Naturschutzgebiete Hubbelrather Bachtal

Das Hubbelrather Bachtal ist das am höchsten gelegene Naturschutzgebiet der Landeshauptstadt Düsseldorf: Bis auf 140 Meter über dem Meeresspiegel erstrecken sich die Hochlagen des Geländes. Der östlich des Schutzgebietes gelegene Sandberg ist mit etwa 170 Metern die höchste Erhebung Düsseldorfs. Das rund 70 Hektar große Areal wurde 1989 unter Naturschutz gestellt.

Das Schutzgebiet bietet neben seiner malerischen Lage eine reiche Natur mit Feuchtwiesen, Kleingewässern, Buchenwäldern und vielen Vogelarten, die dort idealen Lebensraum finden.

Mit dem im Osten der Stadt gelegenen Areal hat die Stadt Anteil am Naturraum des Bergischen Landes. Durch Bodenerosion hat sich der Hubbelrather Bach und die Seitenzuflüsse in einer für diesen Naturraum charakteristischen Weise in das Gelände eingeschnitten. Die steilen Seitentäler werden hier auch "Siepen" genannt.

Das Bachtal wurde wegen seiner landschaftlichen Schönheit, wegen der naturnahen Feuchtwiesen, Röhrichtflächen, Kleingewässer und den umgebenden Buchenwäldern unter Naturschutz gestellt. Eisvogel, Wasseramsel, Grasfrösche sowie zahlreiche Vogelarten wie Habicht, Rotmilan, Sperber und Waldwasserläufer finden hier noch geeignete Lebensräume. Insgesamt 55 Vogelarten leben dort. Aber auch viele Insekten, wie die bis in den November hinein fliegende "Winterlibelle" und unter den Schmetterlingen das "Klee Widderchen" kommen hier vor.

Auffallend ist wie im Rotthäuser Bachtal die deutliche Talasymetrie. Der westliche Bereich neigt sich eher flach zur Talsohle und wird landwirtschaftlich genutzt, während der östliche Bereich steil und stark bewaldet ist. Da auch während der Eiszeit westliche Winde vorherrschten, wurde der Löss vorwiegend auf der Westseite des Tals abgelagert, während die östlichen Talflanken verstärkt ausgeweht wurden. Dass die weichen Lössschichten auch heute noch ein dankbares Opfer für erodierende Regen- und Schmelzwässer sind, zeigen die oft tiefen Furchen im Boden insbesondere auf den im Winter vegetationslosen Ackerflächen.

In den feuchten Tallagen wachsen noch Schlüsselblumen und Sumpfdotterblumen, am Ufer der Tümpel der seltene Fieberklee. Das Ufer des Baches säumen natürliche "Bach Erlen-Eschenwälder", an sonnigen Stellen wächst eine Pflanze mit kuriosem Namen, das "Echte Mädesüß". Alles in allem gedeihen im Hubbelrather Bachtal 317 verschiedene Pflanzenarten. Woher man das weiß? Im Jahre 1994 wurde ein Entwicklungs und Pflegeplan für das Gebiet aufgestellt, Grundlage für eine solche Planung ist die Inventarisierung der Pflanzen und Tiere. Schließlich muss man wissen, was geschützt werden soll.

Der zweite Abschnitt eines solchen Pflegewerkes behandelt die Frage: Wie muss der Lebensraum beschaffen sein, damit die schützenswerten Arten auch in Zukunft geeignete Bedingungen vorfinden? Zum Beispiel würden die seltenen Heuschrecken verschwinden, wenn es nicht gelänge, Landwirte für die Mahd der Feuchtwiesen zu gewinnen. Bleibt die regelmäßige Mahd aus, "verbuschen" die Wiesen und entwickeln sich nach einigen Jahren zu Wald.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem namensgebenden Bach, von den Einheimischen liebevoll "die Hubbel" genannt. Es gilt, naturnahe Ufer zu entwickeln, kanalartige Abschnitte zur renaturieren und den Bachlauf durch Beseitigung von Hindernissen wieder durchgängig zu machen für wandernde Fische und andere Bachlebewesen. Die Landwirtschaft hat es schwer auf den feuchten Wiesen und an den steilen Hängen. Aber die hier grasenden "Galloway Rinder", eine Rinderrasse aus dem schottischen Hochland, werden mit diesen harten Bedingungen fertig.

Als Besonderheit lässt sich an einigen ehemaligen Steinbruchwänden das Grundgebirge zu erkennen. Bei den deutlich ausgeprägten Gesteinsschichten handelt sich vornehmlich um Tonschiefer aus dem Zeitalter des Devon. Dieses umfasst den Zeitraum von 417 bis 358 Millionen Jahre vor heute. Zu dieser Zeit lag Düsseldorf noch südlich des Äquators und die hier aufgeschlossenen Gesteinsschichten sind Ablagerungen eines Vorläufers unseres heutigen Mittelmeeres.

Am besten erleben lässt sich dieses Stück "Düsseldorf im Bergischen Land" bei einer Wanderung zwischen Gut Mydlinghoven und über Gut Höltgen weiter in südlicher Richtung entlang des Baches in Richtung Erkrath.

Informationen
Gesamtfläche 70 Hektar
Naturschutzgebiet seit 1993
Besonderheit Feuchtwiesen, Bruchwald
Besondere Pflanze Echtes Mädesüß
Besonderer Vogel Eichelhäher
ÖPNV nur über Rotthäuser Bachtal
Bus 733, 738
Rotthäuser Weg
Wanderparkplatz Erkrather Landstraße, neben der Gaststätte Kaisershaus

 

 

 

 

Lageplan