Honigbiene (Apis mellifera) auf Sonnenbraut (Helenium-Hybride), Foto: Gartenamt Düsseldorf
Honigbiene (Apis mellifera) auf Sonnenbraut (Helenium-Hybride), Foto: Gartenamt Düsseldorf

Sie begrüßen uns und unsere Gäste schon beim Ankommen und schützen zugleich die Privatsphäre: unsere Vorgärten. Als grüne Visitenkarten können sie den Eingangsbereich eines Hauses lebendig und einladend gestalten.

Graue, geschotterte Vorgärten haben so etwas nicht zu bieten. Den Ruf, pflegeleicht zu sein, haben Schottergärten zudem nicht verdient. Begrünte Vorgärten können sogar weniger Arbeit bereiten. Mit heimischen und insektenfreundlichen Pflanzen bestückt, brummt, summt und zwitschert es vor der Haustür und es gibt immer etwas Interessantes zu beobachten: Blüten, Früchte, Wildbienen, Käfer und andere Insekten oder Vögel.

Bepflanzte Vorgärten sind eine große Chance, das Straßenbild zu verschönern, das Stadtklima zu verbessern und Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Auch das Wohlbefinden der Menschen lässt sich so nachweislich steigern.

Grün versus Grau

 

Grüne Vorgärten:
Lebendige und pflegeleichte Oasen

Graue Vorgärten:
Steinwüsten mit hohem Pflegeaufwand

Wichtige Aspekte Ein grüner Vorgarten ist pflegeleichter und kostengünstiger als oft vermutet. Er zeigt sich im Jahreslauf immer wieder von anderen Seiten und in vielerlei Farbtönen. Insekten finden Nahrung und Kinder können Naturerfahrungen sammeln. Steinwüsten aus Schotter, Kies oder Splitt sind leider nicht lebendiger als eine Wüste und sie erfordern mehr Pflege als gedacht.
Pflege Mit Stauden und Bodendeckern bepflanzt, ist für unerwünschte "Unkräuter" kein Platz. Einmal angelegt, hat man jahrelang etwas von den mehrjährigen Pflanzen, die nur einmal im Jahr geschnitten werden müssen. Schattige Flächen werden schnell von Algen, Moosen oder Flechten überzogen. Auch Schottergärten müssen von Unkraut und Laub befreit werden.
Luft Pflanzen produzieren Sauerstoff, binden Feinstaub und reinigen die Luft. Durch das Fehlen von Pflanzen wird weder Sauerstoff produziert noch Feinstaub gebunden.
Klima Pflanzenreiche Vorgärten spenden Schatten und kühlen die Luft, indem sie über ihre Blätter Wasser verdunsten. Auch angrenzende Wohn- oder Schlafräume werden gekühlt. Kies- und Schotterflächen heizen sich bei Sonneneinstrahlung enorm auf. Nachts wird die Wärme an die direkte Umgebung abgegeben und eine Abkühlung in der Nacht verhindert.
Artenvielfalt Bereits kleine Blumen- oder Kräuterwiesen sind Paradiese für Insekten und Vögel. Sie stellen Lebensraum und Nahrung zur Verfügung. Wenn unter Kies und Schotter eine Folie oder eine Vliesschicht liegt, geht der Boden als Lebensraum für Pflanzen und Tiere verloren. Solche Flächen gelten als stark versiegelt – wie asphaltierte oder betonierte Böden.
Wasser Grüne Vorgärten nehmen das Wasser etwa nach Starkregen auf und entlasten die Kanalisation. Da das Wasser versickern kann, tragen sie zur Neubildung von Grundwasser bei. Von versiegelten Flächen fließt das Wasser auf die Straße und
in die Kanalisation. Bei Starkregen erhöht sich dadurch die Belastung der Kanäle und es kann eher zu Überschwemmungen kommen.
Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) auf Kleiner Sonnenblume (Helianthus annuus), Foto: Gartenamt Düsseldorf
Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) auf Kleiner Sonnenblume (Helianthus annuus), Foto: Gartenamt Düsseldorf

Praktische Tipps & Tricks: Vorgärten in grün, bunt und lebendig

Anstelle von Beton- oder Steinmauern bieten sich Hecken oder Stauden als natürliche Sichtbarrieren an. Für die Garagenauffahrt reichen zwei Fahrspuren
aus Platten oder Rasengittersteinen. Nebenwege aus Rindenmulch oder gestampfter Erde sind besonders wasserdurchlässig.

Mehrjährige Stauden und Bodendecker lassen unerwünschten Unkräutern keinen Platz. Geeignete Bodendecker sind zum Beispiel: Dreiblättrige Waldsteinie (Waldsteinia ternata), Geflecktes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) oder Kleines Immergrün (Vinca minor). Mit der Zeit werden die mehrjährigen Pflanzen immer schöner und machen zugleich immer weniger Arbeit.

Schottergärten lassen sich schnell, einfach und kostengünstig in eine begrünte, naturnahe Oase verwandeln: Sand und Erde können zwischen den Steinen verteilt und im Anschluss Saatgut ausgebracht werden.

Karstweißling (Pieris mannii) auf Zauberglöckchen (Calibrachoa × hybrida), Foto: Gartenamt Düsseldorf
Karstweißling (Pieris mannii) auf Zauberglöckchen (Calibrachoa × hybrida), Foto: Gartenamt Düsseldorf

Tipps zur Pflanzenwahl

Um im eigenen Vorgarten für eine grüne, bunte und lebendige Pracht zu sorgen, kann eine Vielzahl verschiedener Pflanzen gesetzt werden. Bei den aufgeführten Pflanzen handelt es sich um eine exemplarische Auswahl, die besonders Bienen, Hummeln und Schmetterlingen als Lebensraum und Nahrung dienen. Von ihnen profitieren aber auch Schwebfliegen, Käfer und viele andere blütenbesuchende Insekten.

Flyer "Machs bunt - Klimafreundliche und artenreiche Vorgärten"

Der Flyer ist kostenlos erhältlich beim Umweltamt, Garten-, Friedhofs- und Forstamt, Bauaufsichtsamt, im Rathaus und in den Düsseldorfer Bürgerbüros sowie online hier.

Unterstützung / Informationen

Förderung von Umweltprojekten in Düsseldorf mit Zuschüssen für die Anlage von lebendigen grünen Vorgärten im Teilprogramm „Mach was draus!“ (bis 250 Euro)
www.duesseldorf.de/umweltprojektfoerderung

BUND-Broschüre Städtische Vorgärten. Naturnahes Grün vor der Haustür
Kostenlos erhältlich bei Umweltamt, Garten-, Friedhofs- und Forstamt, Bauaufsichtsamt, im Rathaus und in den Düsseldorfer Bürgerbüros.

Wildblumensaatgut
Kostenlos erhältlich beim Umweltamt und Garten-, Friedhofs- und Forstamt.

Informationen und Praxistipps vom Naturschutzbund Deutschland NABU
www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/trends-service/trends/23829.html

Naturgarten e. V.
www.naturgarten.org

Rechtlicher Hinweis

Die Landesbauordnung NRW verpflichtet im Grundsatz dazu Vorgärten zu begrünen. In § 8 zu "nicht überbauten Flächen der bebauten Grundstücke" steht: "Die nicht mit Gebäuden oder vergleichbaren baulichen Anlagen überbauten Flächen der bebauten Grundstücke sind wasseraufnahmefähig zu belassen oder herzustellen und zu begrünen oder zu bepflanzen." Darüber hinaus gibt es entsprechende Festsetzungen in neueren Bebauungsplänen, die unter maps.duesseldorf.de nachgeschlagen werden können.

Adressen und Beratungstelefone

Garten-, Friedhofs- und Forstamt
Kaiserswerther Straße 390, 40474 Düsseldorf
Telefon: 0211 89-94800
gartenamt@duesseldorf.de

Umweltamt
Brinckmannstraße 7, 40225 Düsseldorf
umweltamt@duesseldorf.de

Mehr Klimaschutz selber machen? Antworten gibt es unter: www.duesseldorf.de/klimamachen