Landeshauptstadt gedenkt der Pogromnacht
| Kultur
Zum Gedenken an die Pogromnacht vom 9./10. November 1938 wird eine zentrale Gedenkstunde der Landeshauptstadt im Plenarsaal des Rathauses, Marktplatz 2, stattfinden. Am Freitag, 8. November, um 11 Uhr, werden dort Oberbürgermeister Thomas Geisel, Landtagsvizepräsidentin Carina Gödecke, Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales des Landes Nordrhein-Westfalen, und Dr. Oded Horowitz, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Worte des Gedenkens sprechen.
Zur Teilnahme liegen ab Montag, 4. November, Bürgerkarten in einem begrenzten Umfang am Empfang des Rathauses, Marktplatz 2, zur Abholung bereit. Die Teilnahme an der Gedenkstunde im Rathaus ist nur Gästen mit Einlasskarten möglich.
Kranzniederlegung und Gebet
Zuvor werden am Freitag, 8. November, um 10 Uhr auf Einladung der Jüdischen Gemeinde Oberbürgermeister Thomas Geisel, Landtagsvizepräsidentin Carina Gödecke, Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Oded Horowitz, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, sowie der Generalkonsul der Republik Polen in Köln, Jakub Wawrzyniak, einen Kranz am ehemaligen Standort der Düsseldorfer Synagoge niederlegen (Kasernenstraße/Ecke Siegfried-Klein-Straße). Dort werden ein Gebet gesprochen und eine Schweigeminute abgehalten. Die Gemeinde bittet männliche Teilnehmer darum, während der Zeremonie eine Kopfbedeckung zu tragen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Gedenkgottesdienst und Theaterinstallation
Zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst laden die Evangelische und die Katholische Kirche, die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und die Mahn- und Gedenkstätte für Freitag, 8. November, 19 Uhr, in der Johanneskirche, Martin-Luther-Platz 39, ein.
Bereits am Nachmittag des 8. Novembers, um 17.30 Uhr, wird die szenische Theaterinstallation "Schwarz-helle Nacht" vom Theaterkollektiv "Pièrre.Vers" im Bachsaal der Johanneskirche aufgeführt.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich willkommen, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist frei.
Deutsch-polnische Beziehungen
2019 steht ganz im Zeichen der deutsch-polnischen Beziehungen und ihrer Geschichte:
Die Landeshauptstadt erinnerte am 1. August mit einer eintägigen Trauerbeflaggung an den 75. Jahrestag des Beginns des Warschauer Aufstandes am 1. August 1944 und würdigte diesen Gedenktag, der in Polen seit vielen Jahren begangen wird. Im engen Austausch mit dem Generalkonsul der Republik Polen in Köln, Jakub Wawrzyniak, beteiligte sich so auch Düsseldorf an dem diesjährigen Gedenken.
Die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf erinnert bis zum 15. März 2020 mit der Ausstellung "Im Niemandsland" an die brutale Abschiebung von mehr als 17.000 jüdischen Menschen an die deutsch-polnische Grenze am 28. Oktober 1938. Diese betraf polnische oder polnischstämmige Familien aus dem ganzen Reich. Die meisten davon lebten seit Jahrzehnten in Deutschland, waren integriert und sprachen Deutsch. Durch einen diplomatischen Konflikt zwischen der NS-Regierung und dem polnischen Staat wurden die Familien über Nacht aus ihrem Lebensalltag gerissen und ins Grenzland zu Polen deportiert. Die Nationalsozialisten nannten die Betroffenen abfällig "Ostjuden", die Deportation selbst "Polenaktion".
Zudem feiern die Landeshauptstadt Düsseldorf und die Stadt Warschau in diesem Jahr das 30-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft. Ein spezielles Jubiläumswochenende wird vom 7. bis 11. November stattfinden und sich der deutsch-polnischen Städtepartnerschaft widmen.