Maßnahmen, die den ressourcenorientierten Umgang mit Belastung und Stresserleben unterstützen, haben das Ziel, das berufliche Wohlbefinden und die Gesundheit zu steigern. Sie setzen auf der schulischen und/oder auf der individuellen Ebene an.

Das Zentrum für Schulpsychologie der Landeshauptstadt Düsseldorf unterstützt Schulen und Lehrkräfte bei Fragen im Zusammenhang mit Lehrergesundheit und Stressprävention.

Informationen für Lehrkräfte zum Thema Lehrergesundheit

Viele Lehrkräfte erleben ein Spannungsverhältnis zwischen dem eigenen Anspruch, gute Arbeit zu leisten, und den Auswirkungen chronischer Belastung. Typische Stress-Symptome, die sich sowohl körperlich als auch psychisch äußern können, sind z. B.

  • Schnelle Ermüdbarkeit und Erschöpfung
  • Häufiges Grübeln und "nicht abschalten können"
  • Unkonzentriertheit
  • Gefühl der Überforderung
  • Reizbarkeit
  • Selbstwertprobleme
  • Sozialer Rückzug

Möglicherweise versuchen Sie als Lehrkraft, den Schulalltag durchzustehen, in der Hoffnung, sich in den Schulferien regenerieren zu können. Dieses „Durchhalten“ ist häufig mit hohen persönlichen Kosten verbunden wie z. B. einer reduzierten Lebensqualität, die sich nicht durch die Erholung in den unterrichtsfreien Zeiten ausgleichen lässt. Um das (berufliche) Wohlbefinden und die Gesundheit langfristig zu steigern, ist es sinnvoller, Strategien zu entwickeln, die im Alltag das Ausmaß an Belastungen reduzieren und den Grad an Erholung erhöhen. Die folgenden Tipps können Ihnen dabei als Anregung dienen:

10 Tipps zur Förderung des Wohlbefindens

  • Pflegen Sie Kontakte zu Freundinnen und Freunden und Familien – auch in hektischen Phasen.
  • Verabreden Sie sich. Verabredungen helfen, sich Erholungszeit zu reservieren, auch wenn mal viel los ist.
  • Schlafen Sie ausreichend. Schlaf ist die wichtigste Quelle für Erholung und Regeneration.
  • Erholung und Pausen während der Arbeit dürfen sein und sorgen dafür, dass Sie ausreichend Energie für den (ganzen) Schultag haben.
  • Planen Sie Arbeitsphasen und setzen Sie sich realistische Zeitgrenzen. Beenden Sie die Arbeit dann, wenn die geplante Zeit abgelaufen ist, und nicht wenn Sie den Eindruck haben, fertig und zufrieden zu sein.
  • Trennen Sie Arbeits- und Erholungszeit klar voneinander, z. B. durch eine räumliche Trennung; Vereinbarungen mit der Familie für Arbeitsphasen zuhause; unterschiedliche E-Mail-Adressen für private und dienstliche Kontakte.
  • Sorgen Sie für tägliche Erholungs- und Entspannungsphasen, z. B. Hobbies, Sport und Entspannungstrainings (Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training).
  • Tauschen Sie sich mit Kollegen, Kolleginnen und anderen Lehrkräften (z. B. im Rahmen einer Supervisionsgruppe) aus.
  • Schauen Sie auf Ihre Prioritäten und schaffen Sie im Alltag ausreichend Platz für die Dinge, die Ihnen besonders wichtig sind.
  • Gehen Sie achtsam und wertschätzend mit sich um: Was tut Ihnen gut? Was nicht?

Welche Unterstützung bieten wir als Zentrum für Schulpsychologie?

Informationen für Kollegien und Schulleitungen zum Thema Lehrergesundheit

Die Gesundheit von Lehrern und Lehrerinnen ist ein wichtiges Potenzial für das Gelingen einer guten Schule. Die Möglichkeiten der Stressbewältigung, auf die eine Lehrkraft unmittelbar Einfluss hat, sind dabei begrenzt. Bestimmte Stressoren, die auf der schulischen Ebene anzusiedeln sind (z. B. die ungleiche Verteilung von herausfordernden Schülern und Schülerinnen auf die Klassen, eine fehlende wohlwollende und unterstützende Atmosphäre im Kollegium oder die Belastung durch Lärm aufgrund baulicher Eigenschaften der Schulräume) sind nur gemeinsam im Kollegium zu verändern.

Folgende Tipps haben sich für die Entwicklung einer gesunden Schule als wichtig herausgestellt und können für Ihr Kollegium als Anregung dienen:

Umgang miteinander

Pflegen Sie den wertschätzenden Umgang miteinander. Dies beinhaltet eine positive Feedbackkultur und die Möglichkeit des kollegialen Austausches. Neben den Kontakten in der Schule können auch gemeinsame außerschulische Aktivitäten als Kollegium für das gemeinsame Miteinander bereichernd sein.

Kollegiale Unterstützung

Zum guten Umgang miteinander gehört auch die Möglichkeit des kollegialen Austausches: die Möglichkeit, über schwierige Themen zu sprechen, sich Unterstützung zu holen, oder Anregungen zu Materialien und Unterrichtsgestaltung zu bekommen. Regelmäßige Fallbesprechungen oder das Nutzen von Supervisionsangeboten können ebenso hilfreich sein, wie das Etablieren von Teams oder kollegialer Hospitation.

Vernetzung und Fortbildung

Neben dem kollegialen Austausch kann auch die Vernetzung vor Ort hilfreich sein: Nutzen Sie Kontakte zu sozialen Einrichtungen oder Beratungsstellen. Ermöglichen Sie Fortbildungen oder planen Sie Pädagogische Tage für das Kollegium. Das Ziel dieser Maßnahmen sollte die Entlastung der Lehrkräfte sein.

Umgang mit Lärm

Um den nachgewiesenermaßen hohen gesundheitlichen Folgen von Lärm vorzubeugen und die Arbeitsatmosphäre für alle Beteiligten zu verbessern, kann es hilfreich sein, sich mit den akustischen Beschaffenheiten der Klassenräume auseinanderzusetzen. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, den Lärm in der Klasse einzudämmen und die Akustik zu verbessern, z .B. durch das Anbringen von Filzgleitern unter Stühlen oder von schallabsorbierenden Installationen wie Wandteppichen sowie durch schallabsorbierende Möbel und Akustikpaneele. Hierzu kann Sie der Schulträger beraten.

Um die Kinder im Umgang mit Lautstärke zu sensibilisieren, kann das Thema "Lärm und Gesundheit" als Thema in der Klasse besprochen und eine Lärmampel installiert werden. Auch Strategien des Classroom-Managements können dazu beitragen, Lärm (und andere Störungen) zu reduzieren.

Pausengestaltung

Schaffen Sie Erholungs- und Rückzugsmöglichkeiten. Hilfreich können Absprachen zur Pausengestaltung sein, die im Kollegium gemeinsam getroffen werden. Vermeiden Sie beispielsweise Tür-und-Angel-Gespräche und nutzen Sie die Pausen, um über außerschulische Themen zu sprechen. Um eine Trennung von Arbeits- und Pausenzeit zu erleichtern, können Sie einen separaten Pausenbereich einrichten.

Auf mehrere Schultern verteilen

Eine gleichmäßige Verteilung von herausfordernden Schülern über die Klassen und von sonstigen Aufgaben und Ämtern über mehrere Lehrkräfte reduziert die Belastung für die einzelnen Lehrkräfte.

Stundenplangestaltung

Bei der Stundenplanung sollte fachfremder Unterricht für Lehrkräfte vermieden werden. Fachfremder Unterricht kann zu einer erhöhten Vorbereitungszeit, größerer Unsicherheit und dadurch zu einer höheren Belastung für Lehrkräfte führen. Lässt sich das Zuteilen von fachfremdem Unterricht nicht vermeiden, geben Sie die Möglichkeit, dies durch Freistunden auszugleichen, um die vermehrte Vorbereitungszeit aufzufangen.

Freistunden

Freistunden sollten für das Kollegium effektiv nutzbar sein z. B. für Unterrichtsvorbereitung. Dazu sind Rückzugsmöglichkeiten sinnvoll, aber auch ein fester Arbeitsplatz, an dem regelmäßig benötigtes Arbeitsmaterial verstaut werden kann und griffbereit ist.

Welche Unterstützung bieten wir als Zentrum für Schulpsychologie?

Kontakt

  • Dipl.-Psych. Annika Winter
    Psychologische Psychotherapeutin

  • Dipl.-Psych. Natalie Waschke

  • Zentrum für Schulpsychologie
    Willi-Becker-Allee 10
    40227 Düsseldorf

  • Sekretariat
    Tel. 0211 - 8995340

    E-Mail