Naturschutzgebiet Tongruben

Die ehemaligen Tongruben wurden 1989 unter Naturschutz gestellt. Die Lehmhänge waren einst Rohstofflieferant für einen wichtigen Baustoff, die Ziegel.

Der Bereich der ehemaligen Grube ist heute stark bewachsen, da sich die Natur ungestört ausbreiten kann. Die ehemalige Abbauwand, die sich östlich des Wildparks anschließt, ist noch gut zu erkennen. Sie bildet eine bis zu 20 Meter hohe Steilwand, deren Verlauf sich bis zum Ratinger Weg hinzieht und lässt auch heute noch einen guten Einblick in die eiszeitlichen Lössablagerungen zu, in die zum Teil fossile Böden eingeschaltet sind. Am Grund der Grube befinden sich einige feuchte Bereiche, die zum Teil kleine Tümpel bilden.

Ende des 19. Jahrhunderts entstanden hier die ersten Ziegeleibetriebe. Über Rutschen wurden die Lehmbrocken auf bereit stehende Loren geleitet und zu den umliegenden Verarbeitungsstätten transportiert. Das Material wurde im Presshaus zu Ziegeln geformt, anschließend in den Trockenscheunen luftgetrocknet und letztendlich in den Ringöfen gebrannt. Der Abbau der Lösslehme wurde Ende der 1960er Jahre eingestellt, nachdem die Vorkommen erschöpft waren.

Die etwa drei Hektar umfassende Fläche bietet einigen seltenen Insekten Lebensraum. Erdbienen, Graswespen und Sandlaufkäfer sind hier heimisch, aber auch Eidechsen sind zu finden. Die wild überwucherten Lehmhänge sind aber auch Heimat so mancher Singvögel, auf den kleinen Zaunkönig trifft man hier häufig.

Der Ringofen der Ziegelei Sassen an der B 7 ist ein letztes Zeugnis einer einst hoch entwickelten Ziegelindustrie. Insgesamt 40 Werke produzierten Ende des 19. Jahrhunderts das Baumaterial für die wachsende Stadt: Wohnungen, Fabriken, Kanalisation - alles wurde aus gebrannten Ziegeln gebaut. Oberbilk, Oberkassel, Lierenfeld entstanden, auch das Wilhelm Marx Haus und die Polizeikaserne sind an ihren Backsteinen gut erkennbar. Nahezu der gesamte Bereich entlang der Bergischen Landstraße sowie große Bereiche beiderseits der Gräulinger Straße bildeten das Zentrum der Düsseldorfer Ziegeleiindustrie.

Informationen
Gesamtfläche 3 Hektar
Naturschutzgebiet seit 1989
Besonderheit Abbruchkante einer ehemaligen Ziegelei
Besondere Pflanze -
Besonderer Vogel Zaunkönig
ÖPNV Stadtbahn U83, Straßenbahn 709
Bus 725, 733, 738, 781
Gerresheim Krankenhaus
Wildpark-Parkplatz an der Rennbahnstraße

 

 

 

Lageplan