Der Küchengarten

Geschichte

Seit jeher sind Gartenbereiche mit Obst- und Gemüseanbau feste Bestandteile deutscher Kloster- und Schlossgärten. Auch Kurfürst Carl-Theodor, der 1755 den Bau von Schloss und Park Benrath in Auftrag gab, sah in der Förderung der Landwirtschaft eine Kulturaufgabe und so war ihm die Einbeziehung von Nutzflächen in die Gärten von Benrath ein wichtiges Anliegen.

Neben den beiden ehemaligen Obstwiesen ("Quincunx") östlich und westlich der Flügelbauten hatte vor allen Dingen der Küchengarten, der zum Gutshof des Schlosses gehörte, eine herausragende Bedeutung. Dieser um 1760 angelegte Garten diente der Versorgung des Hofstaates, wenn dieser in Benrath weilte. In den übrigen Zeiten standen die Erträge dem Gutshof zur Verfügung.

Die hohen Mauern, die den Küchengarten schon damals umgaben, schützen die empfindlichen Gemüsekulturen vor kalten Winden, die massiven Tore vor Einbruch und Diebstahl. Auch später unter der preußischen Verwaltung im 19. Jahrhundert nutzte man den Küchengarten als Anbaufläche für Beerenobst und Gemüse. Der letzte Gutshof-Pächter bewirtschaftete den Garten bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts. Danach wurde aus dem Küchengarten eine schlichte Rasenfläche und nur der erhaltene Mittelweg, das verfallene Schöpfbecken sowie die sanierungsbedürftigen Ziegelmauern deuteten noch auf seine ursprüngliche Funktion hin.

Restaurierung

Aus seinem Dornröschenschlaf geweckt wurde der Benrather Küchengarten im Rahmen der Restaurierungsarbeiten zur EUROGA 2002plus. Zunächst erfolgte die grundlegende Wiederherstellung des Schöpfbeckens und der Mauern, die man außerdem mit den zeittypischen Spalieren für den Obstanbau versah.
Die Wege wurden nach überlieferten Plänen und den Erkenntnissen gartenarchäologischer Grabungen neu angelegt. Typisch für die Gemüsegärten jener Zeit sind die mit Buchsbaumhecken gefassten Blumenrabatten, in denen nun außerdem Beerenobst-Hochstämmchen wachsen.

Im Übrigen wurde jedoch keine historische Bepflanzung angestrebt, da Aufzeichnungen über die tatsächlich verwendeten Arten im Küchengarten nicht existieren. Heute werden auf den ökologisch bewirtschafteten Gemüsebeeten, die von der Werkstatt für angepasste Arbeit betreut werden, 40 verschiedene Gemüse, Salate und Kräuter angebaut, die im 18. Jahrhundert teilweise noch unbekannt waren.

Gleiches gilt auch für den Wechselflor der Blumenrabatten, die jeweils im Frühling und Sommer neu bepflanzt werden. Bequeme Bänke laden die heutigen Besucher zu einer Ruhepause ein, waren jedoch kein Bestandteil des Küchengartens im 18. Jahrhundert.

Gemüse aus dem Schlosspark

Für die Gemüseflächen im Küchengarten erhält das Gartenamt Unterstützung durch die Werkstatt für angepasste Arbeit, die mit behinderten Menschen die unterschiedlichsten Gemüsesorten anpflanzt, pflegt und in den Sommermonaten täglich frisch vor Ort verkauft.