die Jugendberufshilfe Düsseldorf GmbH, Kreitz Architekten, L'Oréal Deutschland GmbH, die Messe Düsseldorf, die "ppm planung + projekt management GmbH", das Umweltamt Düsseldorf, das Sheraton Düsseldorf Airport Hotel und die Stadtbäckerei Westerhorstmann GmbH & Co. KG.

Hintergrund: Ökoprofit

Die Finanzierung der Beratung im Rahmen von Ökoprofit erfolgt durch Beiträge der Unternehmen, eine Förderung des Umweltministeriums NRW und aus dem Klimaschutzprogramm der Landeshauptstadt Düs­seldorf. Im Ergebnis wird den teilnehmenden Firmen die Einführung eines Umweltmanagementsystems mit geringen Kosten und geringem Personalaufwand ermöglicht.

Unterstützt wird die Landeshauptstadt Düsseldorf bei Ökoprofit durch die Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf, die Handwerkskam­mer Düsseldorf, die Stadtwerke Düsseldorf und die Effizienzagentur NRW sowie die Beratungsunternehmen Wertsicht GmbH und Baum Consult. Je Staffel können bis zu 15 Betriebe teilnehmen. Bei der laufenden sechsten Staffel machen mit: Bäckerei Hinkel, Caldic Deutschland Chemie B.V., Düsseldorf Congress Sport & Event mit der Esprit Arena und dem ISS Dome, European Pallet Association e.V. (EPAL), GfA Elektromaten GmbH & Co. KG, Hans Brandenburg GmbH BMW Vertragshändler, IDR Bahn GmbH & Co. KG und die Rheinisch-Bergische-Verlagsgesellschaft mbH.

Anmeldungen für die nächste Staffel werden bereits angenommen. Interessierte Unternehmen erhalten weitere Informationen auf der Ho­mepage: www.duesseldorf.de/oekoprofit oder beim:

- Umweltamt, Sabine Kring, Telefon 0211-8921034, E-Mail sa­bine.kring@duesseldorf.de 

- Wirtschaftsförderungsamt, Martin Beckers, Telefon 0211-8997680, E-Mail martin.beckers@duesseldorf.de

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