Friedhofsentwicklungskonzept - Veränderungen in der Bestattungskultur

Die Bestattungskultur ist in einem Wandel. Einerseits werden zunehmend Urnen- statt Sarggräber für die Beisetzung gewählt, andererseits geht der Trend zu pflegeärmeren Grabarten.

Das klassische Wahlgrab verliert zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig sind die Bestattungszahlen in den letzten 20 Jahren stark zurück gegangen. Diese Umstände bewirken, dass bereits jetzt auf den städtischen Friedhöfen Grabstätten nicht mehr benutzt sind und durch die Verwaltung gepflegt werden müssen. Gleichzeitig wird erwartet, dass in den nächsten Jahrzehnten durch die Veränderungen in der Bestattungskultur weitere Bestattungsflächen überflüssig werden. Vor diesem Hintergrund hat die Verwaltung für die sieben größten Friedhöfe ein Konzept für die Friedhofsflächenentwicklung aufgestellt. Ziel ist es, im Laufe der nächsten Jahre größere, nicht mehr belegte, zusammenhängende Flächen zu erhalten, die leichter gepflegt werden können. Dies dient auch der Stabilisierung der Friedhofsgebühren.

Die Ermittlung der im Jahr 2030 erwarteten Flächenüberhänge auf diesen Friedhöfen ist in mehreren Stufen erfolgt

  1. Es wurde prognostiziert, wie sich in den nächsten Jahren die Bestattungsarten entwickeln werden. Dies ist wichtig, da ein Urnengrab wesentlich weniger Fläche beansprucht als ein Sarggrab. Für die Prognose wurde die Entwicklung der voran gegangenen Jahre betrachtet und linear in die Zukunft projeziert. Es zeigte sich dabei, dass das klassische Sarg-Wahlgrab weiter an Bedeutung verlieren dürfte, während Urnengräber und pflegefreie Gräber wie die Rasengräber einen höheren Stellenwert erlangen werden.

  2. Auf der Grundlage von Durchschnittswerten für die Größen eines Sarg- und eines Urnengrabes wurde berechnet, wie viel Fläche durch bereits aktuell belegte Gräber benutzt wird. Hiervon wurden die Flächen abgerechnet, für die die Nutzungsrechte in den nächsten Jahren bis 2030 auslaufen werden. Zuletzt wurden die Flächen wieder hinzu gerechnet, die aus neuen Bestattungsfällen bis zum Jahr 2030 erwartet werden. Ergebnis ist eine Fläche, die für Beisetzungen im Jahr 2030 erwartet wird.

  3. Die Bilanz der Flächen ergibt sich dadurch, dass der zukünftig erwartete Bedarf von dem aktuellen Angebot an Bestattungsflächen (inklusive der derzeit nicht belegten, mosaikartig zwischen belegten Gräbern verstreuten Grabstellen) abgezogen wird.

  4. In einem letzten Berechnungsschritt wurden noch einmal Flächen hinzugerechnet, die für größere Hauptwege auf den Friedhöfen anfallen (also übergeordnete Erschließung) und die langfristig auch nicht mehr in dem Maße benötigt werden.

Die im Rahmen der Berechnungen ermittelten Bilanzen für jeden der sieben Friedhöfe wurden dann zugrunde gelegt, um Flächen auf den Friedhöfen zu ermitteln, die langfristig nicht mehr belegt werden sollen. Die Friedhöfe stellen sich bereits heute mosaikartig mit belegten und freien Gräbern dar und viele der Gräber haben unterschiedliche Laufzeiten. Es können aus diesen Informationen nicht sofort Bereiche festgestellt werden, die sich für eine Schließung anbieten. Aus diesem Grund wurden die Flächen, die frei gezogen werden sollen, auch nach gestalterischen und planerischen Gesichtspunkten ausgewählt.

Beispiele

  • Für den Nordfriedhof wird die Mahnmalachse vom Nordpark kommend über den Nordfriedhof fortgeführt und bildet so eine Aufwertung der Grünstrukturen im Stadtteil.
  • Bereiche des Friedhofs Gerresheim sind für eine ökologische Aufwertung des Naturraumes vorgesehen.
  • Grünflächen entlang der Düssel im Bereich des Friedhofs Eller sollen erweitert werden.
  • Am Friedhof Heerdt wird der Teil am Albertussee langfristig für Beisetzungen keine Rolle spielen und der stillen Erholung dienen.

Pläne für einzelne Friedhöfe nach dem Friedhofsentwicklungskonzept