Kultur

Förderpreise der Landeshauptstadt 2016: Düsseldorfer Nachwuchskünstler ausgezeichnet


Text: Meissner, Valentina

Traditionell in der Vorweihnachtszeit zeichnet die Landeshauptstadt Düsseldorf junge talentierte Künstler mit Förderpreisen aus. Diese sind mit jeweils 4.000 Euro dotiert. Sie werden in den Sparten bildende Kunst, darstellende Kunst, Musik und Literatur vergeben. Seit 1972 gibt es die Auszeichnungen. Seit 1985 wird außerdem alle zwei Jahre ein Preis für herausragende wissenschaftliche Leistungen vergeben. Die Vergabe erfolgt im Wechsel an die wirtschaftswissenschaftliche, die juristische, die mathematisch-naturwissenschaftliche, philosophische oder medizinische Fakultät. Oberbürgermeister Thomas Geisel hat die Förderpreise 2016 am Mittwochabend, 7. Dezember, im Kunstraum Düsseldorf verliehen.

Oberbürgermeister Thomas Geisel: "Mit den Förderpreisen der Landeshauptstadt werden junge Frauen und Männer für ihre außergewöhnlichen künstlerischen Leistungen geehrt. Sie sollen die hoffnungsvollen Düsseldorfer Talente nicht nur finanziell und ideell unterstützen, sondern sie ermutigen, ihren künstlerischen Weg weiter zu gehen."

Die Förderpreise für bildende Kunst gehen 2016 an Claudia Mann (Bildhauerin) und Matthias Wollgast (Fotograf). Im Bereich darstellende Kunst werden Wera Mahne (Regisseurin) und Kristin Schuster (Tänzerin) ausgezeichnet. Die Förderpreise für Musik erhalten Ivory Clay (Band) und Sukyeon Kim (Pianistin). Im Bereich Literatur wird Lea Beiermann (Autorin) geehrt.

Förderpreis für bildende Kunst
Claudia Mann:
Claudia Mann wurde 1982 in Wuppertal geboren. Von 2009 bis 2015 studierte sie an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Prof. Didier Vermeiren. Zuvor hatten Sie an der Bergischen Universität Wuppertal Angelistik und Kunstpädagogik studiert. Claudia Mann konnte ihre Werke bereits in einigen Ausstellungen präsentieren, so unter anderem im Rahmen der Schau "Die Grosse 2015" im Museum Kunstpalast. Internationale Beachtung fanden ihre Arbeiten unter anderem bei Ausstellungen in Maastricht und Toulouse. Aktuell sind einige ihrer Werke im KIT im Rahmen der Schau "de Statua Davor und Danach" zu sehen. In der Jury-Begründung heißt es unter anderem: "Die Leichtigkeit der Schwere scheint erstmal ein Paradox zu sein. In den Skulpturen von Claudia Mann findet dieses Gegensatzpaar jedoch seine Verkörperung. Die wuchtigen Skulpturen mit ihren erdigen, porösen Oberflächen setzen markante Akzente im Raum und muten dennoch wie florale fragile Gebilde an."

Matthias Wollgast: Matthias Wollgast wurde 1981 in Siegburg geboren. Er hat von 2004 bis 2011 ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf absolviert. Daran schloss sich ein Postgraduales Studium an der Kunsthochschule für Medien in Köln an. Seine Arbeiten waren in Düsseldorf unter anderem in der Kunstsammlung NRW zu sehen. Im Rahmen eines Auslandsstipendiums des Kulturamtes Düsseldorf 2013 konnte Matthias Wollgast seine Werke zudem in Mokau zeigen. In der Jury-Begründung heißt es unter anderem: "Wollgast fotografiert ohne Kamera, malt, ohne der Malerei verpflichtet zu sein, und arbeitet konzeptuell, ohne dass man ihn einen Konzeptkünstler nennen könnte. Für seine analytischen Spiele der Bilder und des 'Als ob' taucht er tief in die Gewässer der Kunstgeschichte hinab und fördert in neptunisches Licht gehüllte Schätze zutage: handkolorierte Fotografien, Künstlerbücher, Postkarten, ein komplettes Künstlerarchiv sowie sorgfältig präsentierte plastische Objekte in der Gestalt von leeren Badeanzügen, deren Trägerinnen an- und abwesend zugleich sind."

Förderpreis für darstellende Kunst
Wera Mahne: Wera Mahne wurde 1983 in Stuttgart geboren. Sie studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis in Hildesheim sowie Regie an der Hochschule für Musik und Darstellende Künste Porto (Portugal). Unter anderem war sie als Regisseur-Assistentin sowie Regisseurin im Jungen Schauspielhaus Düsseldorf tätig. Zudem arbeitete sie bei zahlreichen Projekten mit Kindern und Jugendlichen mit, wie im FFT oder für das Westwind Festival. In der Jury-Begründung heißt es unter anderem: "Wera Mahne zählt zu einer jungen Theater- und Regiegeneration, die Theaterarbeit konsequent von der Kinder- und Jugendarbeit her denkt und dabei selbstverständlich die Themenfelder Inklusion und Interkulturalität behandelt.[...] Das Theater wird bei Wera Mahne als ästhetischer Erfahrungsraum wie als konkreter Begegnungsraum mit dem Eigenen und dem Fremden immer wieder neu definiert."

Kristin Schuster: Kristin Schuster wurde 1987 in Emmerich geboren.  Seit 2007 studiert sie "Tanz" am Zentrum für Zeitgenössischen Tanz an der Hochschule  für Musik und Tanz Köln. Seit 2011 ist sie festes Ensemblemitglied bei "NEUER TANZ". Sie stand bei Gastauftritten unter anderem auf Bühnen in Amsterdam, Paris, Lissabon oder Mexico City. In der Jury-Begründung heißt es unter anderem: "Kristin Schuster zählt zu den eigenwilligen, herausragenden und starken Tänzerpersönlichkeiten ‎des Ensembles NEUER TANZ, Düsseldorf. Ihre Auszeichnung ist somit zugleich immer auch eine Auszeichnung für die Tänzerin als Teil dieses international renommierten Ensembles, als Autorin und Mitwirkende an einem Gesamtkunstwerk. [...] Die Tänzerin Kristin Schuster trägt mit hoher handwerklicher Präzision, mit künstlerischer Ausdruckskraft, auch mit Humor und Souveränität zu dieser ungewöhnlichen performativen Qualität bei."

Förderpreis für Musik
Band Ivory Clay: Die Band Ivory Clay war bereits bei der Jazz Rally, beim Open Source Festival und beim Internationalen Düsseldorfer Orgel (IDO) Festival zu sehen. Zuletzt erschien nun ihr Debütalbum "Doubt". Unter anderem heißt es in der Jury-Begründung: "Die Musik der Band Ivory Clay in eine Schublade zu stecken, fällt schwer. Das ist auch die Absicht. Denn Nino Peschel, Pulad Mohammadi, Michael Kemkes und Sami Raboun arbeiten gemeinsam an ihrer eigenen, ästhetischen Welt: einem audiovisuellen Kosmos, in dem die menschliche Stimme und warme Sphärenklänge auf Dokumentationen von Krieg und Zerstörung treffen oder auf Bilder, die das Entstehen neuen Lebens ankündigen."

Sukyeon Kim: Sukyeon Kim wurde 1988 in Iksan (Südkorea) geboren. Sie studierte Klavier an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Sie gab Konzerte unter anderem in der Tonhalle und im Schloß Benrath, zudem trat sie mit den Düsseldorfer Symphonikern auf. In der Jury-Begründung heißt es unter anderem: "Mit künstlerischer Vielseitigkeit und hellwacher Aufgeschlossenheit unterschiedlichsten musikalischen Perspektiven und Strömungen gegenüber bereichert die Pianistin Sukyeon Kim seit nahezu zehn Jahren das Düsseldorfer Musikleben. Mit ihrem auffallend risikofreudig-virtuosen und zugleich durchdacht reflektierten Klavierspiel hinterlässt sie dabei inzwischen auch weit über die Grenzen der Landeshauptstadt hinaus großen Eindruck."

Förderpreis für Literatur
Lea Beiermann:
Lea Beiermann wurde 1992 in Düsseldorf geboren. Sie hat ein Studium in den Fächern Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim absolviert. Seit 2015 studiert sie an der Maastricht University "Cultures of Arts, Science and Technology". Sie schreibt Lyrik und arbeitet als Journalistin. Lea Beiermann ist Mitautorin des 2014 erschienenen Bandes "Endlich Düsseldorf! Dein Stadtführer". Im Dezember kann man ihr Lyrikbändchen "Grasland" an Düsseldorfer Literaturautomaten ziehen. In der Jury-Begründung heißt es unter anderem: "Lea Beiermann ist eine vielseitig tätige, junge Autorin und Journalistin, die über ein großes Entwicklungspotential verfügt. Selbst Erlebtes beschreibt sie nachvollziehbar und – im wahren Wortsinne – "be-rührend". [...] Sie kreiert in ihren Gedichten eine poetische Eigenwelt aus konkreten Eindrücken und Empfindungen, in der das lyrische Subjekt hinter die entworfenen Sprachbilder zurücktritt."

 

 

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