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Späte Liebe von Günter Franzen

Hier ist ein Mann auf der Suche. Nach einer - wohl glücklichen - Ehe stirbt die Frau und der an die 60 Jahre alte Witwer bleibt zehn Jahre allein. Da packt ihn eine Torschlusspanik, was die Liebe anbelangt. Er träumt von einer Beziehung, die das Körperliche befriedigt und gleichzeitig die Seele glücklich macht. Die Suche führt ihn auf eine Internet-Plattform und es beginnt eine Odyssee sowohl geographischer als auch gefühlsmäßiger Art. Da jeder Mensch reifen Alters unterschiedliche Erfahrungen und Ansprüche hat, werden die Episoden turbulent und die erhoffte Liebe findet er da, wo er sie nicht sucht. Das liest sich geistreich und humorvoll. Der Autor spielt mit Zitaten, Satzakrobatik und Wortschöpfungen, die mich gezwungen haben, manches zweimal zu lesen - allerdings mit Vergnügen. Er lässt auch kein Zeitklischee aus zwischen Bewegungen wie Freie Liebe oder #metoo. Meiner Ansicht nach eine sehr männliche Sicht auf das Zusammenleben.

Das Buch Späte Liebe von Günter Franzen gibt es zweimal in der Zentralbibliothek unter der Signatur Mpk Franze.

Ingrid Görgens, Vielleserin bei den Stadtbüchereien Düsseldorf

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