Naturschutzgebiet Rotthäuser Bachtal

Das Rotthäuser Bachtal steht seit 1984 unter Naturschutz und ist gleichsam als FFH-Gebiet ausgewiesen. Das Besondere am Rotthäuser Bachtal sind seine Feuchtbiotope, der Bach, der dem Tal den Namen gab, seine Quellen, die vielen Fischteiche und ausgedehnte Schilfflächen. Hinzu kommen wertvolle Wälder. Hier stehen die Lebensraumtypen Erlen-, Eschen- und Weichholzauenwälder sowie Hainsimsen-Buchenwälder im Vordergrund. So zeigt sich auf engem Raum eine vielfältige, abwechslungsreiche Landschaft.

Im Rotthäuser Bachtal kommen seltene Pflanzen und Tierarten vor: Als typischer Bewohner der Schilfflächen kann man zum Beispiel den Teichrohrsänger und die Rohrammer entdecken, an den Teichen finden sich Libellen wie die "Blaugrüne Mosaikjungfer" und an den steilen Bachufern brütet der Eisvogel. Auch die Pflanzenwelt ist artenreich vertreten, darunter auch nach der "Roten Liste" bedrohte Pflanzen, wie der Riesen Schachtelhalm oder die Brunnenkresse. Die Aktivitäten im Rahmen der FFH-Richtlinien konzentrieren sich auf die Förderung der Arten, wie dem Eisvogel, dem Schwarzspecht, dem Wespenbussard und dem Teichrohrsänger.

Der Schutz und die Entwicklung dieses Gebietes schließen auch die Lebensräume der "Kulturlandschaft" mit ein. So sind zum Beispiel die Fischteiche von hohem Wert für Flora und Fauna, wenn sie über Flachwasserzonen verfügen. Die Teiche dienten ursprünglich der Karpfenzucht. Die intensive Fischzucht führte aber durch die Fütterung und die Ausscheidungen der Fische zu einer starken Überdüngung des Baches. Der Bach wird durch Teiche unterbrochen: Im fließenden Wasser lebende Fischarten, Kleinkrebse und Insektenlarven können den Bach nicht mehr entlang wandern. Hier setzen Projekte der Landschaftsentwicklung an. Einige Teiche wurden von der Stadt naturnah umgebaut.

Aber auch gelogisch ist das Rotthäuser Bachtal interessant. Wie beim Hubbelrather Bachtal sind die Talhänge unterschiedlich ausgebildet. Die westliche Talseite ist wesentlich flacher als die Ostseite und wird daher vornehmlich landwirtschaftlich genutzt. Die Landwirtschaft wird durch die mächtige Lössauflage begünstigt, da sich auf dem Löss die fruchtbare Parabraunerde gebildet hat. Diese Talseite mit erosionsbedingte Spülrinnen durchzogen, in denen sich heute zum Teil die Zufahrtswege zu den Höfen befinden. Der Name "Papendeller Weg" (Delle = Eintiefung) greift diesen Umstand auf.

Der wesentlich steilere Osthang lässt sich ideal vom Landgasthof Kaiserhaus durchwandern. Im Gegensatz zum Hubbelrather Bachtal ist hier das Grundgebirge bereits tief in den Untergrund abgetaucht. Die Ostflanke besteht aus den typischen gelben Meeressanden. Die weichen Sandschichten sind stellenweise von tiefen Erosionsrinnen durchzogen. Das abgespülte Material findet sich dann meist an der Talsohle als Aufschüttung wieder. An vielen Stellen im Tal entdeckt man wie im gesamten Düsseldorfer Osten alte Rheinablagerungen in Form von zumeist hellen Kieselsteinen.

Der Naturschutz im Rotthäuser Bachtal ist übrigens "grenzüberschreitend". Das Gebiet geht nahtlos in das auf dem Gebiet des Kreises Mettmann gelegene Morper Bachtal über, das ebenfalls als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Zusammen bilden Morper und Rotthäuser Bachtal einen Baustein im europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000.

Informationen
Gesamtfläche 108 Hektar
Naturschutzgebiet seit 1993
Besonderheit Teiche, Hecken, Biotopverbund
Besondere Pflanze -
Besonderer Vogel Eisvogel
ÖPNV Bus 733, 738
Rotthäuser Weg
Wanderparkplatz Erkrather Landstraße, neben der Gaststätte Kaisershaus

 

Lageplan