Luftwärmepumpen werden mittlerweile vielfach im Neubaubereich eingesetzt. Effizienter sind allerdings Wärmepumpen, die das Erdreich als Wärmequelle nutzen.

Dazu werden entweder in 1 bis 2 Meter Tiefe Rohrleitungen im Garten verlegt (ein sog. Erdreich- oder Horizontalkollektor) oder aber eine oder mehrere Bohrungen von 40 bis 100 Meter Tiefe vorgenommen, in die eine Erdreichsonde (auch als Vertikalkollektor bezeichnet) nieder gebracht wird. Eine frostfeste Wärmetauscherflüssigkeit (Sole) wird im Kreislauf gepumpt und entnimmt dem Erdreich Wärme, die über die Wärmepumpe auf das notwendige Temperaturniveau des Heiznetzes gebracht und an dieses abgegeben wird.

Wichtig für eine wirtschaftlich und ökologisch gut funktionierende Wärmepumpe ist neben guter Planung und Ausführung ein Heizsystem mit niedrigen "Vorlauftemperaturen". Das ist üblicherweise eine Fußbodenheizung, wodurch der Einsatz im Altbau häufig eingeschränkt wird. Normale Heizkörper sollten in Abhängigkeit vom Dämmstandard so reichlich dimensioniert sein, dass sie mit Vorlauftemperaturen möglichst unter 40°C betrieben werden können, da sonst nur unbefriedigende Wirkungsgrade erreicht werden.

Das Spektrum der Nutzungsanlagen reicht von kleinen Erdsonden für Einfamilienhäuser bis zu großen Klimatisierungssystemen für gewerblich genutzte Gebäudekomplexe. Ein prominentes Beispiel in Düsseldorf ist das Stadttor. In der dortigen Anlage werden jährlich etwa 600.000 Kubikmeter Grundwasser entnommen, um es für die Kühlung des Gebäudes zu verwenden. Da das Grundwasser dort verunreinigt ist, muss es vor Wiedereinleitung in den Untergrund gereinigt werden. Dazu wird im Stadttor eine Grundwasseraufbereitungsanlage betrieben.

Weitere Beispiele geothermischer Nutzung sind das Interconti-Hotel an der Königsallee und das Haus vor dem Wind im Hafen, bei dem mit Geothermie sowohl geheizt als auch gekühlt wird.

Wenn Sie sich für den Einsatz einer Wärmepumpe entscheiden, greifen Sie auf jeden Fall auf einen erfahrenen Planer und kompetente Handwerksbetriebe zurück, die entsprechende Referenzen vorweisen können, sonst laufen Sie Gefahr, dass die versprochenen Betriebsergebnisse und der Umweltvorteil gegenüber einem Gas-Brennwertkessel in der Praxis nicht erreicht werden. Eine regelmäßige Wartung und Kontrolle der Regelung gewährleistet den optimalen Betriebszustand.