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Stadtentwicklung Stadtgrün

Weitere Planungen für die Bestattung muslimischer und jüdischer Verstorbene beschlossen


Erstellt:
Redaktion: Buch, Michael

Der Rat der Stadt Düsseldorf hat in seiner Sitzung am 10. Juli 2025 einen Bedarfsbeschluss gefasst und damit die Verwaltung beauftragt, die Planungen zur Sicherstellung des Bestattungsangebotes für muslimische und jüdische Verstorbene in Düsseldorf durchzuführen. In diesem Zusammenhang sollen im Bereich des Friedhofs Itter neue Bestattungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Jahrzehnte lang gibt es bereits in Düsseldorf Beisetzungsmöglichkeiten für muslimische und jüdische Verstorbene. Aus islamischer Sicht ist der Friedhof Ort zur Gewährleistung einer ewigen Totenruhe. Auch im Judentum besitzt das ewige Ruherecht einen sehr hohen Stellenwert. In beiden Religionen ist zudem im Bestattungsfall das Vorhandensein eines unberührten Bodens wichtige Voraussetzung für das Totengedenken.

Der Bedarfsbeschluss war erforderlich, da sich die Bestattungskapazitäten für beide Religionen in den nächsten Jahren dem Ende zuneigen. Während Muslime bereits auf dem Friedhof Itter bestattet werden, betreibt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf als Körperschaft des Öffentlichen Rechts als Friedhofsträgerin einen eigenen Friedhof auf dem Nordfriedhof. Flächen mit unberührtem Boden (der bisher noch nicht für Bestattungen genutzt wurde), die den Anforderungen dieser beiden Weltreligionen perspektivisch genügen, befinden sich in diesem Zusammenhang nur noch im Bereich des Friedhofs Itter. Dort befindet sich eine derzeit 7 ha große landwirtschaftlich genutzte Fläche, die im Rahmen der ursprünglichen Friedhofsbedarfsplanung als Erweiterungsfläche ausgewiesen wurde.

Der weiteren Planung zugrunde liegt ein Strukturkonzept für eine generelle Entwicklungsperspektive dieser Fläche. Demnach sollen für muslimische und jüdische Verstorbene Bestattungsflächen geplant werden. Für den Ausbau des muslimischen Grabfeldes können auf einer circa 2,5 ha großen Fläche etwa 1.400 Grabstellen eingerichtet werden. Die Fläche reicht auf Grundlage der aktuellen Beisetzungszahlen für circa 17 Jahre. Der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf könnten für einen neuen Friedhof rund 2,85 ha Fläche im östlichen Teil des Plangebietes durch Verkauf zur Verfügung gestellt werden. Die Planung und Realisierung der inneren Strukturen wie Wege, Grünflächen oder Gräber obliegt der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf als Friedhofsträgerin. Das muslimische Gräberfeld hingegen wird als Bestandteil des kommunalen Friedhofs Itter entwickelt.

Strukturierende und verbindende Elemente sollen in Form von öffentlichen Grünflächen geplant werden. Im Zuge der weiteren Planung wird auch eine Zufahrtsmöglichkeit aus nordwestlicher Richtung über die Ickerswarder Straße geprüft, um einerseits den jüdischen Friedhof autonom anbinden zu können und zugleich kurze Wege zu den nördlichen Grabfeldern auf dem Friedhof Itter zu gewährleisten.

Im Zuge der weiteren Planung werden der künftige Verlauf des Radschnellwegs RS 5 (Neuss, Düsseldorf, Langenfeld) oder eine mögliche Fortführung der Stadtbahn von der Universität bis in den Düsseldorfer Süden entsprechend aufgegriffen.

Nach aktueller Schätzung betragen die Gesamtkosten für die Sicherstellung des Bestattungsangebotes für muslimische und jüdische Verstorbene 2,91 Millionen  Euro.

Die Planungen sollen bis 2027 abgeschlossen sein, so dass nach einem abschließenden Beschluss im Jahr 2029 mit dem Bau begonnen werden könnte. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2030 vorgesehen.

Eine Übersicht zu den bisherigen Bestattungsformen und Grabarten auf städtischen Friedhöfen gibt es unter folgendem Link:

www.duesseldorf.de/stadtgruen/friedhof/bestattungsformen

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