Meldepflicht für geschützte Tiere

Wer Tiere der besonders geschützten Arten hält, muss diese nach § 7 Absatz 2 der Bundesartenschutzverordnung diese bei der zuständigen Behörde unverzüglich an- und auch abmelden.

Die Meldung muss Angaben über Zahl, Art, Alter, Geschlecht, Herkunft, Verbleib, Standort, Verwendungszweck und Kennzeichen der Tiere enthalten.

Die Bestandsmeldung muss ausgefüllt und unterschrieben werden und mit einer Kopie der EU-Bescheinigung bei streng geschützten Arten bzw. einer Kopie des Herkunftsnachweises (z. B. Zuchtbescheinigung oder Nachweis der legalen Einfuhr) bei besonders geschützten Arten versehen sein.

Falls eine Fotodokumentation des Tieres vorhanden ist, müssen davon Farbkopien gefertigt und zusammen mit aktuellen Fotos sowie den oben genannten Unterlagen eingereicht werden.

Für Händler und gewerbliche Züchter besteht darüber hinaus eine Buchführungspflicht nach der Bundesartenschutzverordnung.

Copyright: Esther Böck; AnimalBase.info - Eigenes Werk (Originaltext: Eigenfotografie), CC BY-SA 3.0,
Himmelblauer Zwergtaggecko, Copyright: Esther Böck; AnimalBase.info

Neuer Schutzstatus für Graupapagei und Himmelblauen Zwergtaggecko

Seit dem 4. Februar 2017 sind auch der Himmelblaue Zwergtaggecko (Lygodactylus williamsi) und der Afrikanische Graupapagei (Psittacus erithacus erithacus) im Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens gelistet und erhalten damit den höchsten Schutzstatus.  Das wurde auf der 17. Artenschutzkonferenz beschlossen. Dadurch greifen für diese Tiere nun strengere Artenschutzvorschriften.

Grundsätzlich dient das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) dem Schutz wildlebender Arten. Aber natürlich sind auch Privathalter davon betroffen, weil im Artenschutzrecht bestimmte Auflagen zu erfüllen sind.

Der Kauf oder Verkauf des Himmelblauen Zwergtaggeckos und des Afrikanischen Graupapageis ist nur noch mit einer EU-Vermarktungsbescheinigung erlaubt. Diese Bescheinigung kann bei der Unteren Naturschutzbehörde formlos beantragt werden, bei der das Tier gemeldet wurde. Der Nachweis der legalen Herkunft oder die "blaue" CITES-Bescheinigung sind nicht mehr ausreichend für den Handel mit diesen beiden Arten.

Ein Verkauf ohne die vorgeschriebene EU-Vermarktungsbescheinigung kann einen Straftatbestand nach dem Bundesnaturschutzgesetz darstellen. Fragen zum Thema beantwortet die Untere Naturschutzbehörde unter Telefon: 0211.8926806.

Wichtig ist, dass die Tiere entsprechend den gültigen Rechtsvorschriften artgerecht gehalten werden und die Halter der Meldepflicht nachkommen.


Kennzeichnungspflicht

Viele geschützte Arten sind kennzeichnungspflichtig. Die Kennzeichnungspflicht ist in der Bundesartenschutzverordnung geregelt. Je nach Tierart kommen als Kennzeichnungsmethoden unter anderem geschlossene Ringe, Transponder oder Fotodokumentationen infrage.

Die Ausgabe der Kennzeichen (Ringe und Transponder) darf nur vom Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e.V. (BNA) und vom Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V (ZZF) erfolgen.