Der Hofgarten

Die grüne Lunge mitten in der dichtbebauten City. Wegen seiner Vielfältigkeit ist der Hofgarten ein beliebtes Ziel für einen erholsamen Spaziergang. Die Vielfältigkeit verdankt der Park den unterschiedlichen Auffassungen über Gartenbaukunst, die in seinen Teilen abzulesen sind.

Der Sturm Ela

Der Sturm Ela hat am Pfingstmontag, 9. Juni 2014 im Hofgarten schwere Schäden verursacht. Prägende Elemente wie die Reitallee, das Lindenrondell und die Maximilian-Weyhe-Allee wurden komplett verwüstet. Insgesamt wurden rund 370 Altbäume durch den Sturm Ela zerstört.

Der Wiederaufbau der historischen Parkanlage wird mehrere Jahre dauern. Die Planung für eine Wiederherstellung der historischen Parkanlage - denkmal-, natur- und großstadtgerecht - wurde bereits in Angriff genommen.

Impressionen

  • Krokusblüte Krokusblüte
  • Goldene Brücke Blick auf die Goldene Brücke
  • Kinderspielplatz Der Hofgarten hat beliebte Kinderspielplätze
  • Henry Moore Bronzeskulptur von Henry Moore
  • Lichtbänke Lichtbänke auf der Reitallee
  • Tonhalle Tonhalle im Frühling
  • Ehrenhof Schmuckbeete vor dem Ehrenhof

Geschichtliche Entwicklung des Hofgartens

Der friedliche Hofgarten verdankt seine Entstehung - so paradox es klingen mag - kriegerischen und militärischen Gegebenheiten. Die Auseinandersetzungen im Siebenjährigen Krieg hatten die Grundstücke von Pempelfort, die damals außerhalb der Befestigungen lagen, arg ramponiert. Reichsgraf Franz Ludwig Anton von Goltstein, Statthalter des Kurfürsten, wollte diese Verwüstungen beseitigen und gleichzeitig eine Art Arbeitsbeschaffungsprogramm für arme und erwerbslose Düsseldorfer ankurbeln. So wurde 1769 nach den Plänen von Nicolas de Pigage (er schuf auch den Benrather Schlosspark) der älteste Teil des Hofgartens im französisch-klassischen Stil angelegt. Etwa 700 Düsseldorfer wurden zum Planieren und Bepflanzen benötigt.

Wilhelm Spitz - eine Reisebeschreibung von 1840

"Da, wo vor nicht langer Zeit Sandhügel, verfallenes Gemäuer und öde Steppen den Wanderer zurückschreckten, entzückt nun ein mit Geist und Geschmack angelegter Lusthain das Auge. Schöne Baumgruppen, freie Rasenplätze, schattige Alleen, liebliche Wasserpartien, überraschende Aussichten auf die Stadt, auf den Rhein, machen diese Anpflanzung zu einem der angenehmsten Spaziergänge. - Von irgendeiner der verschiedenen Anhöhen des Parks umherschauend, glaubt man in jeder einzelnen Partie des Lusthains ein schönes Landschaftsgemälde zu erblicken."

 

Ausgestattet war der Hofgarten, der sich damals noch hinter Schloss Jägerhof bis zur heutigen Pempelforter Straße ausdehnte, mit Statuen, Gipslöwen und einem chinesischen Pavillon am Bassin des "Jrönen Jong" - ganz nach dem vorherrschenden höfischen Geschmack.

Zwei Parkstile vereint

Der französisch-klassizistische Stil mit seinen geraden, gegenüber der Natur geradezu künstlich und bewusst gestaltet wirkenden Formen findet sich im ältesten Teil des Hofgartens zwischen Schloss Jägerhof und Wasserbassin mit "Jrönem Jong". Die Reitallee mit ihren vier Baumreihen, deren repräsentativer Charakter heute noch von den St.-Sebastianus-Schützen Stadtmitte für die große Parade beim jährlich wiederkehrenden Schützenfest genutzt wird, ist diesen Formen verpflichtet, genauso wie die schnurgerade gefasste Düssel neben der Seufzerallee an der Goltsteinstraße sowie der kleine Blumengarten mit den genau abgegrenzten Beeten vor dem Schauspielhaus.

Diese strengen Formen bilden einen reizvollen Gegensatz zu den übrigen Teilen des Hofgartens, die im Geiste des englischen Parkstils mit landschaftsbelebenden, sehr "natürlich" wirkenden Elementen gestaltet sind. Die Zuhörer von Konzerten im Musikpavillon glauben, auf den Wiesen in "freier Natur" zu lagern, ebenso wie die Erholungssuchenden, die am Napoleonsberg ein Sonnenbad nehmen oder fernab vom Großstadtlärm in Lektüre vertieft sind. Und wenn das Wassergeflügel die schmalen Ufer des Landskronen-Weihers erklimmt und Spaziergänger ganz zahm um Brotstücke anbettelt, dann scheint die Idylle vollkommen.

Die Vielfältigkeit wird von den städtischen Gärtnern erhalten. So finden sich auf dem 27 Hektar großen Gelände des Hofgartens weite Wiesen mit prächtigen einzelstehenden Bäumen (13 Hektar); sie sind nach den Vorstellungen des Hofgartenschöpfers Maximilian Weyhe „naturnah" belassen, nur am Ananasberg und vor dem Schauspielhaus sind Blumenbeete mit strengen Formen und abgezirkelten -Beeten zu finden. Nördlich der Maximilian-Weyhe-Allee stehen die meisten der 2000, bis zu 200 Jahre alten Bäume des Hofgartens und täuschen fast einen kleinen Wald vor. (Büsche und Bäume nehmen im Hofgarten vier Hektar in Anspruch.) Die ruhig plätschernde Düssel, das Bassin mit dem "Jrönen Jong" und der stille Weiher an der Landskrone (rund drei Hektar) bringen ein belebendes Element in den Hofgarten.

Daten und Fakten

Stadtteil / Lage Pempelfort/ Stadtmitte - Heinrich-Heine-Allee, Inselstraße, Jägerhofstraße, Hofgartenstraße
Heinrich-Heine-Allee
Gesamtfläche 27,73 Hektar
Baujahr / Planer 1769 von Nicolas de Pigage, Erweiterung 1804 von Maximilian Weyhe
Attraktivitäten / Freizeitangebot
  • "Grüne Insel" mitten in der City zwischen Oper, Schauspielhaus und Goethe-Museum
  • 13 Hektar Wiesenflächen
  • Alter Baumbestand
  • Repräsentative Reitallee mit 4 Baumreihen
  • 3 Hektar Wasserflächen
  • Skulpturen und Denkmäler wie z.B. Märchenbrunnen oder Jröner Jong
  • 3 Kinderspielplätze
Hunde 2 Hundeauslaufplätze Nähe Inselstraße und Nähe Feldstraße
Parken kein eigener Parkplatz, Parkhäuser in der Nähe
ÖPNV Schadowstraße u71, 72, 73, 83
Heinrich-Heine-Allee U 70, 71, 72, 73 74, 75, 76, 77, 78, 79, 83
Schloss Jägerhof 722, 752, 754,

 

Weiterführende Literatur

In seiner Reihe "Rheinische Kunststätten" hat der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz mit Heft Nr. 495 "Der Hofgarten in Düsseldorf" eine ausführliche Beschreibung des Hofgartens herausgegeben.

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