Energiebilanz

Die Energiebilanz von Baustoffen wird innerhalb der drei Phasen des Lebenszyklus von folgenden Faktoren bestimmt:

  • dem Primärenergieeinsatz zur Gewinnung und für den Transport von Rohstoffen (Herstellungsphase),
  • dem Energieeinsatz zur Herstellung und Verpackung der Baustoffe und deren Transport zur Baustelle (Herstellungsphase),
  • dem Energieeinsatz beim Einbau der Baustoffe in einem Gebäude (Herstellungsphase),
  • dem Beitrag der Baustoffe (insbesondere der Dämmstoffe) zur Energieeinsparung, d. h. zur Verringerung des Endenergieeinsatzes für die Raumerwärmung (Nutzungsphase) und
  • dem Energieeinsatz zum Sammeln und Wiederaufbereiten der Baustoffe für eine erneute Nutzung oder für eine Beseitigung, aber auch der Energiegewinn bei einer möglichen thermischen Verwertung (Wiederverwertung).

Die konventionellen Dämmstoffe (Mineralfaser und Schaumkunststoffe) werden oft wegen ihres im Vergleich zu naturnahen Dämmstoffen relativ hohen Energieaufwandes zur Herstellung kritisiert. Detaillierte Energiebilanzen ergaben jedoch, dass sich der Energieaufwand zur Herstellung selbst für eine 10 bis 15 cm starke Polystyroldämmung nach maximal 2 Jahren energetisch "amortisiert" hat. Bei einer Lebensdauer von 30 Jahren ist dies eine sehr gute Bilanz.

Schadstoffausstoß

Schadstoffe von Baustoffen lassen sich in drei Gruppen aufteilen und bezeichnen die Inhaltsstoffe, die emittieren können. Zu den drei Gruppen gehören Faserstoffe (z. B. Asbest), chemische Verbindungen (z. B. flüchtige Bestandteile wie Toluol) und radioaktive Stoffe (z. B. in Ziegeln). Manche Stoffe werden erst ab einer gewissen Konzentration zu Schadstoffen, andere sind schon in kleinsten Mengen schädlich. Ob ein vom Körper aufgenommener Stoff schädigend wirkt, ist daher abhängig von den Eigenschaften des Stoffes, der physischen Konstitution des Menschen und der Funktionsfähigkeit seines Immunsystems.

Die folgenden Aspekte sollten in die Baustoffwahl miteinbezogen werden:

  • Umweltrelevanz,
  • Schadstoffarmut,
  • regionale und langfristige Verfügbarkeit,
  • nachwachsende Stoffe,
  • Materialminimierung,
  • Langlebigkeit,
  • optische Qualität und
  • Weiterverwendung.

Entscheidungshilfen

Die Fülle der Informationen, die hinter diesen Aspekten liegt, ist zum einen schwer überschaubar und zum anderen für den Verbraucher schwer zugänglich. So genannte Umweltzeichen (Labels oder auch Zertifikate) helfen bei der Kaufentscheidung und geben einen Aufschluss über die oben genannten Aspekte oder Teilaspekte. Die Aussagekraft der vielfältigen Umweltzeichen wurde in der Broschüre "Umweltzeichen für Bauprodukte. Bauprodukte gezielt auswählen – eine Entscheidungshilfe" des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit NRW untersucht.

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