"Turning to speak"
| Kultur
Kommissarische Institutsleiterin Dr. Daniela Antonin, Künstler Markus Karstieß und Kuratorin Janine Ruffing vor zwei Exponaten im Hetjens (v. l.)
Die antike Keramik der Daunier stammt aus Apulien in Süditalien. Über die Lebenswelt und Abstammung der indigenen Bewohner, die Illyrer, Daunier, Peuketier und Messapier genannt wurden, war lange Zeit nur wenig bekannt. Die erhaltene daunische Keramik ermöglicht durch ihre Form und Bemalung jedoch Rückschlüsse auf Bestattungssitten, Handelsbeziehungen und Siedlungsgebiete. Sie spiegelt mit archaischen Mustern und geheimnisvollen Figuren eine tiefe Verbundenheit mit der Erde und dem Wasser wieder. Die Keramiken, damals im täglichen Gebrauch, stehen nun entrückt in Museen und Sammlungen auf der ganzen Welt. In seinem Projekt setzt Markus Karstieß die daunischen Keramiken durch ergänzende Skulpturen in einen Kontext, der ihre poetische Kraft wieder sichtbar zu machen versucht. Über 2500 Jahre liegen zwischen den Artefakten, hergestellt aus noch weitaus älterem Ton. Die Ergebnisse des Projektes von Markus Karstieß sind vom 13. Juli bis 22. Oktober im Hetjens - Deutsches Keramikmuseum, Schulstraße 4, in der Ausstellung "Turning to speak" zu sehen.
Zur Ausstellung erscheint ein Künstlerheft in limitierter Auflage (300 Exemplare). Am Mittwoch, 13. September, 18 Uhr findet ein Künstlergespräch mit Markus Karstieß und mit Frank Boehm, Direktor der Insel Hombroich, im Hetjens statt.
Sommer-Extra: Apulia Incognita – auf Spurensuche in Süditalien
Die private Sammlung mit 60 daunisch-messapischen Keramiken des Galeristen Norbert Blaeser, über 40 Jahre sorgfältig zusammengetragen, ist im Hetjens zum ersten Mal ausgestellt und zeigt vom 13. Juli bis 22. Oktober faszinierende Artefakte dieser noch weitgehend unerforschten Zivilisation Süditaliens.