Meeressande (Glassandbruch)

Aus natur- und erdgeschichtlichen Gründen

Unweit der ehemaligen Gerresheimer Glashütte, an der Quadenhof- Ecke Hagener Straße, sind an einer Steilwand markante orangegelbe Schichten zu erkennen (Im Volksmund auch als "Gelbe Berge" bekannt). Diese recht intensiv leuchtenden Sande begegnen uns an vielen Stellen im Grafenberger und im Aaper Wald, vor allem dort, wo Wege eingeschnitten oder der Oberboden abgespült wurden.

Die Schichten sind durchsetzt von fossilen Muschel- und Schneckenarten. Und tatsächlich war Düsseldorf vor gut 40 Millionen Jahren von einem Meer bedeckt. Der Vorläufer der Nordsee hinterließ mit den Sanden somit seine Spuren in und um Düsseldorf. Aufgrund ihres geballten Auftretens im Aaper und im Grafenberger Waldes bezeichnen die Geowissenschaftler diese folgerichtig als Grafenberger Sande. Dass die aus den Sanden aufgebauten Höhen nicht wirklich widerstandsfähig sind, zeigen uns zahlreiche Spülrinnen, die durch Regenfälle verursacht werden. So ist die Wolfsschlucht im Grafenberger Wald – zwischen Trotzhofallee und Bismarckstraße gelegen – ebenfalls durch Abspülung der weichen Sande entstanden.

Bei genauerer Betrachtung der Wand fallen immer wieder erdig-dunkelbraune Schichten auf, die gegenüber dem verfestigten Sand eine sehr viele höhere Widerstandskraft besitzen. Es handelt sich dabei um Limonit, dem so genannten Brauneisen. Hier hat sich der ursprüngliche Kalk, aus dem zum Beispiel die Muschelschalen bestanden, chemisch umgewandelt und ist in ein Eisenmineral übergegangen. Oberhalb der Steilstufe findet man zudem noch Kiese und Sande aus dem ältesten Quartär. Hierbei handelt es sich um alte Rheinablagerungen.

Die ca. 50 Meter hohe Steilwand entstand in der Zeit von 1886 bis 1887, als hier insgesamt 1,6 Millionen Kubikmeter Sand für die Düsseldorfer Eisenbahnanlagen abgebaut wurden. Die Sande enthalten weiterhin eine große Menge Glaukonit, ein Mineral, das im Meer der Urzeit entstanden ist und das eine blaugraue Farbe hat. Wenn es verwittert, werden die Sande tonig, dadurch auch formbar und für entsprechende Zwecke in der Industrie nutzbar. Daher wurden die Sande auch als Glas- und Formsande für die Glasindustrie sowie für die Verwendung in den Eisengießeren abgebaut. Die Gründung der Gerresheimer Glashütte geht auf diese Vorkommen zurück, wobei dort später andere Sande verwendet wurden.