Lesetipp im Januar

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"Die Mitternachtsbibliothek" von Matt Haig

 

Nora Seed ist völlig verzweifelt. Seit dem Tod ihrer Mutter ist sie in eine schwere Depression geraten. Sie hat ihren Verlobten verlassen und sich mit ihrem Bruder und ihrer besten Freundin entzweit. Plötzlich verliert sie auch noch ihren Job in einem Plattenladen und schließlich ist der Tod ihres Katers Volts der letzte Tropfen, der das Fass für sie zum Überlaufen bringt. Nora sieht für sich keinen anderen Ausweg und beschließt sich mit einer Überdosis Tabletten umzubringen. Doch statt ins Jenseits gelangt sie in eine Zwischenwelt – die Mitternachtsbibliothek.

Was wäre geschehen, wenn Nora zum Beispiel eine Karriere als Schwimmerin durchgezogen hätte oder wenn sie mit ihrer Freundin nach Australien gegangen wäre. Jedes Buch steht für ein anderes Leben. Nora bekommt die Möglichkeit in diese verschiedenen Leben einzutauchen und zu entscheiden, ob eines dieser Leben besser zu ihr gepasst hätte. Sie probiert verschiedene Leben aus und verzweifelt. Sie ist empört, weil in jedem dieser Leben immer etwas ist, was sie stört, was ihr klarmacht, dass diese Leben nicht die richtigen für sie sind. Was macht unser Leben aus? Wofür leben wir? Was soll das Bereuen von Dingen und Lebensentwürfen gegen oder für die wir uns entschieden haben? Machen uns die Entscheidungen, die wir scheinbar bereuen, nicht auch eigentlich aus und zu dem Menschen, der wir sind und der von unseren Mitmenschen geschätzt wird? Was braucht es, um ein erfülltes, zufriedenes Leben zu leben?

Das sind nur einige Kernfragen, mit denen Matt Haig zum Nachdenken und Reflektieren über das eigene Leben bringt. Die Mitternachtsbibliothek ist ein zu tiefst poetisches und philosophisches, einfühlsames und dennoch nicht kompliziert zu lesendes Buch, das jeden auf seine eigene Art zu berühren vermag.

Der Roman ist in fast allen Stadtteilbüchereien und in der Zentralbibliothek unter der Signatur Z Haig und in der Onleihe zu finden.

Anne Klinkertz, Leiterin der Bücherei Bilk