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Kultur

Prachtvolle Silberschiffe, kunstvolle Bleiglasfenster und die Rheinfront als Ölgemälde

Das SchifffahrtMuseum darf sich in diesem Jahr über ganz besondere, großzügige Geschenke von Freunden und Förderern freuen


Erstellt:
Text: Meissner, Valentina

Das SchifffahrtMuseum kann sich immer wieder über großzügige Geschenke freuen. In diesem Jahr bereichern jedoch einige außergewöhnliche Objekte die Museumssammlung. Mit ihnen verbinden sich Besonderheiten und ganz eigene Geschichten. Eine Auswahl der großzügigen Präsente wird den Besucherinnen und Besuchern zur Weihnachtszeit bis zum 5. Januar im SchifffahrtMuseum präsentiert. Im Rahmen eines Pressetermins am Freitag, 13. Dezember, wurde diese vorab vorgestellt von Oberbürgermeister Thomas Geisel, Kulturdezernent Hans-Georg Lohe, Museumsleiterin Annette Fimpeler, Ernst Lamers, Freunde und Förderer des SchifffahrtMuseums im Schlossturm e.V. Düsseldorf, sowie einem der Schenkenden, Prof. Hardo Bruhns.

Oberbürgermeister Thomas Geisel: "Als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf danke ich für die zahlreichen Schenkungen an das SchifffahrtMuseum. Sie sind Belege für die Wertschätzung der hier geleisteten Arbeit. Auch wird das Museum in diesem Jahr erstmals rund 50.000 Besucher begrüßen können. Gemessen an der Größe des Museums ist diese Zahl wirklich eindrucksvoll!"

Silberschiffe des Vereins der Freunde und Förderer
Gleich drei Kostbarkeiten schenkte der Verein der Freunde und Förderer dem Museum: Es handelt sich um Tafelaufsätze in Schiffsform aus massivem Silber. Solche Silberschiffe haben eine lange Tradition und unterstreichen die Bedeutung der Schifffahrt. Die ersten Darstellungen von Gefäßen in Schiffsform stammen aus Frankreich und reichen in das 13. Jahrhundert zurück. Seit Mitte des 14. Jahrhunderts sind diese Gefäße oftmals auch aus Silber. In der Form orientieren diese sich an den großen Seeschiffen ihrer Zeit. Sie kennzeichnen den Platz des Herrschers oder eines bedeutenden Gastes an der Tafel. Die kleineren Silberschiffe dienten dabei unterschiedlichen Zwecken, beispielsweise als Probierschale, Salzbehälter oder Trinkgefäß. Erst im 18. Jahrhundert kamen sie zeitweise aus der Mode. Ab dem 19. Jahrhundert wurden Silberschiffe wieder vermehrt als Zierobjekte geschätzt. Im bürgerlichen Haushalt oder dem Ratssilber einer Stadt dienten sie als Repräsentationsobjekte. Sie standen symbolhaft für Städtebündnisse, den
Bürgerfleiß und die positive Entwicklung der Binnenschifffahrt.

Im SchifffahrtMuseum haben zwei Silberschiffe aus Hanau, aus den Jahren 1911 und 1925, und eines aus Spanien circa von 1934 einen neuen Platz gefunden. Das ältere Hanauer Silberschiff zieren an Rumpf und Reling neben kunstvollen Ornamenten auch prominente mythologische Szenen. Der Rumpf des zweiten Schiffes wird von der Darstellung einer Seeschlange dominiert, das Hauptsegel schmückt ein großes Wappen. Bei beiden deutschen Tafelaufsätzen lässt sich das Deck mit den Aufbauten abnehmen. Die Vergoldung in der Schale des ältesten Schiffes weist auf eine Verwendung als Sauciere bei Tisch.

Das jüngste und der Punzierung nach in Spanien gefertigte Schiff entspricht dem Schiffstypus einer Galeone. Es ist vielfach mit spanischen Wappen verziert. 


Kunstvoll gearbeitete Bleiglasfenster
Unverhofft erhielt das Museum zudem drei kunstvoll gearbeitete Bleiglasfenster. Diese wurden in den 1930er Jahren von Peter Lottner gestaltet. Der anerkannte Glasmaler erhielt diverse Aufträge zur Gestaltung von Kirchenfenstern in Düsseldorf und der Region. Die Bleiglasfenster zeigen historisierend Szenen aus einem Hafen, unter anderem die Arbeit am Kran und im Kaufmannskontor. Die Fenster entstanden für die in Rheinnähe gelegene Villa eines Bankdirektors in Benrath. Der Auftraggeber drückte hiermit seine Wertschätzung für die Schifffahrt aus. Der wirtschaftliche Erfolg der Städte am Niederrhein war über Jahrhunderte eng mit der Binnenschifffahrt verwurzelt. Die Fenster wurden dem Museum von der Familie Bruhns geschenkt.


Seltene Darstellung der Rheinfront
"Die seltene Darstellung der Rheinfront stand schon länger auf der Wunschliste des Museums" freut sich Museumsleiterin Annette Fimpeler. Der Ankauf des Ölgemäldes "Reges Treiben auf der Rheinuferstraße in Düsseldorf" konnte erst durch die Unterstützung des Freundeskreises realisiert werden. Das Werk stammt von Wilhelm Lommen und entstand zwischen 1866 und 1877. Die Düsseldorfer Rheinfront wurde im 19. Jahrhundert vielfach abgebildet. Eher selten wird hier die Sicht auf das Entladen der alten Rheinschiffe gelenkt. Die Rahmendaten zur Entstehung des Gemäldes bilden die Einführung der Gaslaternen 1866 und der Abriss der Mauer an der rheinseitigen Schlossruine 1877. Der Künstler Wilhelm Lommen war 1859/60 nur kurz Akademieschüler in Düsseldorf. Er ließ sich in der Landeshauptstadt später jedoch dauerhaft nieder. Er malte vor allem Landschafts- und Lebensbilder aus Düsseldorf und der Niederrheinregion.

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