Stadtteil-Gespräch am 16. September 2015 in Heerdt

  • Oberbürgermeister Thomas Geisel im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern in Heerdt. (C) Michael Gstettenbauer Oberbürgermeister Thomas Geisel im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern in Heerdt. (C) Michael Gstettenbauer

Das dritte in meiner Reihe von Stadtteil-Gesprächen habe ich am 16. September 2015 im Dominikus-Krankenhaus in Heerdt geführt. Interessierte Bürgerinnen und Bürgern konnten sich zu Wort melden oder mittels vor Ort verteilten Karten ihre Anregungen oder Fragen an mich loswerden.

Frage: Das Autofahren in der Stadt macht keinen Spaß mehr. Was sagen Sie dazu?

Antwort: Ehrlich gesagt: Ich finde es jetzt nicht so schlimm, wenn das Autofahren mitten in der Stadt keinen großen Spaß macht. Ich bin durchaus der Meinung, dass gerade in der Innenstadt der Individualverkehr, sprich der Autoverkehr, nicht das Verkehrsmittel der Wahl ist. Es ist einfach besser, umweltfreundlicher, weniger Raum verbrauchend, wenn wir öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad nutzen. Deshalb sollten wir den Spaßfaktor beim Auto nicht auch noch erhöhen und damit zusätzlichen Anreiz schaffen, das Auto mitten in der Innenstadt zu nutzen.

Frage: Wir freuen uns auf unser neues Bad in Heerdt mit Rheinblick! Danke dafür!

Antwort: Ich glaube auch, dass dieses Bad eine sehr, sehr gute Lösung in vielerlei Hinsicht ist. Erst einmal glaube ich, dass es eine tolle Lage ist. Das ist ja nun wirklich - ich habe glaube in meiner Haushaltsrede gesagt - von innen und von außen ein Hingucker. Und was mir natürlich besonders gut gefällt: Es ist auch wirtschaftlich eine sehr sinnvolle Sache, dass wir den bisherigen Standort in Oberkassel aufgeben. Das ist ein sehr werthaltiger Wohnstandort. Da wird Wohnungsbau entstehen. Wir werden aus dem Grundstücksverkauf im Wesentlichen die Beträge erlösen können, die erforderlich sind, um dieses Bad neu und sehr modern und bedarfsgerecht am Rheinufer hier in Heerdt zu errichten. Auch im ganzen Linksrheinischen wird es viele Leute geben, die dieses Bad benutzen.

Frage: Stichwort Bäderkonzept. Werden die Sanierungen und Neubauten der Bäder barrierefrei werden?

Antwort: Die Bädergesellschaft Düsseldorf wird den DIN-gerechten Ausbau der Bäder für die Barrierefreiheit gewährleisten und dafür gegebenenfalls Fachplaner - wie beim Bau des neuen Rheinbads - hinzuziehen. Ich bitte um Verständnis, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben zu Detailplanungen einzelner Bäder machen kann.

Frage: An der Brüsseler Straße, wird viel gerast, aber kaum geblitzt. Warum nicht?

Antwort: Also zunächst einmal: Wir als Kommune dürfen keine Blitzer aufstellen, sondern nur stationäre Tempomessanlagen. Die anderen Anlagen sind von der Polizei und damit vom Land. Die stationären Einrichtungen bringen offensichtlich nur ganz am Anfang etwas, aber sobald die Leute wissen, da ist der Blitzer, bremsen sie jedesmal ab. Aber da gibt es unterschiedliche Meinungen. Ich bin gerne bereit, das Thema noch einmal zu diskutieren. Vor allem für Bereiche, wo die Betroffenheit der umliegenden Wohnungen am größten ist. Und es gibt ja durchaus auch stationäre Blitzer, die einen signifikanten Ertrag für die Stadtkasse bringen. Das möchte ich nicht ganz verleugnen.

Frage: Wann bekommen wir Anzeigentafeln an den Rheinbahn-Haltestellen?

Antwort: Das steht auf der Tagesordnung der nächsten Aufsichtsratssitzung der Rheinbahn. Also ihr Wunsch ist gewissermaßen bereits erhört worden und ich gehe davon aus, dass die Sache auch zeitnah realisiert wird. Ich finde das auch wichtig. Am allerbesten fände ich es, wenn man sich darauf verlassen könnte, Anzeigentafel hin oder her, dass alle fünf Minuten eine Straßenbahn kommt. Soweit sind wir noch nicht - aber auch da arbeiten wir dran.

Frage: Ist ein Wochenmarkt für Heerdt / Nikolaus-Knopp-Platz in Planung?

Antwort: In der Vergangenheit gab es im Stadtteil Heerdt einen Wochenmarkt, der jedoch wegen der geringen Kundennachfrage eingestellt werden musste. Ein Antrag zur Eröffnung eines Markts in Heerdt liegt der Verwaltung derzeit nicht vor. Darüber hinaus gibt es nach Auskunft des zuständigen Amtes für Verbraucherschutz aktuell auch keinen Bedarf hinsichtlich der Etablierung eines Wochenmarktes.

  • Oberbürgermeister Thomas Geisel mit Radio- und Fernsehmoderatorin Claudia Monréal und Dr. med. Christof Wald, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin / Kardiologie im Dominikus-Krankenhaus. (C) Michael Gstettenbauer Oberbürgermeister Thomas Geisel mit Radio- und Fernsehmoderatorin Claudia Monréal und Dr. med. Christof Wald, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin / Kardiologie im Dominikus-Krankenhaus. (C) Michael Gstettenbauer

Frage: Und wie wird der Verkehr am Nikolaus-Knopp-Platz geregelt?

Antwort: In die bestehende Bahnsteiglage wird der Hochbahnsteig als Mittelbahnsteig in einer Höhe von 95 cm über Schienenoberkante errichtet. Die Haltestelle wird zukünftig mit zwei barrierefreien Zugängen ausgestattet. Der bisherige Zugang am westlichen Ende wird mit Rampen ausgerüstet. Am östlichen Bahnsteigende entsteht ein zusätzlicher Zugang, der ebenfalls mit Rampen ausgestattet wird. Dieser Zugang verbessert die Umsteigebeziehung Stadtbahn/Bus wesentlich, da im Zusammenhang mit dieser Maßnahme der barrierefreie Ausbau der beiden Bushaltestellen erfolgen wird.

Der Hochbahnsteig wird dem Standard entsprechend mit den in Düsseldorf an Hochbahnsteigen durchgängig eingesetzten Fahrgastunterständen und Kameras zur Bahnsteigbeobachtung ausgestattet. Die Dynamische Fahrgastinformation erhält zusätzlich eine Sprachausgabe.

Der Fußgängerüberweg und die Ampel am westlichen Bahnsteigende werden erneuert und der Fußgängerüberweg am östlichen Bahnsteigende wird mit einer Lichtsignalanlage neu erstellt. Die Gleisquerung wird am westlichen Zugang rechtwinklig zum Gleis mit optischer Warnanlage ausgebildet und am östlichen Zugang als Z-Querung. Diese wird mit einem zusätzlichen Warnton ergänzt, um die Aufmerksamkeit für die querenden Bahnen zu wecken. Zusätzlich erhalten die Haltestellen und Zugänge ein Leitsystem aus Bodenindikatoren.

Aufgrund der beschriebenen Maßnahmen ist eine Verlegung des Radweges über die Platzfläche des Nikolaus-Knopp-Platzes erforderlich. Der Grünstreifen schließt sich somit direkt an die Fahrstreifen an.

Durch den erforderlichen baulichen Eingriff in den Platz wird die Möglichkeit genutzt, die Parkplätze und Taxistellplätze neu zu strukturieren. Zukünftig werden ca. 15 Parkplätze und drei Taxistellplätze angeordnet. Im heutigen Zustand sind ca. 20 ungeordnete Parkplätze vorhanden.

Für den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen, insbesondere der stadteinwärts liegenden Haltestelle, muss diese etwas nach Süden verschoben werden. In diesem Zusammenhang werden der Rad- und Gehweg entsprechend verschwenkt und verbreitert. Auch für die stadtauswärts liegende Bushaltestelle werden im Zuge des barrierefreien Ausbaus der Rad- und Gehweg angepasst und verbreitert. Für die Realisierung der geplanten Maßnahme müssen drei Bäume, von denen zwei Bäume nach der Baumschutzsatzung geschützt sind, gefällt werden. Diese Bäume werden durch die Neupflanzung von vier großkronigen Bäumen ersetzt.

Der Baubeginn ist für das vierte Quartal 2016, nach der voraussichtlich im Spätsommer 2016 erfolgenden Inbetriebnahme des Hochbahnsteiges am Dominikus-Krankenhaus, geplant.

Frage: Werden lärmmindernde Grünstreifen zwischen die Rheinbahnschienen gelegt?

Antwort: Zwischen den Haltestellen Nikolaus-Knopp-Platz und Dominikus Krankenhaus befindet sich bereits in Teilen eine Raseneindeckung (Nikolaus-Knopp-Platz bis Kribbenstraße). Im Bereich von Bahnsteigen und Weichen ist eine Begrünung nicht zweckmäßig, bzw. technisch nicht möglich, weshalb eine Begrünung für diese Bereiche nicht (mehr) erfolgt.

Ab der Kribbenstraße stadteinwärts verbleibt ein Teilabschnitt aus Schottergleis mit Holzschwellen. Da eine Begrünung von Gleistrassen nur auf Betonschwellen möglich ist, müsste dieser Abschnitt zunächst umgerüstet werden, bevor er begrünt werden kann. Dies ist nach Auskunft der Rheinbahn in den nächsten 5 Jahren nicht vorgesehen.

Frage: Warum werden unsere Gaslaternen nicht alle erhalten? Die Verwaltung arbeitet hier mit falschen Angaben!

Antwort: Also, ich weiß, es ist ein Thema, das erhitzt die Gemüter. Ich sage auf der anderen Seite, es gibt noch drängendere Probleme in der Landeshauptstadt Düsseldorf als die Gaslaternen. Ich finde eigentlich den Vorschlag, den wir in der Verwaltungskonferenz auf die Initiative von Herr Dr. Keller entwickelt haben, genau richtig: Natürlich ist es Teil des kulturellen Erbes dieser Stadt. Deswegen sollten wir dort, wo es eine zusammenhängende auch optisch im Straßenbild wahrnehmbare Gasbeleuchtung gibt, diese Gasbeleuchtungen erhalten. Da kommt man auf eine Zahl von zwischen 4.000 und 5.000 Gaslaternen in geschlossenen Straßenzügen. Aber dort, wo es ohnehin schon ein Lichtquellenmix gibt, also wo es ohnehin nicht mehr den klassischen Eindruck der Gasbeleuchtung gibt, da ist es okay auf LED umzuschalten. Das ist preiswerter, das ist nicht so instandhaltungsaufwendig und ökologisch vertretbarer. Es gibt übrigens auch viele, gerade ältere Menschen, die sich im hellen LED-Licht viel sicherer fühlen.

Selbstverständlich kann über die Gewichtung und die Abwägungsschwerpunkte diskutiert werden, den Vorwurf einer falschen bzw. irreführenden Darstellung seitens der Verwaltung weise ich jedoch entschieden zurück.

Aktuell bereitet die Verwaltung eine Beschlussvorlage vor, die im laufenden Jahr in den Rat eingebracht werden soll. Dazu werden weiterhin Gespräche u. a. mit dem Amt für Denkmalpflege geführt und die rechtlichen bzw. technischen Möglichkeiten zum Fortbetrieb der Gasbeleuchtung geprüft.

Alle Anregungen, somit auch Ihre, werden gesammelt, geprüft und fließen in die Verwaltungsvorlage und den weiteren Entscheidungsprozess ein.

Vor einer Entscheidung des Rates über die Fortschreibung des Masterplans sollen die Vorschläge der Verwaltung in einer Bürgerinformationsveranstaltung einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert werden.Bis zur Entscheidung durch den Rat gilt ein Moratorium "Gasbeleuchtung" , d. h. es werden keine Gasleuchten umgerüstet, soweit nicht Gefahr im Verzug (z. B. nach Unfallbeschädigung, bei Standsicherheitsgefährdungen oder an stark korrodierten Anlagen) vorliegt und deshalb eine Umrüstung der Gaslaternen aus Gründen der Betriebssicherheit geboten ist.

Frage: Unsere Schulen sind überfüllt und wir brauchen nicht nur Gymnasien, sondern auch Gesamt- und Realschulen!

Antwort: In Heerdt liegt an der Heerdter Landstraße 186 die Gemeinschaftsgrundschule Heinrich-Heine-Schule mit dem katholischen Teilstandort an der Pestalozzistraße 30. Die Schule hat 364 Kinder in 16 Klassen (durchschnittliche Klassenstärke unter 23 Kindern) und neun Offene Ganztagsschul-Gruppen (OGS-Gruppen) bei einem Bestand von 31 Räumen. Nach der Schülerprognose werden die Schülerzahlen in den nächsten Jahren zunächst konstant bleiben und im Schuljahr 2020/21 um ca. 20 steigen. Um den prognostizierten steigenden Raumbedarf aus den Neubaugebieten in Heerdt zu decken, wird in der aktuellen Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung, über die der Rat am 5. November beschließen wird, vorgeschlagen, nach Auszug des Albrecht-Dürer-Berufskollegs (dieses nutzt eine Dependance an der Pestalozzistraße) den dadurch freiwerdenden Gebäudeteil für die Grundschule mitzunutzen.

Die Statistik zu den Übergangsquoten aus Grundschulen auf weiterführende Schulen in Heerdt sagt uns, dass der Bedarf an Gymnasialplätzen weit über der Nachfrage an Real- und Gesamtschulplätzen liegt. Ein wohnortnahes Schulangebot für Realschülerinnen und Realschüler aus dem linksrheinischen Bereich ist derzeit durch die Carl-Benz-Realschule in Oberkassel vorhanden.

Unabhängig davon wird in dem folgenden Paket zur Umsetzung schulorganisatorischer Maßnahmen ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der Realschulen gelegt, um dem allgemein tatsächlich steigenden Bedarf an Realschulplätzen gerecht zu werden. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang jedoch auch, dass die Stadt ihr Angebot an Gesamtschulplätzen in den kommenden Jahren kontinuierlich weiter ausbaut. Die daraufhin zur Verfügung stehenden weiteren Gesamtschulplätze werden Schülerinnen und Schülern aus dem gesamten Stadtgebiet zugute kommen. Dieses steigende Angebot an Gesamtschulplätzen wird gleichzeitig dazu führen, dass der Bedarf an Realschulplätzen zurückgehen wird.

Frage: Unsere Straßenbahnen und Straßen sind überfüllt, was tun Sie dagegen?

Antwort: Zur Zeit werden die Rahmenbedingungen geschaffen, dass z. B. eine Taktverdichtung und Beschleunigung des Straßenbahnverkehrs vorgenommen werden kann. In den Hauptverkehrszeiten ist nicht nur im linksrheinischen Bereich zu beobachten, dass die Straßenbahnen sehr gut gefüllt sind. So soll durch Einschränkung der Linksabbiegemöglichkeiten des Kraftfahrzeugverkehrs eine Beschleunigung des Straßenbahnverkehrs erzielt werden. Durch die hohe Zahl der täglichen Einpendler in das Stadtgebiet Düsseldorf, die auch das Kraftfahrzeug nutzen, kommt es in den Hauptverkehrszeiten immer wieder zu Verkehrsansammlungen auf den Hauptstraßen im Düsseldorfer Straßennetz. Um diesem entgegen zu wirken, soll z. B. eine Taktverdichtung des öffentlichen Personennahverkehrs erfolgen. Zudem wird das Radwegenetz in naher Zukunft erheblich ausgebaut. Hierzu laufen die entsprechenden Planungen bereits.

Frage: Welche Flüchtlingsunterkünfte sind im Bereich Heerdt/Lörick/Ober- und Niederkassel geplant?

Antwort: In Heerdt gibt es bisher eine Flüchtlingsunterkunft auf der Burgunderstraße (63 Personen in Wohnungen). Des Weiteren stehen im Stadtbezirk 4 noch Unterbringungen auf der Schanzensstraße (zurzeit noch teilweise aufgrund des Brandes gesperrt, Kapazität 208 Personen in Wohnungen) und auf der Hansaallee / Niederkassler Lohweg (34 Personen in Wohnungen) zur Verfügung. Am Ende des Jahres wird eine Containeranlage neuen Typs auf der Oberlöricker Straße für maximal 200 Personen fertiggestellt sein und belegt werden.

Frage: Kann die SWD nicht unser Wohnprojekt in ihre Vorhaben an der Hansaallee einbeziehen?

Antwort: Ich begrüße Ihr Engagement. Das von Ihnen angesprochene Grundstück (Hansaallee 272-278) zwischen Hansaallee und Niderkasseler Lohweg hat die SWD von uns gepachtet und verwaltet die dortigen Mietwohnungen. Erst nach Abschluss des B-Planverfahrens wird die SWD über das weitere Vorgehen an diesem Standort beraten. Sie hat aber bereits signalisiert, dass sie sich eine Kooperation mit ihrer Wohngruppe vorstellen kann.

Frage: Unser Zentrum muss attraktiver werden - mit mehr Einkaufsmöglichkeiten und Szene-Cafés. Was tun Sie dafür?

Antwort: Das Problem haben wir in verschiedenen Stadtteilen. Der Nikolaus-Knopp-Platz ist ja das Zentrum von Heerdt. Sinnvollerweise sollte das dann auch das Zentrum des Einzelhandels, der Gastronomie, also des bürgerschaftlichen Lebens in der Stadt sein. Leerstand ist besorgniserregend. Das wird im neuen Rahmenplan "Einzelhandel" klar zum Ausdruck gebracht. Wir wollen die Stadtteilzentren stärken und den großflächigen Einzelhandel auf der grünen Wiese so weit wie möglich zurückdrängen. Jetzt gibt's da natürlich schon bestehende Einrichtungen, die wir nicht schließen können. Wobei ich andererseits sagen muss, was an der Pariser Straße an Wohnungsbau entsteht, was an zusätzlicher Kaufkraft hier entsteht, das ist ja alles fußläufig vom Nikolaus-Knopp-Platz. Das will ich hoffen, dass es dann zu einer ohnehin Stärkung und Attraktivität des Platzes führt. Da müsste man sich noch anschauen, was man da auch durch eine Gestaltung des öffentlichen Raumes noch zusätzlich attraktiver gestalten kann. Zudem wurde jetzt die Koordinationsstelle Kreativwirtschaft im Rathaus geschaffen, die hat auch die Aufgabe, solche Leerstände zu ermitteln und vielleicht diesen Leerstand vorübergehend zu nutzen, etwa für eine Kunstausstellung. Wenn man dem den Raum und die Fläche zur Verfügung stellt, so lange sich da eben kein anderer Nutzer gefunden hat, dann ist es ein Hingucker, dann gehen die Leute dahin und dann sieht es nicht so leer und verwahrlost aus. Aber ich tue mich immer ein bisschen schwer, von der Stadt zu erwarten, dass wir jetzt Szenecafés gründen in Stadtteilzentren. Das überfordert unsere Möglichkeiten. Wir haben gute Planer und gute Stadtentwickler. Aber in der Gastronomie sind wir nicht ganz so fit...

Frage: Der Verkehr wird immer mehr. An der Brüsseler Straße warten wir auf eine Lärmschutzwand. Stattdessen haben wir Gärten, die genutzt werden, eine Freizeitanlage und leider eine KITA...

Antwort: Persönlich bin ich schon der Meinung, es ein Lärmniveau gibt, dass in der Großstadt auch hinzunehmen ist. Also, was ich für überzogen hielte, ist, dass im Prinzip mittlerweile jede Straße - selbst dann, wenn sie nicht unmittelbar an Grundbebauung grenzt, sondern dann noch Grünflächen dazwischen sind, die als Spielflächen oder was immer genutzt werden -, da muss nicht überall eine Lärmschutzwand entstehen. Die sind ja auch erst einmal nicht so wahnsinnig schön. Auch schwer erträglich ist, dass man kaum mehr einen Sportplatz bauen kann, einen Tennisplatz oder Kinderspielplatz, ohne aufwändig gestaltete Lärmschutzwänden. Es kann nicht sein, dass wir jede Lärmquelle mit 3,50 m hohen Schallschutzwänden abschotten von der Außenwelt. Das ist, glaube ich, kein sehr zivilisiertes Zusammenwohnen in der Stadt. Lärmschutz hat ein Maß und Ziel. Es kann nicht sein, dass wir jetzt einen Standard hier einführen, dass wir sagen, also wir wohnen zwar mitten in Düsseldorf, aber haben eine Geräuschentwicklung wie irgendwo im ländlichen. Das wird nicht gehen.