Gelne Karte
Gelbe Karte

Warnung vor dem Baden im Rhein und in Baggerseen

Baden im Rhein aber auch in Baggerseen ist lebensgefährlich!

Seit mittlerweile 6 Jahren verteilen Landeshauptstadt Düsseldorf, Wasserschutzpolizei, DLRG und Rotes Kreuz Gelbe Karten als Warnhinweis.

"Wer zum Schwimmen in den Rhein geht, der kann genauso gut auf der Autobahn joggen gehen. Der Strom ist lebensgefährlich. Niemand sollte sich und seine Kinder unnötig in Gefahr bringen und dort baden oder auch nur am Rand plantschen", betont die Rathausführung. Weil dennoch im Sommer immer wieder Menschen im Rhein baden oder ihre Kinder am Rande plantschen lassen, hat die Landeshauptstadt in Zusammenarbeit mit Wasserschutzpolizei, DLRG, Wasser- und Schifffahrtsamt Köln und Rotem Kreuz eine "Gelbe Karte" entwickelt. Sie weist auf die Risiken des Rheinschwimmens hin. Andererseits ist darauf auch vermerkt, was am Ufer des Rheins gestattet ist. Alle Akteure werden die Karte zukünftig am Rhein verteilen. Denn: "Selbst geübte Schwimmer können bei Unterströmungen oder Strudeln im Rhein in Schwierigkeiten geraten", ist der Tenor bei den Experten und Lebensrettern. Laut aktueller Statistik der DLRG ertrinken pro Jahr in Deutschland rund 500 Menschen, das Gros davon in Flüssen und Seen. Rund 50 Menschen pro Jahr kommen aber auch in Kanälen und Hafenbecken ums Leben.

Wie sieht es rechtlich aus?

Im Rhein ist das Schwimmen nach der Verordnung über das Baden in den Bundeswasserstraßen Rhein und Schifffahrtsweg Rhein-Kleve nur in bestimmten Zonen verboten. So gilt 100 Meter oberhalb und unterhalb von Rheinhäfen absolutes Badeverbot. Auch an Brücken, Schiffs- und Fährlandestellen, Schleusen, Vorhäfen, Umschlagstellen und Werften darf auf keinen Fall geschwommen werden.

Grundsätzlich ist Baden nur erlaubt, wo Betreuung gegeben ist, also in den Freibädern und den Strandbädern am Unterbacher See. Für alle anderen Baggerseen wie Angermunder Baggerseen westlich und östlich des Heiderweges, Suitbertussee, Fliednersee, Lambertussee in Kaiserswerth, Lichtenbroicher Baggersee am Flughafen, Südpark-See, Unisee, Elbsee Süd und Nord gilt Badeverbot.

Auch andernorts ist Baden im Rhein nach Angaben der zuständigen Wasserschutzpolizei sehr gefährlich. Beispielsweise an so genannten Kribben, ins Wasser ragende Kiesflächen, die dazu da sind, die Fließgeschwindigkeit des Stromes in seiner Mitte zu erhöhen, bilden sich oft gefährliche Strudel und Strömungen. Starke Strömung herrscht auch in der Fahrrinne. Wer versucht, den Strom schwimmend zu überqueren, kommt, wenn er es überlebt, weit unterhalb der Stelle an, an der er ins Wasser gestiegen ist.

Wenn ein Schiff vorbei fährt, zieht dieses das Wasser an. Der Eindruck des niedrigeren Wasserstandes verlockt besonders Kinder, dem Wasser hinterher in den Fluss zu waten. Unterschätzt wird die Gefahr des "Rückschwalles": Das Wasser kehrt schnell in Wellen zurück, Kinder werden umgerissen und abgetrieben. Daher sollten Eltern ihre Kinder an den Gewässern und besonders am Rhein nicht aus den Augen lassen.

Tückisch sind auch die Baggerseen, da sie durch Grundwasser gespeist werden. Dadurch ändern sich Wassertemperatur, Gestalt, Tiefe und Uferformation regelmäßig und drastisch. Wer ein Jahr später zum Schwimmen an einen vermeintlich bekannten Baggersee kommt, kann dort völlig andere Verhältnisse vorfinden. Wenige Meter vom Ufer weg herrschen oft eisige Wassertemperaturen. Dort kann es für jeden Schwimmer gefährlich werden.