Der Parterre-Garten

Geschichte

Der Parterre-Garten ist der älteste Gartenteil im Schlosspark Benrath. Entworfen hat ihn im 17. Jahrhundert der Landesbaumeister Johannes (Giovanni) Lollio, genannt Sadeler, der auch das Alte Schloss, den Vorgängerbau des heutigen Schlosses Benrath, plante. Der Parterre-Garten wurde 1662 von Gartenmeister Laurents bepflanzt und diente dem Alten Schloss als Lustgarten.

Als der Architekt Nicolas de Pigage ab 1756 im Auftrag von Kurfürst Carl-Theodor mit dem Neubau der Schlossanlage begann, übernahm er den alten Gartenteil und integrierte ihn geschickt in das Achsensystem des neuen Gartengeländes.

Im Laufe der Zeit verfiel der in Bepflanzung und Pflege aufwändige Parterre-Garten jedoch. So nutzte man ihn im 20. Jahrhundert zeitweise als Baumschulquartier, in den letzten Jahrzehnten vor seiner Restaurierung blieb nur eine einfache Rasenfläche übrig.

Restaurierung

Mit Hilfe von Infrarot-Luftbildern konnte man den ursprünglichen Grundriss des verschwundenen Gartens wieder sichtbar machen. Archäologische Grabungen brachten daraufhin die Ausdehnung des alten Gartenteils sowie die ehemals den Garten umfassenden Gräben wieder ans Licht. Zur Wiederherstellung des Gartens mit seinen Kübelpflanzen sowie Buchsbaum- und Hainbuchenhecken wurden ferner Pläne und zeitgenössische Ansichten herangezogen. Darüber hinaus fand man die kompletten Fundamente eines zentralen Brunnens wieder. Da die Profile der Brunnenrandsteine nicht bekannt waren, wurden sie genau wie die Stein- und Holzbänke in moderner Form ausgeführt.

Wie im Küchengarten erfolgte die Bepflanzung nach modernen Kriterien, denn lediglich die Pflanzung von Tulpen war historisch belegbar. Heute präsentiert sich der Parterre-Garten in einem neuzeitlichen Pflanzkonzept mit Rosensorten des 20. Jahrhunderts, Stauden sowie einem Wechselflor aus modernen Tulpensorten, Stiefmütterchen, Dahlien und anderen Sommerblumen.

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