Stadtteil-Gespräch am 31. Januar 2017 in Reisholz/Hassels

  • Oberbürgermeister Thomas Geisel beim 15. OB-Dialog am 31. Januar 2017 in Reisholz/Hassels. Dahinter: Kerstin Jäckel-Engstfeld, Leiterin Amt für Kommunikation. (C) Michael Gstettenbauer Oberbürgermeister Thomas Geisel beim 15. OB-Dialog in Reisholz/Hassels. Dahinter: Kerstin Jäckel-Engstfeld (Leiterin Amt für Kommunikation), die dieses Mal die Veranstaltung moderierte. Foto: Michael Gstettenbauer

Das fünfzehnte in meiner Reihe von Stadtteil-Gesprächen habe ich am 31. Januar 2017 in Reisholz/Hassels geführt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger konnten sich zu Wort melden oder mittels vor Ort verteilten Karten ihre Anregungen oder Fragen an mich loswerden.

Frage: Wird es bald eine Reduzierung der Geschwindigkeit für die Straße "Am Schönenkamp" geben?

Antwort: Die Reduzierung der Geschwindigkeit für die Straße "Am Schönenkamp" wird im Bereich des Altenheims und des Kindergartens im Sommer 2017 erfolgen.

Frage: Können Sie das Projekt "Heiligenhauser Straße" erklären? Baugruppen sollen sich zusammenfinden.

Antwort: An der Heiligenhauser Straße gibt es ein städtisches Grundstück, das in der Tat nur an einen Zusammenschluss von Personen zu einer Baugemeinschaft oder zu einer Wohngruppe verkauft werden soll. Diese Baugemeinschaft muss nachweisen, dass sie eine Bebauung plant, die sie zum gemeinschaftlichen Wohnen nutzen möchte. Zum Beispiel wäre ein Mehrgenerationenprojekt möglich, in dem junge und ältere Menschen unter einem Dach wohnen. Dabei würden sie in Gemeinschaftsräumen einen aktiven Austausch pflegen und sich untereinander helfen. Auch andere Formen von Wohngruppen sind denkbar. Weitere Informationen, die Frist zur Abgabe einer Bewerbung und Ansprechpartner finden Sie im Internet unter www.duesseldorf.de/liegenschaften/aktuelle-grundstuecksangebote/verkauf/heiligenhauser-strasse.html.

Frage: Wird es einen Lärmschutz zur Autobahn geben?

Antwort: Der Landesbetrieb Straßenbau NRW wird auf der A 59 im Bereich zwischen der Anschlussstelle Düsseldorf-Süd bis zum Autobahnkreuz Monheim-Süd (ca. 7,5 km) eine Fahrbahnerneuerung durchführen. Der Einbau eines lärmarmen Fahrbahnbelages wird den Lärm reduzieren. Die vorhandenen Lärmschutzwände werden größtenteils erneuert. Der Landesbetrieb Straßenbau NRW plant zurzeit keine Erhöhung der Lärmschutzwände. Wir als Stadt Düsseldorf haben ein Lärmgutachten beauftragt. Auf Grundlage der noch ausstehenden Ergebnisse, wird mit dem Landesbetrieb abgestimmt, ob es vielleicht doch zu einer Erhöhung der Lärmschutzwände kommt.

Frage: Wie groß wären die Probleme der Stadtteile Holthausen und Itter in Bezug auf Lärmbelastung bei Fertigstellung des D.Ports in Düsseldorf Reisholz?

Antwort: Zur zukünftigen Entwicklung des Reisholzer Hafens wird eine Machbarkeitsstudie erstellt. Das Thema der Lärmbelastung wird im anschließenden Bauleitplanverfahren unterschieden nach Verkehrs- und Gewerbelärm intensiv untersucht. Hierzu wird es auch mehrere Bürgerbeteiligungen geben, die Termine erfahren Sie aus der Tagespresse und auf den Internetseiten des Stadtplanungsamtes. Die hierzu erforderlichen Untersuchungen werden aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Frage: Wann wird der Radweg auf der Kappeler Straße saniert?

Antwort: Auf der Kappeler Straße ist aktuell keine Radwegesanierung geplant. Informationen zum Radverkehr in unserer Stadt finden Sie unter www.duesseldorf.de/radschlag. Bei Fragen können Sie Sich gerne an mein RADschlagTeam unter folgender Emailadresse wenden: radschlag@duesseldorf.de.

  • Oberbürgermeister Thomas Geisel unterwegs in der S-Bahn zum OB-Dialog nach Reisholz. Neben ihm: Referentin Linda Josephs. (C) Michael Gstettenbauer Oberbürgermeister Thomas Geisel unterwegs in der S-Bahn zum OB-Dialog nach Reisholz. Neben ihm: Referentin Linda Josephs. Foto: Michael Gstettenbauer

Frage: Eine Uhr für die Paulsmühle! Vergangenheit: Eine Uhr zeigte den Menschen in der Paulsmühle die Uhrzeit an. Zukunft: Diese Uhr wird gerettet und erinnert im Mühlenviertel/Schule an die Vergangenheit.

Antwort: Die Entwicklung des Mühlenviertels sieht im Wesentlichen eine Wohnbebauung vor. Ein markanter Punkt z.B. ein Turm oder ein großes öffentliches Gebäude, an dem eine weiterhin sichtbare Uhr angebracht werden könnte, ist nicht vorgesehen. Auch im Bereich der Albrecht-Dürer-Schule ist kein Turm etc. vorgesehen und die Planungen sind bereits abgeschlossen.
Ich habe Ihre Anregung aber an das Amt für Stadtplanung weitergegeben, sollte doch noch eine Möglichkeit zur Umsetzung Ihres Vorschlags erkennbar sein.

Frage: Am Rethert fehlen in beiden Kurven (am Spielplatz) und bis Haus-Nr. 42 Spiegel. Immer wieder parken  in der Kurve Haus-Nr. 42 (Halteverbot!!!) PKWs. Tolle Einnahme-Quelle!! Vor drei Jahren hatte ich Zettel schon Mitarbeitern vom Ordnungsamt in PKW (Kontrolle) diesen Hinweis geben = Null-Reaktion.

Antwort: Das Halteverbot auf Ihrer Straße Am Rethert wird durch die Dienstkräfte der Verkehrsüberwachung regelmäßig, 2-3 Mal in der Woche kontrolliert. Erfahrungsgemäß werden dort jedoch meist keine falsch parkenden Fahrzeuge festgestellt. Leider ist es der Verkehrsüberwachung nicht möglich, im gesamten Stadtgebiet ständig vor Ort zu sein. Sie haben generell die Möglichkeit, falsch parkende Fahrzeuge per Email (bussgeldstelle@duesseldorf.de) oder Post (Bußgeldstelle Düsseldorf, Erkrather Straße 1-3, 40233 Düsseldorf) anzuzeigen. Dafür benötigt das Amt neben Ihrem Vor- und Nachnamen, den genauen Ort des falsch parkenden Fahrzeuges (Adresse), die Tatzeit, das Kennzeichen, das Fabrikat und die Farbe des Fahrzeuges. Fotos zum Beweis oder ein zweiter Zeuge sind ebenfalls hilfreich. Weitere Informationen finden Sie unter www.duesseldorf.de/ordnungsamt/verkehrueb/drittanzeige.html.
Die fehlenden Spiegel werden vom Amt für Verkehrsmanagement geprüft.

Frage: Wir als Organisatoren des Veedelszuges in Reisholz haben Angst, dass noch weitere Kosten bzgl. Sicherheit auf uns zukommen. Es sind alle Gelder schon verteilt.

Antwort: Sie meinen jetzt, ob ich Ihnen sagen kann, ob und in welcher Höhe ggf. Kosten auf Sie zukommen. Ich nehme an, dass die Behörden wahrscheinlich wissen wollen, wo der Zug genau entlang geht, wie ggf. Gefahrenstellen gesichert sind. Ich persönlich hatte neulich ein Gespräch mit den CC-Vertretern, übrigens mit den Schützen auch, in einer ähnlichen Sache. Aber, dass wir, wenn Auflagen erfüllt werden müssen, um das Brauchtum auszuüben, und Urheber dieser Auflagen die öffentliche Hand ist -  also die Stadt, dann wäre es unfair, dem Brauchtum die Kosten hierfür aufzuerlegen. Aber jetzt machen Sie sich mal keine großen Sorgen. Ich glaube nicht, dass die Auflagen so sein werden, dass der Zug gefährdet ist.

Frage: Ich wundere mich über Bewohnerbeschwerden beim Karneval schon um 20.30 Uhr.

Antwort: Ich bin da in guter Gesellschaft. Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass es ein immer größeres Maß an Unduldsamkeit gibt, gegenüber Brauchtums-Veranstaltungen generell. Wir sind nun einmal eine Karnevalshochburg. In der Großstadt ist es nun einmal so, die Großstadt funktioniert nach dem Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme. Und ich glaube, jeder wird verstehen, in der Karnevalszeit ist ein bisschen mehr Lärm zulässig und auch länger, jedenfalls am Wochenende. Wer eben gerne dort wohnt, wo nicht um 20.30 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden, der muss sich in Düsseldorf mit den hiesigen Gepflogenheiten vertraut machen. Ich bin nicht der Meinung, dass wir da unsere Ordnungsbehörden einsetzen sollten, um eine Ruhe wie in "Posemuckel" zu schaffen; und schon gar nicht in der Karnevalszeit. Ich bin der Meinung, ab Wochenende bei einer Veranstaltung, die schon länger angekündigt ist - gewissermaßen zum Veranstaltungskalender gehört, da kann sich auch jeder darauf einrichten, dass es da mal ein bisschen länger laut ist. Das gehört - wie gesagt - zum Stadtleben dazu.

Frage: Letztes Jahr Samstag, bei der großen Party, kam das Ordnungsamt, es war zu laut. Es lag aber daran, die Entlüftung war auf halb gestellt, der Saal war voll und die Musik war laut und dann wurden die Türen geöffnet. Das war laut, das Ordnungsamt kam vorbei, weil sie der Sache nachgehen müssen.

Antwort: Deswegen sage ich auch, gegenseitige Rücksichtnahme. Wenn man tatsächlich auch Spaß haben kann, wenn man die Türen zugemacht hat, wenn man eine Pause macht, dann kann man die Fenster wieder öffnen. Man muss natürlich auch ein bisschen Rücksicht nehmen. Und ich glaube auch, die meisten meiner Mitarbeiter der Ordnungsbehörden haben ein ganz feines Gespür dafür, was geht und was nicht.

Frage: Viele Familien, die schon lange in Hassels leben, sehen sich gezwungen wegzuziehen, weil die Mieten zu hoch sind. Das Jobcenter zahlt nicht mehr die ganze Miete.

Antwort: Sie sprechen hier ein Thema an: Ich habe mir das auch vor Ort angesehen. Ich muss Ihnen wirklich sagen, es ist in der Tat ein ungeheuerlicher Vorgang. Was hier gemacht wurde, es sind ja Wohnungen, das weiß jeder, mit einem hohen Anteil von Bewohnern, die Leistungen beziehen, die insofern natürlich ihre Mietkosten auch erstattet bekommen, zunächst natürlich unter der Voraussetzung, dass die Miete bezahlbar ist. Der erste Vorgang, den ich schon gar nicht verstehe: Dass es erstens ein Gesetz gibt, das vorsieht, dass man Sanierungsaufwand in Höhe von 11 Prozent pro Jahr umsetzen kann, über die Miete. Das bedeutet, dass man im Prinzip eine Sanierung die für 25 oder 30 Jahre eine Werterhöhung bedeutet, hat sich nach 9 Jahren bereits vollständig amortisiert hat. Da stimmt schon was nicht am Gesetz. Dass zweitens im Prinzip kein Deckeln nach oben besteht, dass man eine Wohnung, die vorher 5 Euro/ gekostet hat, hochsanieren kann, dass sie jetzt 10 Euro/ kostet, das ist nach meinem Dafürhalten auch unverhältnismäßig. Was im Ergebnis dann passiert, ist, dass letztlich entweder die Mieter gezwungen sind, auszuziehen, oder das Jobcenter bzw. die Stadt im Prinzip diese Mieterhöhung mit zahlt über die Kosten für die Unterkunft. Ich muss wirklich sagen, das ist ein Skandal. Was man sich in der Tat noch einmal anschauen muss ist, dass das Gesetz geändert werden muss.

Frage: Zu den Härtefallregelungen gibt es bisher noch keinen Fall, wo die Härtefallregelung greift. Es gibt wenige Gerichtsverfahren, aber noch keine Entscheidungen.

Antwort: Eines ist völlig klar, dass jemand, der Hilfe zum Lebensunterhalt bekommt, also Hartz IV bekommt, kann nicht daraus auch noch einen Teil der Miete zahlen. Die Zahlungen sind so bemessen, dass man sich den Lebensunterhalt außerhalb der Miete leisten kann. Da bleibt ja wenig übrig. Eine Frage, die Sie mir gestellt haben, das größte Problem ist ja, dass es in Düsseldorf praktisch keine Wohnungen gibt, wo die Menschen hingehen können. Es ist ja nicht so, dass wir Wohnungen mit bezahlbaren Mieten leer stehen hätten - und womöglich noch im Überfluss. Es gibt in ganz Düsseldorf einen dramatischen Mietanstieg. Deswegen setzen wir alle Anstrengungen darauf, dass Wohnungen gebaut werden, in großem Stil, in viel größerem Umfang, als es in den letzten Jahren der Fall war.

Frage: Gab es keine Möglichkeit, wenigstens die Altverträge zu schützen?

Antwort: Ich bin jetzt kein Fachmann für Mietrecht. Das einzige, was ich weiß, ist, dass das Gesetz, für das ich wenig Verständnis habe, immer dann, wenn man sagt, man macht eine Sanierung - energetische Sanierungen, Ausbau mit Balkonen usw.-, die jetzt keine offensichtliche Luxussanierungen sind, die Wohnungen sind ja jetzt auch keine Luxuswohnungen geworden, nur es ist vergleichsweise viel investiert worden, und es führt im Ergebnis praktisch zu einer Verdopplung des Mietzinses. Grundsätzlich sind solche Sanierungen möglich, die darf man durchführen. Die einzige Frage ist, das werde ich noch einmal prüfen lassen, ob es irgendeine Handhabe der genehmigenden Behörde, der Bauaufsichtsamtes, gibt, die besagt, diese Miete betrachten wir als nicht durchsetzbar und von daher muss im Prinzip ein Deckel gesetzt werden, was den Gesamtaufwand angeht und die 11 Prozent-Umlagen.

Frage: Die Wohnungen gehörten der LEG. Es sind vor allem sozialschwache Menschen, die dort leben. Wir reden die ganze Zeit über Geld, aber es geht um viel mehr. Es wusste jeder, was dort los war, aber keiner hat etwas dagegen getan. Die Arbeiten an den Häusern waren für die Menschen dort eine Zumutung, das Ganze über 3 Jahre. Wer schützt die Menschen? Es geht hier um die Würde, die der Staat zu schützen hat. Es gab keine Kontrolle. Wieviel Geld ist von der Stadt dort hingeflossen und wer hat hier kontrolliert?

Antwort: Ich kann Ihre Erregung sehr gut verstehen. Was sich hier abspielt, ist in der Tat nicht akzeptabel. Die Frage ist, wer trägt die Verantwortung. Ich stelle mich zunächst einmal schützend vor meine Verwaltung. Ich gehe davon aus, dass die Anträge bekommen haben, die sie positiv bescheiden mussten aufgrund der Rechtslage.

Frage: Ehemalige Elterninitiative "Eltern in Reisholz machen mobil" - Es wurde versucht, den Eindruck, den man im übrigen Düsseldorf von Reisholz hat, zu verbessern, durch Aktivitäten, die man unterstützt, durch das Bürgerhaus, Stadtteilfeste. Dass wir versucht haben, neue Menschen, Eltern zu akquirieren, um weiterhin zu unterstützen - den St. Martinszug zu erhalten. Die Politik hat vor einigen Jahren die Schulbezirksbindung aufgehoben. Das ist m.E. für jeden Stadtteil eine Fehlentscheidung. Reisholz ist da sicherlich nicht der einzige Stadtteil, der darunter zu leiden hat. Es fördert diesen Schultourismus. Es gibt immer mehr Familien in Reisholz, die ihre Kinder aber lieber in Benrath in die Schule schicken. Auch ausländische Eltern überlegen, ob sie ihre Kinder in Reisholz zur Schule schicken, weil der Ausländeranteil so hoch ist. Für den Stadtteil und seine Schule wäre es sehr wichtig, wenn eine solche politische Fehlentscheidung zurückgenommen würde. Es würde dem Schultourismus Einhalt geben, die Durchmischung an den Schulen wäre wieder mehr gegeben. Das würde viele Probleme beheben. Und das würde für mich auch bedeuten, dass die Leute, die hier wohnen, sich auch mehr in diesem Stadtteil einbringen.

Antwort: Ich bin völlig Ihrer Auffassung, dass die Aufhebung der Schulbezirke eine Entscheidung ist, die ohnehin vorhandenen Spaltungstendenzen in unserer Stadt weiter verstärkt. Meine persönliche Meinung ist, dass ich diese Entscheidung für falsch halte.

Frage: Ist es möglich, die in Reisholz befindlichen "Etablissements" etwas zu reduzieren? Die Werbung ist zum Teil sehr exzessiv und eindeutig, vor allem, da sie sich teilweise in direkter Umgebung von Schulen befindet.

Antwort: Ich verrate Ihnen jetzt einmal etwas. Wir wohnen auch gegenüber von einem Puff und nebenan ist auch eine Spielhölle. Diese werden zwar nicht massiv beworben, es ist ein eher diskretes Geschäft, soweit ich das beurteilen kann, ich bin ja kein teilnehmender Beobachter. Aber Ihr Anliegen betrachte ich auch als sehr wichtig. Der Sache muss man einmal nachgehen. Große Plakatwerbung muss ja genehmigt werden. Das ist natürlich auch einmal wieder eine grundsätzliche Entscheidung. Ein Eigentümer hat einen Anspruch darauf, wenn dadurch nicht gewissermaßen das optische Bild beeinträchtigt wird. Aber an einer Schule ist es schon bedenklich, wenn auf Plakaten mit einem Bordell geworben wird. Da könnte man durchaus als Genehmigungsbehörde sagen, so etwas geht jedenfalls an diesem Ort nicht. Der Verwaltung fällt nicht alles auf, daher bringt ein zielführender Hinweis weiter, weil man dann entweder die Werbung an dieser Stelle ganz untersagt oder bestimmte Auflagen gibt.

Frage: Das Freie Christliche Gymnasium hat dem Schauspielhaus seine Halle zur Verfügung gestellt. Wir haben Ausweichmöglichkeiten angeboten bekommen, wofür aber sehr viel Zeit drauf geht. Was kann ich meiner Schule und den Eltern sagen, wie lange dies noch dauert? Bleibt es wirklich bei einem Jahr?

Antwort: Ihre Frage ist, unter welcher Voraussetzung Ihnen die Halle wieder in vollem Umfang zur Verfügung gestellt werden kann. Wenn es so wäre, dass das Schauspielhaus erst darauf verzichten kann, wenn es wieder einziehen darf in das Schauspielhaus am Gustaf-Gründgens-Platz, dann kann ich Ihnen nicht viel Hoffnung machen, dass es nach einem Jahr vorbei ist. Denn Sie werden ja mitverfolgen, dort finden im Moment große Umbaumaßnahmen statt. Man hat beschlossen, dass auch die Außensanierung des Schauspielhauses jetzt in Angriff genommen werden soll. Realistischer Weise wird es vor der Spielzeit 2018/19 nicht abgeschlossen werden können. Vielleicht dauert es auch länger, denn wenn man ein Gebäude aus den 60er Jahren etwas genauer anfasst, dann gibt es oft auch einige Überraschungen, die Zeit und Geld kosten. Ich bin allerdings nicht ganz sicher, es gibt ja eine ganze Reihe von Spielstätten, die das Schauspielhaus auch nutzt. Ich werde das Thema einmal im Aufsichtsrat ansprechen, ob es Alternativen gibt oder ob man sagt, die anderen Probestätten reichen vielleicht für die Spielzeit 2017/18 aus. Es wäre ganz gut, wenn Sie einfach einmal eine formale Anfrage an den Intendanten richten, ob er gedenkt, diese Probestätten fortsetzen zu wollen.

Frage: Von der Stadt ist vorgeschlagen worden, dass Cannabis freigegeben werden soll. Und am selben Tag stand in der Zeitung, dass die Drogen an den Schulen angestiegen sind. Wie passt das zusammen?

Antwort: Was soll ich da sagen. Das Thema "Cannabis" ist keine Herzensangelegenheit von mir. Ich bin auf jeden Fall dafür, dass man vor den Gefahren von Drogen warnt. Wobei Cannabis ja wenigstens zum Teil therapeutische Wirkungen hat. Ich habe mich überzeugen lassen, dass es durchaus gute Argumente gibt, dass man sich diesem Thema nähert. Es führt nicht dazu, dass wir das Thema "Drogen" bagatellisieren und schon gar nicht das Thema "Harte Drogen", insbesondere das Thema "Synthetische Drogen", was in der Tat die jungen Leute gefährdet.

Frage: Wie stehen Sie zur Umweltverschmutzung durch den Straßenverkehr in Düsseldorf?

Antwort: Ich nehme an, Sie nehmen Bezug auf die Klage der Deutschen Umwelthilfe. Die haben ja nun festgestellt, dass die Stickoxydwerte, insbesondere an der Messstelle an der Corneliusstraße deutlich über dem zulässigen Maß im Luftreinhalteplan liegen, die die Bezirksregierung gewissermaßen aufstellt und verfügt. Vor dem Hintergrund hat das Gericht jetzt entschieden, dass bis zum Jahre 2018 wirksame Schritte unternommen werden müssen, um sicherzustellen, dass diese Werte eingehalten werden. Wir sind selber als Stadt nicht Partei dieses Streites, das ist das Land, die Bezirksregierung, die ein Teil der Landesverwaltung ist. Der Standard, den wir hier zugrunde legen, ist natürlich extrem hoch. Man sollte aber über eine Frist einführen, bis wann letztlich die zulässigen Fahrzeuge die Dieselnorm 6 haben müssen. Ich glaube nicht, dass jeder Dieselfahrer sich im nächsten Jahr ein neues Auto anschaffen wird. Ich mal gespannt, das erste Urteil ging ja in die Revision, wie tatsächlich der Bundesgerichtshof entscheiden wird, insbesondere, was den Standard betrifft und was die Frist angeht, bis wann der Standard erreicht werden muss.

Frage: Man sollte gerade auch vor dem Hintergrund der Tour de France und des Stickoxydproblems das Verkehrsmittel "Fahrrad" noch viel mehr in den Vordergrund stellen. Auch die Nutzung von z. B. Elektrolieferwagen, wie bei UPS muss man natürlich wollen.

Antwort: Sie haben völlig Recht. Bis vor kurzem war es ja so, dass der einzige Handwerksmeister, der seine Produkte mit dem Fahrrad ausgefahren hat, der Bäckermeister Josef Hinkel war. Wir sind gerade dabei, dass ein Paketdienst einen Container in der Innenstadt aufstellt, aus denen dann mit Lastenfahrrädern z. B. die letzte Meile der Auslieferung erfolgen soll. Ich habe immer gesagt, in einer Stadt wie Düsseldorf, die wächst, wo immer mehr Menschen wohnen, wo insbesondere die Innenstadtbezirke immer stärker verdichtet sind, ist es falsch, auf den Individualverkehr, also auch auf das Auto zu setzen. Da gibt es einfach vernünftigere und leistungsfähigere und weniger Raum in Anspruch nehmende Verkehrsmittel, das sind Bus und Bahn natürlich, vor allem aber das Fahrrad. Schon heute ist das Fahrrad das Verkehrsmittel mit der stärksten Wachstumsrate. Immer mehr Leute steigen aufs Fahrrad um. Und deswegen müssen wir auf der einen Seite die Infrastruktur schaffen, wir müssen Fahrradwege bauen, wir müssen Unterstellplätze für Fahrräder schaffen - ebenso wie Dienstleistungen fürs Fahrrad, z.B. ein Navigationssystem. Was natürlich auch wichtig ist, dass man ein gewisses Umdenken forciert, dass man die Begeisterung fürs Fahrrad schafft. Das war ein Motiv, weshalb wir sagen, die Tour de France ist ein solches Ereignis, das das Fahrrad so in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit drückt, dass Leute eben auch stark motiviert werden, mal darüber nachzudenken, das Fahrrad stärker im Alltag einzusetzen. Die Erfahrung anderer Städte, wo dieser Grand Départ stattgefunden hat (London), war in der Tat so, dass es danach einen deutlichen Anstieg auch im Alltagsverkehr gab.

Frage: Warum findet man am Café Vélo keinerlei Reklame, dass es sich dort befindet?

Antwort: Vielen Dank für den Hinweis. Das hat mich auch - wie gesagt - gestört. Aber am Donnerstag schon finden Sie die LED-illuminierten Tourbänke vor dem Café Vélo. Die sind farblich sehr variabel gestaltet und machen sehr deutlich darauf aufmerksam, dass sich hier das Café Vélo befindet. Aber Sie haben Recht, ich glaube, am Anfang wurde es nicht stark genug vermarktet. Mittlerweile ist es durchaus ein beliebter Ort, wo man auch eine Party machen kann oder eine Konferenz abhalten kann. Gehen Sie einfach mal rein, es ist wirklich sehenswert!

Frage: Fahrradfahren ist auf der Corneliusstraße nicht möglich. Das müsste ja auch der Stadt bekannt sein. Insgesamt ist es dort wahnsinnig gefährlich, auch für die Fußgänger.

Antwort: Ich darf Ihnen versichern, wir sind in der Tat dabei, auch die Verkehrswege in der Innenstadt gewissermaßen aus der Perspektive eines Fahrradfahrers zu planen.

Frage: Was sagen Sie zum Thema "Gaslaternen" im Allgemeinen (Vor- und Nachteile)?

Antwort: Ich wundere mich manchmal, mit welch unglaublich großer Leidenschaft dieses Thema diskutiert wird. Es ist richtig, dass in Düsseldorf, und das ist fast ein Alleinstellungsmerkmal, noch ein großes zusammenhängendes Netz von Gaslaternen gibt. Da gibt es viele Leute, und dafür habe ich Verständnis, die sagen, es gehört zu unserem kulturellen Erbe. Ich habe mir sogar überzeugend schildern lassen, dass es nicht wenige Touristen gibt, die gerade auch deswegen nach Düsseldorf kommen. Man muss aber auch sehen: Es gibt die wunderschönen historischen Laternen, das Modell "Alt Düsseldorf", dann gibt es eine wunderbare Gaslaterne, die ist ein bisschen jugendstilmäßig. Diese Laternen kann man mit Gas illuminieren, also über das Gasnetz, man kann sie aber auch mit LED beleuchten. Ich persönlich kann keinen Unterschied erkennen. Das mag mein ungeübter Blick sein. Das mag aber auch ein bisschen daran liegen, dass man heute mit LED-moderner Technik jeden Leuchteindruck irgendwie darstellen kann. Was das Thema "Beleuchtung" mit Gas in den historischen Laternen angeht, da gibt es einen Vorschlag, der noch auf den ehemaligen Verkehrsdezernenten Dr. Keller zurückgeht, der besagt, dass in sogenannten "Erhaltungszonen", also dort, wo es ein zusammenhängendes Netz gibt, wo es eine zusammenhängende Gasbeleuchtung gibt, und nicht von anderen Leuchten gestört wird, dann sollte man sie belassen. Dann bleiben etwa 4.000-4.500 Gaslaternen übrig. Im Übrigen rüsten wir sukzessive um auf LED-Leuchten, dort, wo es keine zusammenhängenden Gebiete gibt. Es gibt ja auch nicht wenige, die empfinden die Gaslaternen als zu dunkel. Und der Seniorenrat z. B. hat sich dezidiert dafür ausgesprochen, dass so schnell wie möglich auf das hellere LED-Licht umgeschaltet werden sollte.

Frage: Im Reisholzer Süden ist ein großer Supermarkt, im Reisholzer Norden sind große Discounter. Das führt mit sich, dass wir einen Verfall der Reisholzer Geschäftsviertel haben. Gibt es einen Ortsteil, wo dagegen gearbeitet wurde, den man als Modell nehmen könnte?

Antwort: Dass der Einzelhandel in den Nebenzentren vor Herausforderungen steht, das ist kein Einzelfall hier in Reisholz. Und das, obwohl in Düsseldorf seit vielen Jahren eine - wie ich finde - sehr vernünftige Einzelhandelspolitik über die Rahmenpläne "Einzelhandel" gemacht wird. Wir haben in Düsseldorf schon vor langer Zeit gesagt, wir wollen keine Shopping-Malls auf der grünen Wiese. Der funktionierende Einzelhandel führt eben auch zur Belebung der Nebenzentren und zur Erhöhung der Lebensqualität in diesen Nebenzentren. Wir haben nämlich auf der einen Seite das ganze Thema "Internethandel". Der ganze Einzelhandel hat sowieso ein Problem, weil immer mehr Leute insbesondere Bücher und Klamotten nicht mehr im Kaufhaus kaufen, sondern über das Internet. Ich gebe Ihnen Recht, dass es für die Henkelstraße natürlich hilfreich ist. Was wir gesagt haben, das betrifft wie gesagt nicht nur Reisholz. Wenn sich kein Einzelhändler findet, dann muss man etwas anderes unternehmen, was die Straße lebendig hält. Eine Lösung, die wir angedacht haben ist, dass ein Leerstand zumindest vorübergehend genutzt werden sollte. Wir machen ja immer die Erfahrung, dass Leerstand ansteckend ist.

Nächster OB-Dialog: Mittwoch, 22. Februar 2017, in Pempelfort